Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wie bereits in den anderen Punkten beschrieben, mangelt es an Struktur, fairer Vergütung, motivierten Ausbildern, einer guten Arbeitsatmosphäre und angemessenen Arbeitsbedingungen. Viele der Schwächen wirken sich negativ auf die Ausbildung und das Arbeitsklima aus.
Verbesserungsvorschläge
Überarbeitung der Firmenpolitik: Mehr Struktur und klare Zuständigkeiten schaffen, damit Arbeitsabläufe reibungsloser funktionieren.
Arbeitsbedingungen wettbewerbsfähig gestalten: Faire und marktübliche Vergütung anbieten, um Motivation und Mitarbeiterbindung zu stärken.
Urlaubstage erhöhen: Anpassung auf mindestens 30 Urlaubstage, wie es in den meisten Unternehmen inzwischen Standard ist, um die Work-Life-Balance zu verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Niedriges Grundklima: Die Stimmung ist überwiegend gedrückt; nur 24 Urlaubstage pro Jahr sorgen zusätzlich für Frust.
Gerüchte & Lästereien: Kolleg:innen reden häufig hinter dem Rücken anderer, stellen Behauptungen auf, die nie geäußert wurden, und schaffen damit Misstrauen statt Teamgeist.
Allgegenwärtiger Unmut: In privaten Gesprächen teilen viele offen ihre Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber – dies überträgt sich spürbar auf den Arbeitsalltag.
Gesamturteil Arbeitsatmosphäre: 6 (ungenügend) – Das Klima ist belastend und demotivierend, für ein produktives Arbeiten nicht geeignet.
Karrierechancen
Begrenzte Perspektiven: Interne Aufstiegsmöglichkeiten oder klar definierte Junior-/Senior-Stufen existieren kaum.
Sprungbrett-Mentalität: Viele Mitarbeitende bleiben nur 1–2 Jahre, um anschließend zu besser bezahlten Firmen zu wechseln – ein gängiger Weg, da Gehaltsentwicklungen hier stagnieren.
Fehlende Entwicklungspläne: Individuelle Karrieregespräche oder strukturierte Weiterbildungspfade werden nicht angeboten.
Gesamturteil Karrierechancen: 4–5 (ausreichend bis mangelhaft) – wer langfristig wachsen möchte, findet hier wenig Perspektive und setzt daher häufig auf einen Wechsel.
Arbeitszeiten
Gleitzeit mit Einschränkungen: Die Kernarbeitszeit liegt von 8:30 bis 16:30 Uhr, sodass man zwar flexibel starten kann, aber innerhalb eines festen Rahmens arbeiten muss.
Ungünstige Überstundenregelung: Überstunden werden erst ab 15 Minuten anerkannt; kürzere Mehrzeiten, z. B. 10 Minuten, verfallen einfach.
Überstundenverfall: Über 10 Stunden angesammelte Überstunden verfallen, wenn sie nicht vor Monatsende abgebaut werden – eine Praxis, die ich bei keinem anderen Arbeitgeber erlebt habe.
Eingeschränkte Flexibilität: Diese Regeln schränken die tatsächliche Flexibilität der Arbeitszeit stark ein und können frustrierend sein.
Gesamturteil Arbeitszeiten: 4 (ausreichend) – Grundsätzlich mit Gleitzeit, aber starre und wenig faire Überstundenregelungen.
Ausbildungsvergütung
Sehr niedrige Vergütung: Die Ausbildungsvergütung zählt zu den niedrigsten im gesamten Jahrgang an der BBS.
Unverhältnismäßig gering: Das Gehalt steht in keinem angemessenen Verhältnis zur Arbeitsbelastung und den Erwartungen.
Gesamturteil Ausbildungsvergütung: 6 (ungenügend) – Die Bezahlung ist nicht fair und entspricht nicht dem Aufwand der Ausbildung.
Die Ausbilder
Ständig wechselnde Zuständigkeit: Fast täglich steht eine andere Person als Ausbilder:in auf dem Plan, wodurch keine kontinuierliche Betreuung möglich ist.
Antworten lassen auf sich warten: Fachfragen sammelt man oft; Rückmeldungen kommen spät oder gar nicht, was den Lernfortschritt deutlich bremst.
Geringe Motivation spürbar: Mehrere Ausbilder:innen wirken lustlos, erledigen nur das absolut Notwendige – einige haben bereits gekündigt und zeigen kaum Engagement.
Gesamturteil für die Ausbilder: 5 (mangelhaft) – Kontinuität, Unterstützung und Motivation fehlen nahezu komplett.
Spaßfaktor
Kaum positive Dynamik: Der Alltag wirkt überwiegend monoton und von Zeitdruck geprägt, sodass echte Freude an der Arbeit selten aufkommt.
Lichtblicke durch Einzelne: Wenige nette Kolleg:innen sorgen gelegentlich für humorvolle Momente – diese bleiben jedoch Ausnahmen und können die grundlegend angespannte Stimmung nicht tragen.
Gesamturteil für den Spaßfaktor: 4 – ausreichend/mangelhaft – einzelne kollegiale Inseln, aber insgesamt wenig Motivation oder gemeinsame Freude.
Aufgaben/Tätigkeiten
Selbststudium statt Anleitung: Die meisten Funktionen der Software musste ich mir eigenständig aus einem unvollständigen Handbuch zusammenreimen; strukturierte Einarbeitung oder begleitendes Coaching fehlten.
Abschieben ungeliebter Aufgaben: Häufig erhielt ich Tätigkeiten, die sonst niemand übernehmen wollte.
Fachfremde Arbeiten: Sogar Wäschereinigung und ähnliche Hilfsdienste wurden Azubis übertragen, obwohl sie keinerlei Zusammenhang mit der Fachausbildung haben.
Gesamturteil für Aufgaben & Tätigkeiten: 5 (mangelhaft) – fehlende fachliche Anleitung und zahlreiche fachfremde Aufgaben bremsen den Lernerfolg deutlich.