Guter Einstieg, enttäuschendes Ende – leider keine Perspektive für interne Entwicklung
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre in meinem direkten Team war durchweg positiv. Wir waren ein gut aufgestelltes, technisch starkes Team mit klarer Rollenverteilung und gegenseitigem Vertrauen. Die Zusammenarbeit war kollegial, pragmatisch und von einem hohen fachlichen Anspruch geprägt. Die Arbeit selbst hat Freude gemacht und war oft von einer motivierten Grundhaltung begleitet.
Allerdings wurde die Stimmung im Unternehmen zunehmend durch Entscheidungen auf Managementebene belastet. Gerade in der Zeit vor der grossen Entlassungswelle war eine spürbare Verunsicherung vorhanden, die sich auch auf engagierte Teams ausgewirkt hat. Die fehlende Transparenz und der mangelnde Rückhalt von oben haben langfristig einen Schatten auf eine sonst funktionierende Teamdynamik geworfen.
Image
Das Image der Aveniq hat in letzter Zeit spürbar gelitten – insbesondere durch die grosse Entlassungswelle im Januar 2025 sowie die plötzliche Absetzung der Geschäftsführung kurz vor Weihnachten 2024. Solche Ereignisse bleiben öffentlich nicht unbemerkt. Eine einfache Google-Suche oder ein Blick in gängige KI-Tools reicht aus, um einen Eindruck davon zu bekommen.
Für viele potenzielle Bewerbende dürfte das ein klarer Unsicherheitsfaktor sein – für mich persönlich wäre das heute ein Grund, mich gegen eine Bewerbung zu entscheiden.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich gab es Homeoffice-Möglichkeiten, was positiv war. Allerdings wurde man regelmässig gezwungen, für bestimmte Tätigkeiten vor Ort nach Baden zu kommen – selbst wenn diese Aufgaben problemlos auch an anderen, näher gelegenen Standorten hätten erledigt werden können. Das war oft wenig nachvollziehbar und hat die Balance zwischen Berufs- und Privatleben unnötig erschwert.
Karriere/Weiterbildung
Die Karriereperspektiven wurden beim Einstieg bei Aveniq sehr positiv und motivierend dargestellt. Im HR-Gespräch wurde mir ein klarer Entwicklungspfad aufgezeigt – mit einer strukturierten Entscheidungsmöglichkeit zwischen einer technischen Expertenschiene und einer Führungslaufbahn. Für mich war von Anfang an klar, dass ich die Führungsschiene anstrebe. Mit meiner technischen Erfahrung und meinem bisherigen Werdegang hatte ich hierfür sowohl die fachliche als auch die zwischenmenschliche Grundlage.
Als intern eine Teamleiterstelle frei wurde, stellte sich jedoch heraus, dass es bei Aveniq keinen echten internen Bewerbungsprozess gibt. Ich musste mich wie ein externer Kandidat bewerben – über das reguläre Recruiting mit einstündigem Gespräch, ohne besondere Berücksichtigung meiner bisherigen Leistungen im Unternehmen. Trotz langjähriger Mitarbeit und klarer Führungserfahrung erhielt ich schliesslich eine Absage mit der Begründung, ich sei „nicht innovativ genug“ – man suche jemanden, der stärker managementorientiert sei.
Ironischerweise wurde danach ein sehr managementgetriebener Teamleiter eingestellt, der sich dann innerhalb weniger Monate als fachlich ungeeignet herausstellte
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war – gemessen am IT-Umfeld – im oberen Bereich angesiedelt und insgesamt fair. Auch die Benefits waren in Ordnung: insbesondere Beiträge zu Kindergartengebühren sowie weitere Sozialleistungen wurden angeboten. In Summe ein stimmiges Gesamtpaket.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Bereich Umweltbewusstsein sehe ich klare Schwächen. Mitarbeitende wurden teils gezwungen, für bestimmte Aufgaben zentral nach Baden zu kommen – auch wenn sie näher an anderen Standorten lebten und die Tätigkeiten dort genauso gut hätten ausführen können. Das führte zu unnötigen Pendelwegen mit entsprechendem CO2 Ausstoss. Eine flexible, nachhaltige Standortpolitik wäre hier deutlich zeitgemässer gewesen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im direkten Team war stark. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, fachlich wie menschlich gut harmoniert und auch in stressigen Phasen verlässlich zusammengearbeitet. Innerhalb des Teams war das Miteinander definitiv ein Pluspunkt.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleg:innen war durchweg respektvoll. Als jemand aus der jüngeren Generation habe ich die Zusammenarbeit als sehr angenehm und wertschätzend erlebt. Erfahrung wurde geschätzt, und das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt hat fachlich wie menschlich gut funktioniert.
Vorgesetztenverhalten
Zu Beginn hatte ich einen sehr kompetenten und menschlich starken Teamleiter – klare Kommunikation, Vertrauen und fachliches Verständnis prägten die Zusammenarbeit. Leider änderte sich das mit dem späteren Vorgesetzten deutlich: fehlende Nähe zum Team, wenig technisches Verständnis und unpassende Führung machten vieles mühsam. Insgesamt also durchwachsen – stark gestartet, aber mit deutlichem Absturz im weiteren Verlauf.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt in Ordnung. Infrastruktur und Ausstattung haben ihren Zweck erfüllt, auch wenn technisch nicht alles auf dem neuesten Stand war. Verbesserungswürdig war teilweise die Standortflexibilität – insbesondere, wenn Aufgaben ohne triftigen Grund zwingend vor Ort erledigt werden mussten.
Kommunikation
Im Team funktionierte die Kommunikation gut – direkt, lösungsorientiert und effizient. Auf Managementebene hingegen fehlte es oft an Transparenz. Wichtige Entscheidungen wurden nicht klar kommuniziert, und interne Prozesse – etwa bei Stellenbesetzungen – wirkten undurchsichtig und wenig nachvollziehbar.
Gleichberechtigung
Ich habe in diesem Bereich keine negativen Erfahrungen gemacht, kann aber auch nicht viel dazu sagen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst waren grundsätzlich interessant und technisch anspruchsvoll – besonders im operativen Alltag. Allerdings fehlte es an einem klaren Konzept für Weiterentwicklung, vor allem im Bereich Produktentwicklung. Man hatte oft das Gefühl, sich im Kreis zu drehen, ohne echten Fortschritt. Technologische Neuerungen wurden kaum verfolgt, was den Eindruck vermittelte, man arbeite dauerhaft im Legacy-Modus.

