Professionelles Chaos mit System
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Solange der Umsatz stimmt, ist alles in Ordnung – konstante Leistung wird als selbstverständlich betrachtet. Doch sobald die Zahlen zwei Monate unter dem Soll liegen, greift das Mikromanagement: Es werden private Umstände durchleuchtet und persönliche Gründe als Erklärung für die Leistung bemüht. Statt Unterstützung folgt Kontrolle. Diese Form von "Hobby-Psychologie" empfinde ich als unangemessen.
Arbeitsatmosphäre
Die dauerhaft hohe Belastung hinterliess sichtbare Spuren: In manchen Teams herrschte eine Atmosphäre ständiger Anspannung, bedingt durch eine Führung, die primär auf kurzfristige Umsatzsteigerung fokussiert war.
Kommunikation
Führungskommunikation war in der Regel kurzfristig, Entscheidungen erschienen intransparent und teils impulsiv getroffen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist bemerkenswert – vermutlich gestärkt durch eine Art Trauma-Bonding, ausgelöst durch das Management und die Vielzahl plötzlicher Freistellungen und Kündigungen
Work-Life-Balance
War bei mir in der Theorie gut. Solange man gute Zahlen hat.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten lässt sich mit einem Wort beschreiben: schlecht. Entscheidungen wirkten oft willkürlich, wurden rhetorisch verkleidet oder gar nicht erklärt. Hinzu kamen ständige Stimmungsschwankungen sowie ein fortlaufender Wechsel der Führungsstile – von autoritär bis laissez-faire, je nach Tagesform. Wöchentliche Teamsitzungen dauerten bis zu vier Stunden, ohne klare Ergebnisse. Viele Mitarbeitende waren sichtbar verunsichert, Orientierungslosigkeit war eher die Regel als die Ausnahme.
Interessante Aufgaben
Trotz wechselnder Rahmenbedingungen blieben die Aufgaben monoton und boten wenig Raum für Weiterentwicklung.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrene Kolleginnen und Kollegen gibt es kaum. Stattdessen setzt man lieber auf frisch Graduierte – vermutlich, weil sie noch keine Vergleichsmöglichkeiten haben und die internen Zustände daher für normal halten.
Gehalt/Benefits
Es gibt keinen 13. Monatslohn.
Image
Das Image ist schlecht.
Karriere/Weiterbildung
Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nicht.