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Aveniq 
AG
Bewertung

Guter Einstieg, enttäuschendes Ende – leider keine Perspektive für interne Entwicklung

2,6
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2022 im Bereich IT bei Aveniq AG in Baden AG gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre in meinem direkten Team war durchweg positiv. Wir waren ein gut aufgestelltes, technisch starkes Team mit klarer Rollenverteilung und gegenseitigem Vertrauen. Die Zusammenarbeit war kollegial, pragmatisch und von einem hohen fachlichen Anspruch geprägt. Die Arbeit selbst hat Freude gemacht und war oft von einer motivierten Grundhaltung begleitet.

Allerdings wurde die Stimmung im Unternehmen zunehmend durch Entscheidungen auf Managementebene belastet. Gerade in der Zeit vor der grossen Entlassungswelle war eine spürbare Verunsicherung vorhanden, die sich auch auf engagierte Teams ausgewirkt hat. Die fehlende Transparenz und der mangelnde Rückhalt von oben haben langfristig einen Schatten auf eine sonst funktionierende Teamdynamik geworfen.

Image

Das Image der Aveniq hat in letzter Zeit spürbar gelitten – insbesondere durch die grosse Entlassungswelle im Januar 2025 sowie die plötzliche Absetzung der Geschäftsführung kurz vor Weihnachten 2024. Solche Ereignisse bleiben öffentlich nicht unbemerkt. Eine einfache Google-Suche oder ein Blick in gängige KI-Tools reicht aus, um einen Eindruck davon zu bekommen.

Für viele potenzielle Bewerbende dürfte das ein klarer Unsicherheitsfaktor sein – für mich persönlich wäre das heute ein Grund, mich gegen eine Bewerbung zu entscheiden.

Work-Life-Balance

Grundsätzlich gab es Homeoffice-Möglichkeiten, was positiv war. Allerdings wurde man regelmässig gezwungen, für bestimmte Tätigkeiten vor Ort nach Baden zu kommen – selbst wenn diese Aufgaben problemlos auch an anderen, näher gelegenen Standorten hätten erledigt werden können. Das war oft wenig nachvollziehbar und hat die Balance zwischen Berufs- und Privatleben unnötig erschwert.

Karriere/Weiterbildung

Die Karriereperspektiven wurden beim Einstieg bei Aveniq sehr positiv und motivierend dargestellt. Im HR-Gespräch wurde mir ein klarer Entwicklungspfad aufgezeigt – mit einer strukturierten Entscheidungsmöglichkeit zwischen einer technischen Expertenschiene und einer Führungslaufbahn. Für mich war von Anfang an klar, dass ich die Führungsschiene anstrebe. Mit meiner technischen Erfahrung und meinem bisherigen Werdegang hatte ich hierfür sowohl die fachliche als auch die zwischenmenschliche Grundlage.

Als intern eine Teamleiterstelle frei wurde, stellte sich jedoch heraus, dass es bei Aveniq keinen echten internen Bewerbungsprozess gibt. Ich musste mich wie ein externer Kandidat bewerben – über das reguläre Recruiting mit einstündigem Gespräch, ohne besondere Berücksichtigung meiner bisherigen Leistungen im Unternehmen. Trotz langjähriger Mitarbeit und klarer Führungserfahrung erhielt ich schliesslich eine Absage mit der Begründung, ich sei „nicht innovativ genug“ – man suche jemanden, der stärker managementorientiert sei.

Ironischerweise wurde danach ein sehr managementgetriebener Teamleiter eingestellt, der sich dann innerhalb weniger Monate als fachlich ungeeignet herausstellte

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war – gemessen am IT-Umfeld – im oberen Bereich angesiedelt und insgesamt fair. Auch die Benefits waren in Ordnung: insbesondere Beiträge zu Kindergartengebühren sowie weitere Sozialleistungen wurden angeboten. In Summe ein stimmiges Gesamtpaket.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Im Bereich Umweltbewusstsein sehe ich klare Schwächen. Mitarbeitende wurden teils gezwungen, für bestimmte Aufgaben zentral nach Baden zu kommen – auch wenn sie näher an anderen Standorten lebten und die Tätigkeiten dort genauso gut hätten ausführen können. Das führte zu unnötigen Pendelwegen mit entsprechendem CO2 Ausstoss. Eine flexible, nachhaltige Standortpolitik wäre hier deutlich zeitgemässer gewesen.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt im direkten Team war stark. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, fachlich wie menschlich gut harmoniert und auch in stressigen Phasen verlässlich zusammengearbeitet. Innerhalb des Teams war das Miteinander definitiv ein Pluspunkt.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Kolleg:innen war durchweg respektvoll. Als jemand aus der jüngeren Generation habe ich die Zusammenarbeit als sehr angenehm und wertschätzend erlebt. Erfahrung wurde geschätzt, und das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt hat fachlich wie menschlich gut funktioniert.

Vorgesetztenverhalten

Zu Beginn hatte ich einen sehr kompetenten und menschlich starken Teamleiter – klare Kommunikation, Vertrauen und fachliches Verständnis prägten die Zusammenarbeit. Leider änderte sich das mit dem späteren Vorgesetzten deutlich: fehlende Nähe zum Team, wenig technisches Verständnis und unpassende Führung machten vieles mühsam. Insgesamt also durchwachsen – stark gestartet, aber mit deutlichem Absturz im weiteren Verlauf.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt in Ordnung. Infrastruktur und Ausstattung haben ihren Zweck erfüllt, auch wenn technisch nicht alles auf dem neuesten Stand war. Verbesserungswürdig war teilweise die Standortflexibilität – insbesondere, wenn Aufgaben ohne triftigen Grund zwingend vor Ort erledigt werden mussten.

Kommunikation

Im Team funktionierte die Kommunikation gut – direkt, lösungsorientiert und effizient. Auf Managementebene hingegen fehlte es oft an Transparenz. Wichtige Entscheidungen wurden nicht klar kommuniziert, und interne Prozesse – etwa bei Stellenbesetzungen – wirkten undurchsichtig und wenig nachvollziehbar.

Gleichberechtigung

Ich habe in diesem Bereich keine negativen Erfahrungen gemacht, kann aber auch nicht viel dazu sagen.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben selbst waren grundsätzlich interessant und technisch anspruchsvoll – besonders im operativen Alltag. Allerdings fehlte es an einem klaren Konzept für Weiterentwicklung, vor allem im Bereich Produktentwicklung. Man hatte oft das Gefühl, sich im Kreis zu drehen, ohne echten Fortschritt. Technologische Neuerungen wurden kaum verfolgt, was den Eindruck vermittelte, man arbeite dauerhaft im Legacy-Modus.

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Arbeitgeber-Kommentar

Susanne LehmannExpert HR Business Partner

Liebe*r ehemalige*r Kolleg*in

Vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung und dass du dir die Zeit genommen hast, deine Erfahrungen bei Aveniq zu teilen. Wir schätzen dein ehrliches Feedback – sowohl das Lob als auch die kritischen Anmerkungen.

Es freut uns sehr, dass du die Zusammenarbeit im Team, die Arbeitsatmosphäre sowie den Kollegenzusammenhalt und den respektvollen Umgang bei Aveniq positiv erlebt hast. Auch deine Einschätzung zu den spannenden Aufgaben und dem fairen Gehaltspaket nehmen wir gerne als Bestätigung mit.

Dass deine Balance zwischen Berufs- und Privatleben unnötig erschwert wurde, tut uns leid. Grundsätzlich ermöglichen wir bei Aveniq ein hohes Mass an Flexibilität – sei es durch Homeoffice oder durch die Nutzung verschiedener Standorte. Natürlich hängt das immer auch von der jeweiligen Aufgabe und den betrieblichen Anforderungen ab. Viele unserer bestehenden und ehemaligen Mitarbeitenden schätzen diese Flexibilität sehr, was sich auch in den Rückmeldungen hier auf Kununu oder in der Mitarbeitenden-Umfrage widerspiegelt.

Wir bedauern, dass deine Entwicklung bei uns nicht deinen Erwartungen entsprochen hat. Der interne Bewerbungsprozess ist bei uns klar geregelt und für alle Mitarbeitenden im Intranet (Sharepoint) einsehbar.

Die angesprochenen Veränderungen im Unternehmen waren für viele eine herausfordernde Zeit. Wir verstehen, dass das zu Unsicherheit geführt hat. Gleichzeitig waren diese Schritte notwendig, um Aveniq langfristig gut aufzustellen.

Wir wünschen dir für deinen weiteren Weg – beruflich wie privat – alles Gute.

Beste Grüsse, Susanne

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.