Dieser Arbeitgeber hat mir die Augen geöffnet – leider nicht positiv
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nur die gratis drinks.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Am schlimmsten finde ich die fehlende Wertschätzung. Man kann jeden Tag 100 % geben, Verantwortung übernehmen, zuverlässig sein und sich wirklich bemühen – am Ende hat man trotzdem das Gefühl, dass all das weder gesehen noch anerkannt wird. Einsatz wird schnell als selbstverständlich betrachtet, während Fehler oder Kleinigkeiten deutlich mehr Gewicht bekommen.
Besonders enttäuschend ist für mich, wie mit Menschen umgegangen wird. Loyalität scheint teilweise nur so lange etwas wert zu sein, wie sie dem Unternehmen gerade nützt. Menschlichkeit, ehrliche Anerkennung und Respekt habe ich an entscheidenden Stellen vermisst. Statt einem das Gefühl zu geben, gemeinsam an etwas zu arbeiten, entsteht eher der Eindruck, dass Mitarbeitende letztendlich austauschbar sind.
Auch die Diskrepanz zwischen dem, was einem gesagt wird, und dem, was tatsächlich passiert, finde ich erschreckend. Nach außen und in direkten Gesprächen wird vieles positiv dargestellt, während Entscheidungen und Gespräche hinter den Kulissen teilweise ein komplett anderes Bild vermitteln. Dadurch geht irgendwann jegliches Vertrauen verloren.
Wer viel leistet, bekommt nicht automatisch mehr Anerkennung oder bessere Möglichkeiten. Teilweise wirkt es eher so, als würden persönliche Sympathien und Zugehörigkeit zu bestimmten Kreisen mehr zählen als tatsächliche Leistung.
Dieser Job hat mir tatsächlich die Augen geöffnet, wie dreist und respektlos Menschen im beruflichen Umfeld miteinander umgehen können. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass man trotz vollem Einsatz am Ende mit so wenig Wertschätzung zurückbleiben kann. Für mich war diese Erfahrung vor allem eine Lektion darin, dass schöne Worte über Unternehmenskultur wenig bedeuten, wenn sie im täglichen Umgang nicht gelebt werden.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte dringend transparenter und ehrlicher mit seinen Mitarbeitenden umgehen. Die wahrgenommene Lieblingskultur sollte beendet werden – für alle sollten die gleichen Maßstäbe gelten, unabhängig davon, wie gut man persönlich mit bestimmten Personen steht.
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Mitarbeitenden und die fehlende Sicherheit. Selbst langjährige Mitarbeitende können gefühlt von heute auf morgen nicht mehr Teil des Unternehmens sein. Dadurch entsteht für mich eine regelrechte „Hire-and-Fire“-Mentalität und eine Atmosphäre, in der man nie wirklich weiß, woran man ist. Vertrauen und langfristige Bindung können so kaum entstehen.
Hinzu kommt, dass viele Probleme intern bekannt zu sein scheinen, aber kaum jemand sie offen anspricht. In Gesprächen wird häufig vermittelt, dass alles gut läuft, während hinter den Kulissen eine ganz andere Stimmung herrscht. Mehr offene Kommunikation, ehrliches Feedback und die Bereitschaft, Kritik tatsächlich anzunehmen, wären dringend notwendig.
Auch Versprechen rund um Weiterbildung, Entwicklung und Karriere sollten nicht nur ausgesprochen, sondern endlich mit konkreten Maßnahmen umgesetzt werden. Weniger schöne Worte und Außendarstellung, dafür mehr tatsächliche Veränderungen im Arbeitsalltag.
Insgesamt sollte die Führung stärker reflektieren, wie mit Mitarbeitenden umgegangen wird. Wertschätzung sollte sich nicht nur in Gesprächen oder Unternehmenswerten zeigen, sondern gerade dann, wenn es schwierig wird. Mitarbeitende sollten nicht das Gefühl bekommen, austauschbar zu sein oder ihre Meinung besser für sich zu behalten. Eine nachhaltige Verbesserung wäre aus meiner Sicht nur möglich, wenn Kritik nicht als Problem betrachtet wird, sondern als Anlass, die eigene Führungskultur ehrlich zu hinterfragen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist insgesamt angenehm. Allerdings hängt sie auch etwas davon ab, wo bzw. mit welchen Kolleg man zusammensitzt. Während der Umgang größtenteils freundlich und entspannt ist, wirken manche Kolleg teilweise etwas abgehoben.
Kommunikation
Die Kommunikation empfinde ich als sehr schlecht und wenig transparent. In persönlichen Gesprächen wird häufig vermittelt, dass alles gut läuft und keine Probleme bestehen. Hinter den Kulissen entsteht jedoch ein ganz anderes Bild: Es wird teilweise negativ über Kolleg oder Situationen gesprochen, anstatt Themen offen und direkt mit den betroffenen Personen anzusprechen. Dadurch wirkt die Kommunikation auf mich wenig ehrlich und vertrauensfördernd.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist vor allem innerhalb bereits bestehender Gruppen gut. Unter langjährigen Kolleg scheint ein enger Zusammenhalt zu bestehen. Neue Kolleg werden dagegen aus meiner Sicht nur schlecht in diese Gruppen integriert. Teilweise entsteht anfangs zwar der Eindruck, dass man offen aufgenommen wird, mit der Zeit wirkt diese Offenheit jedoch eher oberflächlich. Dadurch kann es für neue Mitarbeitende schwierig sein, wirklich Anschluss zu finden und sich als Teil des Teams zu fühlen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist für mich einer der wenigen wirklich positiven Punkte. Arbeitszeiten und Freizeit lassen sich insgesamt gut miteinander vereinbaren.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten empfinde ich als sehr enttäuschend. Vor allem die Kommunikation lässt stark zu wünschen übrig. Es fehlt an offener, ehrlicher und direkter Kommunikation, wodurch schnell Unsicherheit und Missverständnisse entstehen. Probleme werden aus meiner Sicht nicht transparent angesprochen und Entscheidungen teilweise nur unzureichend erklärt. Von Führungskräften würde ich mir deutlich mehr Klarheit, Wertschätzung und einen professionellen Umgang mit den Mitarbeitenden wünschen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben empfinde ich leider als wenig abwechslungsreich und größtenteils sehr monoton. Es gibt kaum neue Herausforderungen oder Möglichkeiten, sich mit interessanten Themen einzubringen. Auf Dauer fehlt dadurch die Abwechslung und Motivation.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung habe ich leider nicht erlebt. Es entsteht deutlich der Eindruck, dass bestimmte Mitarbeitende bevorzugt behandelt werden, während für andere andere Maßstäbe gelten. Diese wahrgenommene „Lieblingskultur“ empfinde ich als unfair und demotivierend. Eine nachvollziehbare und einheitliche Behandlung aller Mitarbeitenden wäre hier dringend wünschenswert.
Umgang mit älteren Kollegen
Da es im Unternehmen kaum ältere Kolleg gibt, kann ich diesen Punkt nicht wirklich beurteilen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt gut. Die Ausstattung ist modern und ausreichend, sodass man grundsätzlich alles hat, was man für die tägliche Arbeit benötigt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wird viel Wert auf Umwelt- und Sozialbewusstsein gelegt. Für mich wirkte das allerdings teilweise eher erzwungen und nicht wirklich authentisch. Es entstand der Eindruck, dass diese Themen vor allem positiv dargestellt werden sollen, ohne dass sie im Arbeitsalltag immer entsprechend gelebt werden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt meiner Einschätzung nach deutlich unter dem Marktdurchschnitt. Gerade im Verhältnis zu den Anforderungen und Aufgaben empfinde ich die Vergütung als nicht angemessen und sehe hier deutlichen Verbesserungsbedarf.
Image
Das Image des Unternehmens empfinde ich als eher negativ. Die Außendarstellung und die tatsächlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag passen für mich nicht wirklich zusammen. Nach außen wird vieles positiver dargestellt, als ich es intern erlebt habe.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung und Entwicklung werden ständig thematisiert und groß angekündigt, tatsächlich passiert jedoch so gut wie nichts. Es werden Erwartungen und Perspektiven geschaffen, ohne dass konkrete Maßnahmen oder echte Möglichkeiten folgen. Viel Gerede, wenig Umsetzung. Wer sich fachlich oder persönlich weiterentwickeln möchte, sollte hier nicht zu viel erwarten.