Gut am Arbeitgeber finde ich
KPT bietet auf der oberen Ebene, über meinem Bereich hinaus, viele exzellente Ansätze und eine positive Atmosphäre, die das Unternehmen auszeichnen. Leider sieht die Situation auf den unteren Ebenen ganz anders aus. Hier gibt es erhebliche Schwächen, die das Arbeitsumfeld beeinträchtigen und den ansonsten positiven Eindruck trüben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es ist wirklich schade, dass in all diesen Jahren viel zugesehen wurde, ohne dass Maßnahmen ergriffen wurden. Diese Untätigkeit hat dazu geführt, dass sich die Probleme immer weiter verschärft haben.
Verbesserungsvorschläge
Mein ehrlicher Rat wäre, sich auf die Führungskräfte zu konzentrieren, die dem Unternehmen schaden. Anstatt nur zuzusehen, wie immer mehr Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, sollte die KPT Maßnahmen ergreifen, um die Ursachen für diese Abwanderung zu identifizieren und zu beheben. Es ist entscheidend, dass die KPT die richtigen Veränderungen vornimmt, um ein Umfeld zu schaffen, in dem die Mitarbeiter bleiben und sich weiter engagieren können.
Arbeitsatmosphäre
Die ersten Jahre bei der KPT waren geprägt von einem gewissen Handlungsspielraum und Vertrauen – trotz der Freiheiten wurden sehr gute Resultate erzielt. Doch irgendwann entschied man sich intern für einen Kurswechsel: Kontrolle ersetzte Vertrauen, Misstrauen wurde zur Norm.
Die Führungskräfte waren nie wirklich kompetent, aber als sie begannen, ihre Inkompetenz aktiv durchzusetzen, verschlechterte sich das Arbeitsklima drastisch. Wer offen Kritik äußerte oder Verbesserungsvorschläge machte, musste mit negativen Reaktionen rechnen, was ein Klima der Verunsicherung schuf.
Mit der Zeit führte diese toxische Atmosphäre zu einer regelrechten Kündigungswelle – viele engagierte Mitarbeitende verließen das Unternehmen, weil sie ihre Gesundheit nicht weiter aufs Spiel setzen wollten. Die Führungsetage schaut bis heute tatenlos zu, während kompetente Kolleg*innen zur Konkurrenz abwandern und unfähige Vorgesetzte das Unternehmen weiter ins Negative führen.
Image
Die KPT hat sich über die Jahre ein gutes Image aufgebaut, das sie auch verdient hat. Doch dieser positive Eindruck könnte sich bald ändern. Wenn die Mitarbeiter, die direkten Kontakt mit den Kunden haben, nicht mehr wirklich hinter dem Unternehmen stehen, wird das von den Kunden schnell bemerkt. Leider zeichnet sich diese Entwicklung bereits ab, was sehr bedauerlich ist.
Work-Life-Balance
Gerade im Verkauf war die Work-Life-Balance früher ein grosser Pluspunkt – auch bei der KPT. Flexibilität und Selbstorganisation wurden geschätzt und ermöglichten ein gesundes Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben.
Doch mit der Zeit veränderte sich das Klima. Getrieben von Misstrauen und ständigen Unterstellungen seitens der Führung, man würde „zu wenig leisten“, wurde die Atmosphäre zunehmend belastend. Diese ständige Kontrolle und der Druck haben das Arbeitsumfeld massiv verschlechtert – ohne dass dies zu besseren Ergebnissen geführt hätte. Im Gegenteil: Die negativen Auswirkungen auf Motivation und Leistung wurden offenbar nicht erkannt oder ignoriert.
Karriere/Weiterbildung
In all den Jahren, zumindest in meinem Team, habe ich niemanden erlebt, der wirklich unterstützt wurde – abgesehen von denen, die gezwungen waren, das VBV zu absolvieren. Wie soll man sich in so einem Umfeld weiterentwickeln, wenn selbst die Vorgesetzten einem suggerieren, dass niemand lange im Unternehmen bleiben wird? Diese Haltung führt zu einem Mangel an Engagement und der Unfähigkeit, langfristige Ziele zu verfolgen.
Gehalt/Benefits
Wer in der Verkaufsabteilung arbeitet, tut das in der Regel auch wegen der Möglichkeit, durch Provisionen überdurchschnittlich zu verdienen. Leider war genau das bei der KPT immer wieder ein Problem: Die Provisionsabrechnungen waren häufig fehlerhaft – und das nicht ausnahmsweise, sondern systembedingt. Man musste Monat für Monat hinter den eigenen, korrekt verdienten Beträgen herlaufen, weil Prozesse nie wirklich sauber funktionierten oder nachhaltig verbessert wurden. Das hat viel Vertrauen gekostet.
Die zusätzliche Sternbewertung gebe ich trotzdem, denn die KPT ist grundsätzlich kein schlechter Arbeitgeber – das eigentliche Problem liegt jedoch bei den inkompetenten Vorgesetzten, die ihre Arbeit nicht mit der nötigen Professionalität und Ernsthaftigkeit ausführen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gab eine Zeit, in der entschieden wurde, dass es eine gute Idee sei, 400-600 km pro Woche zu pendeln, um ins Büro zu kommen – um dort genau die gleichen Aufgaben zu erledigen, die man auch sonst immer zuhause erledigen konnte. Eine plausible Erklärung für diese Entscheidung gab es nie. Es ist ein trauriger Widerspruch, wenn man gleichzeitig den Kunden erzählt, dass man auf das Ziel hinarbeitet, „impact zero“ für die Umwelt zu erreichen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kolleg*innen hängt stark vom jeweiligen Team oder Bereich ab. In manchen Abteilungen funktioniert er gut, doch insbesondere im Verkaufsbereich ist das Gegenteil der Fall.
Bei der KPT ist es offensichtlich – und wird auch kaum kaschiert –, dass gewisse Mitarbeitende bevorzugt behandelt werden. Besonders im Vertrieb fällt die extreme Diskrepanz bei den Produktionszahlen auf: Während einige konstant geringe Resultate erzielen, scheinen andere – auf teils unerklärliche Weise – sieben- bis achtmal so viel zu „produzieren“. Solche Unterschiede werfen Fragen auf und fördern kein faires oder kollegiales Arbeitsklima.
Umgang mit älteren Kollegen
Dazu kann ich nicht allzu viel sagen, da die meisten Mitarbeitenden eher jünger sind. Der Umgang mit älteren Kolleg*innen wirkt nach aussen respektvoll, doch manchmal hatte ich das Gefühl, dass ihre Erfahrung intern nicht immer wirklich genutzt oder geschätzt wird. Es bleibt der Eindruck, dass man eher auf neue, schnelle Lösungen setzt als auf langjährige Kompetenz.
Vorgesetztenverhalten
Es fällt schwer, eine faire Bewertung abzugeben, wenn man auf Führungskräfte trifft, die in keinem Moment wirklich unterstützen konnten – weder fachlich noch menschlich. Ihre Rolle beschränkte sich im Wesentlichen darauf, monatlich vorzulesen, was „gut“ oder „schlecht“ gelaufen ist.
Doch braucht es dafür wirklich eine Führungskraft? Wer Führung auf Kontrolle, Druck und oberflächliches Feedback reduziert, verkennt ihre eigentliche Aufgabe: Mitarbeitende zu fördern, zu begleiten und gemeinsam Ziele zu erreichen. Diese grundlegende Kompetenz war bei den meisten Vorgesetzten leider nicht erkennbar.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen haben sich während meiner Zeit bei der KPT mehrfach verändert – leider fast nie zum Vorteil der Mitarbeitenden. Strukturen wurden verschärft, Freiheiten eingeschränkt und der Druck erhöht. Verbesserungen, die den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtert hätten, blieben weitgehend aus.
Kommunikation
Kommunikation wurde bei der KPT schon früh durch ein einfaches „Es wird gemacht, wie ich es sage“ ersetzt. Zwar wird in Meetings oder Umfragen oft der Eindruck erweckt, dass Mitarbeitende ihre Meinung oder Verbesserungsvorschläge einbringen können – in der Praxis bleiben diese jedoch weitgehend unbeachtet.
Die Stimme der Mitarbeitenden hat kaum Gewicht. Vorschläge aus der Belegschaft finden selten Gehör, und Entscheidungen werden einseitig von oben getroffen – unabhängig von ihrer Sinnhaftigkeit oder Umsetzbarkeit. Ein echter, respektvoller Dialog auf Augenhöhe findet nicht statt.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war bei der KPT mehr ein Schlagwort als gelebte Realität – besonders im Verkaufsbereich. Der wohl entscheidendste Faktor für den Erfolg eines Verkäufers sind die Leads, also die Kundendaten und Anfragen, die man bearbeiten darf. Diese wurden jedoch alles andere als fair verteilt.
Wer zufällig in einer „schwachen“ Region arbeitete oder weniger Leads erhielt, hatte kaum eine Chance, dieselbe Leistung zu erbringen wie andere – unabhängig von Engagement oder Fähigkeiten. Trotz wiederholter Hinweise auf diese systematische Benachteiligung blieb jegliche Reaktion aus. Die Verteilung der Leads entschied letztlich über Erfolg oder Misserfolg – und damit auch über Anerkennung, Druck oder gar Zukunft im Unternehmen.
Interessante Aufgaben
Der Reiz der Verkaufsarbeit liegt oft in der selbstständigen Organisation: Man kann sich die Zeit einteilen, eigene Prioritäten setzen und im direkten Kundenkontakt aktiv gestalten. Auch bei der KPT war das anfangs ein grosser Vorteil.
Leider entwickelte sich das Aufgabenprofil mit der Zeit stark zurück. Der Vertriebsjob wurde schrittweise zu einer fast reinen Callcenter-Tätigkeit – rund 95 % der Arbeit bestanden nur noch aus standardisierten Telefonaten. Der Gestaltungsfreiraum und die inhaltliche Abwechslung gingen dabei weitgehend verloren. Was einst motivierend war, wurde zunehmend monoton und uninteressant.