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kununu Prüfprozess
2 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,3 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ihr Unternehmen?
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2 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,3 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Meditation während der Arbeitszeit, Teamzusammenhalt, Workation einmal jährlich, Teamevents, arbeitsfrei am eigenen Geburtstag.
Gehalt unter Marktwert, kreative Arbeit zur Fließbandproduktion degradiert, kein Weiterbildungsbudget eingeplant.
Ich bin als unbezahlter Praktikant eingestiegen – 4 Jahre später, mit Masterabschluss und 2.900 € brutto, war ich weg. Die Praktikanten blieben.
Wer eine Hochleistungskultur mit 110% Einsatz etabliert, sollte auch 110% zahlen und die Warnsignale der Mitarbeiter frühzeitig ernst nehmen. Und nicht erst dann reagieren, wenn es zu spät ist. Ein proaktives Gespräch über veränderte Rahmenbedingungen und kreative Erschöpfung wäre deutlich konstruktiver als eine Arbeitsatmosphäre, in der sich das Gefühl einschleicht, ohnehin nicht mehr gewollt zu sein.
Bewerber für die Online-Redaktion sollten wissen: Es gibt unbezahlte Vollzeitpraktika für Studenten und Absolventen. Ich selbst habe diesen Weg als Masterstudent genommen und bin erfolgreich vom Praktikanten zum Redakteur übernommen worden.
Faire Bezahlung und kreative Entfaltung sucht man meiner Erfahrung nach vergeblich – die strukturellen Probleme scheinen hier kein Einzelfall zu sein.
Mein Vertrauen wurde zum Ende hin massiv erschüttert. Mir wurde sinngemäß kommuniziert, dass meine Arbeitsleistung der letzten Monate genauer beobachtet worden sei – und mir nahegelegt, zu gehen, falls ich keinen Spaß mehr hätte. Ein offenes Gespräch dazu hatte es vorher nicht gegeben. Das hinterließ bei mir das Gefühl, dass Vertrauen hier vor allem nach außen kommuniziert wird, intern aber eher Kontrolle herrschte. Ironischerweise trägt der Firmenname das lateinische Wort „videre" in sich, was eigentlich für Weitblick und Vertrauen stehen soll – nach innen offenbar weniger.
Der Außenauftritt und die interne Realität – insbesondere bei Gehalt und Entwicklung – standen für mich in einem kaum erklärbaren Widerspruch. Benefits wie Meditation, Workation und Teamevents waren angenehm – sie konnten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bei den wesentlichen Faktoren strukturell haperte. Wer nach außen Vertrauen und Qualität verkauft, sollte beides auch nach innen leben – nicht nur gegenüber der Kundschaft. Dass innerhalb kurzer Zeit auffällig viele Mitarbeiter gleichzeitig gingen, passte für mich in dieses Bild.
Beim Abschied entstand zudem der Eindruck, dass die Online-Redaktion verstärkt auf kostengünstigere Strukturen – u. a. unbezahlte Vollzeitpraktika ausgerichtet wurde, um sowohl interne als auch spezifische Kundentexte abzudecken. Dieses Bild zeigte sich auch schon während meiner eigenen Zeit als Praktikant – nur damals noch ohne KI-Einsatz.
38,5-Stunden-Woche, keine Überstunden. Das tägliche Meditationsangebot von 30 Minuten während der Arbeitszeit und die Gleitzeitregelung waren echte Pluspunkte, die ich von Anfang an sehr geschätzt habe.
Eine Fortbildung in vier Jahren. Nach meiner Erinnerung gelegentlich Billigkurse für unter 20 Euro, deren Zertifikat nicht einmal allen Teilnehmenden ausgestellt wurde, und Hubspot-Zertifikate, die jeder im Internet kostenlos ablegen kann.
Ein Weiterbildungsbudget wurde mir gegenüber nie erwähnt. In einem Unternehmen, das High-Performance will, wirkt das nicht wie eine Investition in Menschen, sondern wie ein Posten, der möglichst klein gehalten wird.
Wer nicht in Menschen investiert, verliert sie – oder ersetzt sie.
Gehaltsverhandlungen gestalteten sich als zäh. Nach vier Jahren, einem Masterabschluss in Germanistik und einer Spezialisierung auf umsatzrelevante Kundentexte lag mein Bruttogehalt bei 2.900 € – das entspricht in etwa dem Einstiegsgehalt vieler Bachelor-Absolventen ohne Berufserfahrung. Einstieg 2021 bei 2.400 € brutto.
Trotz sehr guter Beurteilung durch das Unternehmen blieb das Gehalt meiner Meinung nach zu keinem Zeitpunkt marktgerecht. Im dritten Jahr wurde mir gegenüber sinngemäß kommuniziert, das Deutschlandticket sei als Ausgleich für eine Gehaltserhöhung zu verstehen – eine Leistung, die dem Arbeitgeber nach meiner Ansicht weniger kostete als eine echte Erhöhung. Ein weiteres Argument, das mir gegenüber geäußert wurde, war, dass meine Gehaltserhöhung automatisch alle anderen Gehälter anheben müsse (das sogenannte Gießkannenprinzip). Das empfand ich als direkten Widerspruch zu der gleichzeitig propagierten Hochleistungskultur, die individuelle Leistung betonen soll. Ich hatte das Gefühl, dass meine Gehaltserwartungen in Richtung persönliche Finanzplanung gelenkt wurden, inklusive einer konkreten Leseempfehlung.
Das Team habe ich überwiegend als harmonisch und menschlich auf einer Wellenlänge erlebt. Ich vermisse es sehr – auch wenn weitere Treffen nach dem Abgang leider nicht zustande kamen.
Das Team war durchgehend jung – Mitarbeiter über 40 gab es kaum. Das bedeutete strukturell, dass langjähriges Erfahrungswissen fehlte, das bei komplexen Themen und Kundenanforderungen wertvoll gewesen wäre. Ob das bewusste Strategie war oder eine etablierte Juniorisierung, kann ich nicht beurteilen – auffällig war es dennoch.
Es herrschte eine spürbare „110%-Leistungskultur". Ich habe nach meiner Einschätzung über mehrere Jahre zwischen 20 und 30 Texte pro Monat verfasst, noch vor der breiten Verfügbarkeit von KI-Tools, in einer Zeit, in der jeder Text individuell recherchiert und formuliert wurde. Nach der Einführung hochstandardisierter Prozesse veränderte sich das Arbeitsumfeld grundlegend – eine Entwicklung, die aus meiner Wahrnehmung maßgeblich von der oberen Führungsebene verantwortet wurde, ohne dass es dazu ein persönliches Gespräch gegeben hätte. Individuelle Gespräche zur aktuellen Leistung gab es auf Teamlead-Ebene – nicht darüber hinaus.
Das Basisequipment war vorhanden: Laptop, höhenverstellbare Schreibtische, Getränke. Solider Standard, nicht mehr und nicht weniger.
Im Redaktionsteam war die Kommunikation gut bis sehr gut. Je höher es in der Führungshierarchie ging, desto schwieriger und intransparenter fühlte sich der Austausch für mich persönlich an.
Mein Eindruck war, dass sich viele Kollegen gleichermaßen unterdurchschnittlich bezahlt fühlten. Die Gründe für punktuelle Unterschiede waren für mich nicht nachvollziehbar.
In den ersten Jahren war die Arbeit abwechslungsreich – Kundentexte für Unternehmen aus sehr unterschiedlichen und teils technisch anspruchsvollen Branchen. Mit zunehmender Standardisierung verschwand das. Was anfangs noch Redaktionsarbeit war, wurde zur Fließbandproduktion – dasselbe Schema in immer neuen Variationen, neue Themen blieben über einen sehr langen Zeitraum aus. Ich fühlte mich zunehmend ausgebrannt.
Der Umgangston war meist freundlich. Es gab eine Snackbar und einen Kaffeevollautomaten im Büro. Man konnte soweit flexibel von zuhause aus arbeiten.
- nicht eingehaltene Versprechungen
- den Vorwurf, ich hätte vor meiner Kündigung meine Kündigung ansprechen sollen (ich hatte nach mehr Gehalt und einer Veränderung gefragt und bin dazu nicht verpflichtet)
- unterschiedliche Gehälter
- fehlende Transparenz
- durch Fehler seinerseits gingen teilweise einige Tausend € verloren, was an den Mitarbeitern eingespart wurde
Bitte beim Ausstellen des Arbeitszeugnisses darauf achten, dass es einwandfrei ist, da ich es mehrfach zurückgeben musste. Auch wäre eine fairere Bezahlung mit Chance auf eine Gehaltserhöhung angebracht. Bitte nur das versprechen, was auch eingehalten werden kann. Auch die Wünsche und Ideen der Mitarbeiter sollten berücksichtigt werden.
Für mich waren es die Kollegen, die zu einer besseren Atmosphäre beigetragen haben. Ein paar sind gute Freunde geworden. Vertrauen war nur zwischen bestimmten Kollegen vorhanden.
Die Kundenzufriedenheit stand an erster Stelle, nicht jedoch die Mitarbeiterzufriedenheit…
In der Theorie betrugen die Arbeitszeiten 37,5 Stunden. In der Praxis sah das Ganze dann ein wenig anders aus, da jede Sekunde getrackt werden musste. Anfangs hieß es, man könne die Arbeitszeiten so legen, wie es persönlich am besten passt, solange man an den Meetings teilnimmt. Ebenfalls wurde gesagt, dass die Meditationsapp so oft verwendet werden kann, wie sie benötigt wird, um Stress abzubauen. Später wurden genau diese positiven Punkte wieder zurückgenommen. Da ich gegen Abend und nachts produktiver war, hatte ich hin und wieder auch später gearbeitet. Das war im Verlauf nicht mehr möglich. Ich hatte Urlaubstage, die zwar kurzfristig genommen werden konnten, aber nicht wochenlang am Stück, da das Pensum an Aufträgen sehr hoch war. Auch war die Anzahl der Urlaubstage unterdurchschnittlich. Im Laufe der Zeit wurden diese aufgestockt.
Mir wurde immer wieder eine Weiterbildung versprochen, die ich nie erhalten habe. Es gab nur die Möglichkeit Zertifikate in Hubspot zu erhalten. Es wurde einmal ein Kurs für alle Mitarbeiter gekauft, das Zertifikat wurde jedoch auf den Inhaber ausgestellt. Somit konnte ich meinen Bewerbungen nichts beilegen.
Mein Einstiegsgehalt mit einem Master war unterdurchschnittlich. Erst kurz vor meiner Kündigung bekam ich 100 € Brutto mehr Gehalt, und das nach langen Verhandlungen und der Bitte einem Nebenjob nachzugehen, da mir das Gehalt nicht ausreichte. Sozialleistungen gab es keine. Über Flurfunk habe ich erst nach Monaten erfahren, dass eine Fahrkarte vom Unternehmen finanziert wird. Die Gehälter kamen pünktlich, zu Weihnachten oder zum Geburtstag gab es nichts.
Ich meine, dass die Nüsse aus der Snackbar und der Kaffee aus fairem Handel stammen, kann es aber nicht mit Sicherheit sagen.
Die Kollegen, mit denen ich eng zusammengearbeitet habe, waren wirklich toll. Ich wurde sehr gut von einer Content Spezialistin und einer SEO-Managerin eingearbeitet. Ohne die beiden wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen.
Wir hatten ein junges Team, daher kann ich nur bedingt etwas zu älteren Kollegen sagen. Allerdings gab es einige Mitarbeiter, die auch nach langjähriger Betriebszugehörigkeit kaum besser verdient haben als Neuankömmlinge.
Ich hatte kein Mitspracherecht. Den Angestellten wurde stets versprochen nur noch unkomplizierte Kunden mit interessanten Themen anzunehmen. Im Verlauf stellte sich jedoch heraus, dass jeder Kunde angenommen wurde, war er noch so anstrengend. Am Ende hatte ich nur noch trockene Themen, von Waschmaschinen über juristische Themen und Schuldeneintreibung, bis hin zu Werkzeugen. Es wurden ständig Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten wurden (z. B. Fortbildungen, mehr Gehalt, weitere Benefits). Ich habe viele Kunden mit meinen Texten überzeugt („Dein Text entscheidet, ob wir den Kunden bekommen!“), aber nie eine Provision erhalten. Stattdessen habe ich erfahren, dass ich weniger Gehalt bekommen habe als Kollegen in der gleichen Position, obwohl ich bereits Berufserfahrung hatte. Auch wurde herumerzählt, dass ich viel mehr verdienen würde als alle anderen, wodurch Unmut zwischen den Kollegen entstand. Für mich war das Verhältnis zu „freundschaftlich“. Ich möchte meinen Arbeitskollegen und meinem Chef nicht in einer Runde im Meeting erzählen, was ich am Wochenende gemacht habe. Bei einem Fehler, der jedem hätte passieren können, wurde ich vor allen Kollegen an den Pranger gestellt
Ich war fast nur im Home Office. Ich hatte aber die Möglichkeit ins Büro zu gehen. Die Geräte waren nicht auf dem neuesten Stand, aber in Ordnung. Da während der Corona-Zeit kaum jemand das Büro besuchte, gab es immer genügend Platz und eine ruhige Atmosphäre. Leider hatte nicht jeder einen Schlüssel, um Zugang zum Büro zu haben. Irgendwann wurde das Büro allerdings ohne vorherige Rücksprache mit den Angestellten gekündigt.
Informationen wurden leider mehrfach nicht weitergegeben. Oft habe ich wichtige Details erst im Nachhinein oder durch Zufall erfahren. Zudem kam es mehrfach vor, dass Texte hochgeladen wurden, die von mir und vom Kunden noch nicht abgesegnet waren.
Bezüglich der Geschlechter konnte ich keinen Unterschied ausmachen. Mitarbeiter, die mit dem Chef befreundet waren, bekamen allerdings mehr Gehalt.
Mir wurden die Aufgaben immer zugewiesen, daher hatte ich wenig Einfluss auf die Themen. Die Content-Writer haben aber untereinander manchmal Themen getauscht, wenn es die Themenvergabe nicht gerecht war. Oft hatte ich allerdings doppelt so viele Aufgaben wie Kollegen in der gleichen Position.