Ein Arbeitgeber mit Potenzial, der an seiner Führungskultur scheitert
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Grundidee und Philosophie des ACE („Arbeitszeitsouveränität“, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, moderne Arbeitswelt) sind auf dem Papier sehr fortschrittlich.
Einige Kolleg:innen im Team sind engagiert, hilfsbereit und versuchen, trotz der Umstände ein angenehmes Miteinander zu schaffen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang meiner beiden direkten Vorgesetzten war geprägt von Misstrauen, fehlender Wertschätzung und einer Kommunikation, die mehr auf Kontrolle als auf Miteinander setzte. Nach vielen Jahren im Unternehmen wurde ich behandelt, als zähle Erfahrung und Loyalität nichts mehr – am Ende stand kein Gespräch auf Augenhöhe, sondern eine Entscheidung, die längst gefallen war. Sicher habe auch ich nicht in jeder Situation alles richtig gemacht, aber wer offen, ehrlich und engagiert arbeitet, sollte nicht dafür bestraft werden, dass er Missstände anspricht.
Trotz sehr guter Leistungsbeurteilungen (Note 1,5–2) spielt dies keinerlei Rolle, wenn es um Förderung oder Weiterentwicklung geht – Weiterbildung gilt als Privatsache und Eigeninitiative wird eher kritisch beäugt als geschätzt. Im Unternehmen herrscht eine Kultur, in der Loyalität nur so lange zählt, wie man widerspruchslos funktioniert. Kritik, Verbesserungsvorschläge oder neue Ideen werden schnell als Angriff verstanden. Die offiziell betonte Offenheit und Wertschätzung stehen im starken Gegensatz zur Realität: Entscheidungen werden von oben herab getroffen, Informationen selektiv weitergegeben und Verantwortung nach unten delegiert. Das führt zu einer Atmosphäre aus Angst, Rückzug und Resignation – statt zu echter Zusammenarbeit.
Verbesserungsvorschläge
Nicht nur die Führungsebene sollte gefördert und weitergebildet werden. Wenn man neue Ideen und Konzepte wirklich umsetzen möchte, braucht man eine Belegschaft, die das nötige Know-how und die fachliche Unterstützung erhält. Weiterbildung darf kein Privileg der Führungskräfte sein, sondern sollte als Investition in alle Mitarbeitenden verstanden werden – nur so kann sich eine Organisation wirklich weiterentwickeln.
Arbeitsatmosphäre
Zwischen ehrlichem Engagement einiger Kolleg:innen und der Angst, „anzuecken“. Laut Außendarstellung modern und sozial, intern oft von Kontrolle, Misstrauen und Druck geprägt. Entscheidungen werden häufig nach Sympathie statt Kompetenz getroffen.
Work-Life-Balance
Theoretisch sehr gut (flexible Arbeitszeiten, Homeoffice), praktisch aber abhängig vom Wohlwollen einzelner Führungskräfte.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Sozialleistungen beim ACE sind sehr gut! Diese findet man so nur selten bei einem anderen Arbeitgeber
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung wird als „Privatsache“ abgetan, obwohl das Unternehmen offiziell mit Entwicklungschancen wirbt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter der Belegschaft ist hoch. Unzufriedenheit und Unsicherheit schweißt zusammen.
Vorgesetztenverhalten
Die gelebte Führungskultur steht im starken Widerspruch zu den offiziell propagierten Werten. Themen wie Wertschätzung, Vertrauen oder offene Kommunikation existieren oft nur als Schlagworte. Kritik oder eigene Meinungen werden schnell als Widerstand oder Illoyalität ausgelegt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen wirken nach außen modern, sind intern jedoch von Misstrauen und Kontrolle geprägt. Homeoffice und Flexibilität hängen stark vom jeweiligen Vorgesetzten ab. Transparenz, Vertrauen und Fairness bleiben oft auf der Strecke.
Kommunikation
Nach oben schwierig. Informationen werden gefiltert oder spät weitergegeben, offene Gespräche selten auf Augenhöhe geführt.
Gehalt/Benefits
Tarifgebunden. Hat Vor-und Nachteile.

