Gutes Unternehmen mit Verbesserungspotenzial in der Führung
Verbesserungsvorschläge
Die Führung in der Logistik sollte stärker darauf achten, alle Mitarbeitenden fair und gleich zu behandeln. Kritik und Probleme sollten ernst genommen und gemeinsam Lösungen gesucht werden, anstatt zusätzlichen Druck aufzubauen. Auch die Einsatzplanung sollte besser auf die Stärken und Belastungsgrenzen der einzelnen Mitarbeitenden abgestimmt werden. Gute Leistungen sollten anerkannt werden, unabhängig davon, wie eng das persönliche Verhältnis zur Führungskraft ist.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphare war teilweise von Kontrolle und Misstrauen geprägt. Einige Mitarbeitende wollten bei der Führungskraft besonders gut dastehen und gaben negative Aussagen oder Situationen weiter.
Dadurch entstand zusätzlicher Druck.
Gleichzeitig wurde haufig mehr erwartet, als ursprünglich vereinbart war. Wenn man selbst Unterstützung oder eine Lösung für ein Problem benötigte, hatte man teilweise das Gefühl, nicht ernst genommen oder ignoriert zu werden.
Image
Nach außen macht das Unternehmen grund-satzlich einen guten Eindruck. Meine Kritik bezieht sich jedoch vor allem auf die Logistik und die dortige Führungssituation.
Die Logistik ist fachlich und organisatorisch grundsätzlich stark aufgestellt, allerdings hängt die tatsächliche Arbeitsatmosphäre sehr stark von den jeweiligen Vorgesetzten ab. In anderen Abteilungen mit guter Führung scheint diese Problematik deutlich weniger ausgeprägt zu sein.
Karriere/Weiterbildung
Entwicklungsmöglichkeiten wurden zwar angesprochen, in der Praxis hatte ich jedoch den Eindruck, dass nicht alle Mitarbeitenden die gleichen Chancen erhielten. Wer bei den Vorgesetzten einen besonders guten Stand hatte, wurde eher berücksichtigt. Dadurch entstand für andere Mitarbeitende das Gefühl, kaum Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu haben. Positiv ist, dass sich die personelle Situation inzwischen teilweise verändert hat und einige gut " 1itarbeitende geblieben sind.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wurde intern häufig als sehr gut dargestellt, teilweise mit der Aussage, dass andere Unternehmen kaum mehr bezahlen würden. Aus meiner Erfahrung entsprach das nicht vollständig der Realität. Gerade in der Logistik ist das Arbeitspensum hoch und die Anforderungen sind teilweise deutlich größer als in vergleichbaren Betrieben. Aus meiner Sicht spiegelt sich diese zusätzliche Belastung nicht ausreichend im Lohn wider.
Die angebotenen Benefits sind grundsätzlich umfangreich und positiv zu bewerten. Allerdings bringen diese nicht jedem Mitarbeitenden den gleichen Mehrwert. Wenn man gewisse Benefits persönlich nicht nutzt oder benötigt, gleicht dies aus meiner Sicht einen im Vergleich zur Arbeitsbelastung eher tiefen Lohn nicht aus.
Kollegenzusammenhalt
Es gab eher einzelne Gruppen, die gut zusam menhielten, da nicht alle Mitarbeitenden gleich gut miteinander arbeiten konnten.
Mit dem Beginn des stellvertretenden Chefs wurde die personelle Situation zusätzlich schwieriger. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass einzelne bevorzugte Mitarbeitende mehr Unterstut-zung und Vorteile erhielten als andere.
Vorgesetztenverhalten
Die Stimmung unter den Mitarbeitenden war häufig angespannt und von Unzufriedenheit geprägt. Ein Grund dafür war aus meiner Sicht, dass die Führungskraft den von oben kommenden Druck sehr stark an die Mitarbeitenden weitergegeben und die allgemeine Situation häufig negativ dargestellt hat.
Arbeitsbedingungen
Mit der Zeit wurde aus meiner Sicht immer mehr verlangt, teilweise auch über das hinaus, was ursprünglich vereinbart oder im Arbeitsvertrag vorgesehen war. Wenn man diese zusätzlichen Anforderungen angesprochen oder hinterfragt hat, hatte man teilweise den Eindruck, dass dies negative Konsequenzen hatte.
Kommunikation
Unter den Kolleginnen und Kollegen war die Kommunikation grundsätzlich gut.
Trotzdem musste man teilweise sehr darauf achten, was man sagte, da Aussagen an die Führungskraft weitergetragen wurden.
Einzelne Mitarbeitende wurden dadurch bei Sitzungen vor anderen thematisiert oder bloßgestellt. Das hat eine offene Kommunikation erschwert.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht wurden nicht alle Mitarbeitenden gleich behandelt. Einzelne Personen hatten deutlich mehr Vorteile und wurden bevorzugt. Gleichzeitig gab es unterschiedlich starke Mitarbeitende, was bei der Einsatz- und Personalplanung aus meiner Sicht nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Dadurch mussten andere regelmäßig zusätzliche Arbeit übernehmen, aufräumen oder Aufgaben auffangen, was zunehmend als selbstverstandlich angesehen wurde.
Interessante Aufgaben
Mitarbeitende wurden teilweise zu bestimmte Aufgaben gedrängt, obwohl sie mehrfach angesprochen hatten, dass diese Situation für sie nicht passend war. Schade fand ich, dass trotz wiederholter Rückmeldungen kaum gemeinsam nach Lösungen oder Alternativen gesucht wurde.