Hinter den glänzenden Fassaden bröckelt es ein bisschen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Image und Aussicht :)
Dass man viele Abteilungen hat die eigentlich alles machen können von Blumen stecken zu Kühlschrank reparieren.
Das man mit modernen System arbeiten kann wie Shiji, ich kenne es von anderen Hotels dass man alte Systeme hat die langsam sind. Man lernt dazu.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es werden Probleme oft auf den Mitarbeitenden geschoben anstatt Sie an der Wurzel zu lösen. Wenn es dann immer noch nicht gelöst ist, kann man ja sagen dass es die Mitarbeitenden sind die die Anweisungen nicht befolgen, anstatt es besser zu organisieren.
Hier zwei exemplarische Beispiele:
Ich habe oft meine Uniform mit nach Hause genommen und selbst gewaschen, da ich sonst jeden Morgen ein Glücksspiel spielen muss, ob ich denn wirklich auch meine Uniform habe bei der Wäscheausgabe. Mal klappt es besser, mal schlechter. Dann wurde mir gesagt von meinem Vorgesetzten, dass man die Uniform nicht mehr mitnehmen darf.
Anstatt das Problem zu lösen, nämlich für eine anständige Wäscheausgabe zu sorgen mit genügend Material sucht man das Problem bei den Mitarbeitenden. Ich denke kein einziger Mitarbeitender wäscht seine Wäsche freiwillig zuhause auf seine eigenen Kosten!!
Dann wurde mir auch mal mitgeteilt dass man Essen nicht mehr aus der Mitarbeiterkantine mitnehmen darf. Das mache ich sowieso nicht, aber ich habe mir gedacht, dass das doch ein schlechter Witz ist. Wenn einzelne es übertreiben dann kann man die darauf ansprechen aber alle unter Generalverdacht zu stellen und so zu verbieten mit dieser Kommunikation finde ich nicht gut.
Man bekommt oft so Nachrichten mit, wo man sich nachher denkt dass man wirklich null gewertschätzt wird für die Arbeit wo man macht. Ich weiss nicht wie solche Gedanken entstehen, aber es zeigt dass teilweise doch eine gewisse "Abgehobenheit" besteht im Management.
Verbesserungsvorschläge
Nicht alles auf die Vorgesetzten abschieben und mehr Sachen zentral umsetzen für alle. Viele Sachen sind irgendwo in Richtlinien festgeschrieben, die Realität sind aber ganz anders aus.
Wenn es Probleme gibt, dass die Geschäftsleitung auch wirklich mal mit den "normalen" Mitarbeitenden spricht wie Sie es sehen und nicht nur mit Ihren Direktoren.
Bei grossen Investitionen und Beschaffungen fände ich es eine gute Idee wenn die Mitarbeitenden informiert sind und mitreden dürfen wenn es sie direkt betrifft. Dann wissen Sie auch was kommt und können sich damit identifizieren.
Arbeitsatmosphäre
Ein schönes Haus, und grundsätzlich eine angenehme Arbeitsatmosphäre in den Abteilungen selbst. Es wird auf die Work / Life Balance geachtet. Leider hört das auf, wenn es abteilungsübergreifend wird. Zwar hört man immer wieder dass man dem "Silodenken" entgegenwirken will, in der Realität sieht es aber ganz anders aus. Echte Massnahmen die gerade an den Vorgesetzten ansetzen und nicht an den Mitarbeitenden fehlen.
Image
Sehr gutes Image nach aussen, es war auch Hotel des Jahres mal in den letzten Jahren.
Work-Life-Balance
Es ist ein Hotelbetrieb, besonders wenn interne Events angesetzt werden zeitgleich mit bereits verkauften Events wird es sehr viel für alle. Warum so etwas nicht besser geplant wird, ist mir schleierhaft. Es wirkt teilweise überhastet geplant und wird dann auf dem Rücken der Mitarbeitenden die dann zahlreiche Überstunden leisten müssen ausgetragen. Ich habe mitbekommen wie besonders in den Restaurant-Abteilungen und auch in der Eventabteilung viel Überstunden gemacht werden in solchen Zeiten.
Karriere/Weiterbildung
Man kann in Absprache mit seinem Vorgesetzten Weiterbildungen teils oder vollständig finanzieren lassen. Im Gegenzug muss man sich verpflichten eine gewisse Dauer im Unternehmen zu verbleiben, das finde ich fair. Ich habe es aber nicht in Anspruch genommen.
Gehalt/Benefits
Gehälter sind wirklich tief. Das ist denke ich aber dem grundsätzlichen Geschäftsmodell geschuldet wo sehr viel Personal auch auf "Reserve" gehalten wird über das ganze Jahr hinweg. Wahrscheinlich sind die Personalkosten schon so hoch, dass Sie es sich nicht leisten können, durch die Bank angemessene Löhne zu zahlen.
Die, die sich für die Gäste richtig ins Zeugs legen werden aber wirklich nicht gut entlöhnt, wenn man im Vergleich die Büroetage anschaut. Die Mentalität dort ist auch mehr einfach nur abzuarbeiten und dann nach Hause zu gehen. Gewisse Büroabteilungen könnte man wahrscheinlich auch ganz outsourcen, ohne dass es ein Gast merken würde.
Was dazu kommt, bei mehr wie einem Jahr Zugehörigkeit kriegt man auch jährlich je nachdem einen Bonus an dem alle Mitarbeitende gleich beteiligt sind. Das kommt aber auf das Geschäftsergebnis an. Das finde ich fair.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Dolder rühmt sich damit, ausgezeichnet zu sein mit Earth Check und weiteren Nachhaltigkeitszertifikaten. Was ich gut finde, ist dass es interne Teams gibt wo man sich beteiligen kann mit Aktionen zur Nachhaltigkeit.
Meiner Erfahrung nach geraten die kommunizierten Nachhaltigkeitsziele im operativen Alltag teilweise in Konflikt mit hohen Gästewünschen. Beispielsweise werden mobile Klimageräte in Gästezimmern eingesetzt und auch ressourcenintensive Sonderwünsche erfüllt. Ich würde mir eine differenziertere Kommunikation darüber wünschen, wo die praktischen Grenzen der Nachhaltigkeit liegen.
Kollegenzusammenhalt
Man unternimmt was zusammen und unterstützt sich.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen bekommen Anerkennung, das Hotel hat eine Richtlinie mit der man nach einigen Jahren Betriebszugehörigkeit Benefits hat. Aber da muss man glaube ich schon eher 10+ Jahre da sein.
Vorgesetztenverhalten
Gut, die Vorgesetzten haben Schulungen aber es wird an langjährigen Prozessen festgehalten. Innovation ist schwierig. Es werden jährlich Gespräche durchgeführt mit einem Tool wo man auch seine Ziele und Feedback festhalten kann.
Arbeitsbedingungen
Viel Stress aber das Unternehmen schaut dass die Arbeitsplätze adäquat ausgestattet sind. Es gibt iPhones zur internen Kommunikation, für die Büroarbeitsplätze höhenverstellbare Tische.
Allerdings, und das muss ich in aller Deutlichkeit sagen hat das Dolder wohl einiges nachzuholen in Sachen Ausstattung in den Restaurant- und Eventabteilungen. Das Material ist alt und wird nicht, wie ich es aus anderen Häusern kenne im regelmässigen Turnus systematisch gewechselt / renoviert / nachgekauft von Seiten Geschäftsleitung als Auftrag. Es braucht für jede Erneuerung und Nachkauf eine Initiative der Vorgesetzten. Das führt zwangsläufig dazu dass Sachen auch einfach nicht vorhanden sind und Mitarbeitende viel Zeit damit verbringen Ihr Equipment zu suchen bevor sie überhaupt arbeiten können.
Ich habe gesehen wie bei mehreren Events Papierservietten statt Stoffservietten eingedeckt wurden weil das Material nicht vorhanden war. Das Problem wird anscheinend nicht erkannt auf Management Ebene.
Kommunikation
Ich finde, dass die Kommunikation gut war. Man wird als Mitarbeitender über Rundmails informiert und es gibt regelmässig Forum Meetings, in welchen auch informiert wird über Geschehnisse.
Aber es gibt auch viel negative Kommunikation was man nicht machen soll.
Interessante Aufgaben
Ich finde es gibt viele interessante und spannende Aufgaben.
