Es kann immer besser sein
Gut am Arbeitgeber finde ich
Da gibt es viel:
- Homeoffice
- grundsätzlich eine gute Unternehmenskultur (eher keine Intrigen, und wenn dann nicht zu offensichtlich, höchstens ab und zu Meinungsverschiedenheiten)
- die Lage mitten auf der Mariahilfer Straße (öffentliche Anbindung ist sehr gut)
- die beiden Circles, die sich mit Nachhaltigkeit und Diversität laufend beschäftigen und hier zwar kleine aber wichtige Weiterentwicklungsschritte setzen
- der Betriebsrat ist sehr engagiert, hat immer ein offenes Ohr (mir wurde in einer zum Teil privaten Angelegenheit sogar weitergeholfen) und die Süßigkeiten im Betriebsratbüro sind sehr verlockend
- generell offene Feedbackkultur, zumindest hat man das Gefühl, das Feedback willkommen ist (wie damit umgegangen wird, steht auf einem anderen Blatt)
- ich genieße die Gleitzeit sehr und das Vertrauen meiner Führungskraft (nach dem Motto: die Arbeit muss erledigt sein - das wie? obliegt mir und das ist nicht selbstverständlich)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Feedbackschleifen (lange Abstimmungswege; wenig Konsistenz bei Entscheidungen; permanent wird etwas verändert und damit wird mit der Ressource Zeit nicht sehr sorgsam umgegangen)
- manchmal ist die Selbstverherrlichung etwas übertrieben
- Umgang mit den Fragen zum neuen Fair-Pay; nach dem Motto: „Habt ihr das jetzt immer noch nicht verstanden?“; System an sich ist OK, transparent ist es aber nicht und das wird es nicht, solange man permanent nur das System erklärt
- Negative Schlagzeilen in den Medien
- das Gefühl, das vermittelt wird, wir sollen froh sein, einen Job zu haben aufgrund von Sparmaßnahmen der Stadt; auch das Gefühl, dass langjährige Unternehmenszugehörigkeit eher nicht erwünscht ist, macht sich breit
- die inHouse-First-Strategie scheint ebenfalls nur Marketing zu sein
Verbesserungsvorschläge
Nach fast 2 Jahren Veränderungsprozess sollte langsam Klarheit her, wohin es hingeht. Irgendwann muss die „Beschäftigung mit sich selbst“ als Organisation abgeschlossen sein (was nicht heißt, dass man sich nicht weiterentwickeln darf oder soll). Wir MitarbeiterInnen sollten uns wieder auf unser Kerngeschäft konzentrieren können. Die Zeit, die in interne (Re)Organisation derzeit fließt, ist enorm. Was die strategische Neuausrichtung der Agentur konkret für jeden einzelnen von uns bedeutet, das ist weder klar, ableitbar, absehbar, noch wird darüber gesprochen. Deshalb kann ich mich auch noch nicht zu 100 %, wie hier in einem Beitrag gelesen, mit der Richtung identifizieren und das hat nichts mit „jammern“ zu tun. Die Ausrichtung ist vielleicht gesetzt, die Konsequenzen für mich als MitarbeiterIn (was die Neuausrichtung für den Alltag konkret bedeutet) ist derzeit, meiner Meinung nach alles andere als klar. Derzeit sieht es so aus, dass der Leistungsdruck und die Messung der eigenen Leistung deutlich an Bedeutung gewinnen wird (ob man aber tatsächlich die Wirkung selbst beeinflussen wird können, ist für mich das größte Fragezeichen). Auch finde ich es persönlich schade, dass der Change-Prozess nicht professionell begleitet wird - dies würde helfen, das ein oder andere Fragezeichen zu lösen.


