Sind wir noch zu retten?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt kommt immer pünktlich. Mehr fällt mir nicht mehr ein und das ist traurig.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlechte Kommunikation
Keine erkennbare echte Strategie, die über ein Quartal hinaus geht
Die unnötigen Kabbeleien mit den Betriebsräten, die Zeit, Geld und Nerven kosten und ganz sicher nicht das Vertrauen und Betriebsklima verbessern.
Fehlende Kenntnisse oder der Unwille, Kenntnisse umzusetzen im Bereich Betriebspsychologie (wie schaffe ich ein Arbeitsumfeld, in dem die Belegschaft motiviert ist und gerne zur Arbeit kommt, was kann der AG tun, um den Krankenstand signifikant zu senken, wie profitiert die Firma durch vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den BRn, ...)
Verbesserungsvorschläge
Sinnvolle, ehrliche Kommunkation. Die Diskrepanz zwischen den Erfolgsmeldungen und dem tatsächlichen Auslastungsstand nervt uns gewaltig und viele befördern die Hurra-Mails ungelesen direkt in den Papierkorb.
Eine echte mittel- bis langfristige Strategie wäre toll, die auch überzeugt und unsere Kernkompetenzen mit einbezieht. KI ist ja shön und gut, aber wir brauchen dafür trotzdem noch Hardware wie Autos, Schiffe, Flugzeuge, ..., in die wir sie implementieren können. Noch können wir Karosserien und Interieur/Exterieur entwickeln, aber ich befürchte, dass sich in naher Zukunft unsere Mitbewerber darüber freuen werden, dass ein Anbieter weniger am Markt ist.
Möglicherweise ist das ja die Strategie, dass man kein Projektgeschäft mehr inhouse machen will und ganz auf Personaldienstleistungen setzt, aber dann sollte man uns das auch mal sagen.
Arbeitsatmosphäre
Abhängig von Projektleitung und Vorgesetzten. Manche scheinen ihre narzistische Persönlichkeitsstörung im Geschäft auszuleben (können alles wissen alles, machen niemals Fehler und Kritik ist Majestätsbeleidigung)
Unter Kollegen meist gut bis sehr gut.
Image
Obwohl viele "Arbeitgeber des Jahres"-"Trophäen" auf der Empfangstheke stehen, kann das kaum jemand nachvollziehen, zumindest an unserem Standort. Intern ist das Image kaum noch weiter absenkbar, extern bei Kunden sind wir nur noch in enigen Bereichen top.
Work-Life-Balance
Ist ganz ok, aber auch abhängig von Vorgesetzten.
Karriere/Weiterbildung
Man entlässt lieber Leute, statt sie weiter zu bilden und holt dann Externe für teilweise viel Geld, um die Lücken zu schliessen.
Da man nur noch von Quartal zu Quartal denkt, meidet man die Kosten für Fortbildung lieber, statt mittelfristig zu planen und die Belegschaft für die Zukunft fit zu machen.
Es gibt ein paar Onlineschulungen zum Thema KI, das man ganz hoch angesetzt hat, obwohl wir viele Jahre hinterher hinken und das niemals aufholen werden.
Gehalt/Benefits
In der Automobilbranche verdient man nach wie vor ganz gut, aber der Reallohnverlust macht trotzdem vielen zu schaffen. Seit zig Jahren hinken wir der Inflation hinterher.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nur, wenn man damit Kosten sparen oder kostenneutral das Image aufpolieren kann.
Kollegenzusammenhalt
Meistens ziemlich gut. Aber die aktuelle Situation führt zu Misstrauen und Konkurrenzkampf, wo man eigentlich gemeinsam an einem Strang ziehen sollte.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen kosten viel und sind häufiger Krank, das wiegt schwerer als Erfahrung und Expertise, weshalb sie öfter auf den Entlassungslisten stehen.
Vorgesetztenverhalten
Auf den unteren Ebenen (Teamleiter) von Angst geprägt, weshalb kaum mehr etwas abgefangen wird vom Gülleregen der oberen Ebenen.
Das hat leider an vielen Stellen dazu geführt, dass Mitarbeitende zu ehemals sehr guten Teamleitern nur noch wenig Vertrauen haben.
Arbeitsbedingungen
Der Standort Flugfeld ist eine Dauerbaustelle. In aller Regelmässigkeit gibt es Baulärm etc. Die Klimatisierung ist ein Dauerthema seit Bezug der Gebäude.
Großraumbüros haben immer einen gewissen Lärmpegel, der nur bedingt durch "Telefonzellen" verringert wird. Durch die Komprimierung der Arbeitsflächen bleibt kein Raum für z.B. Schalldämmende Zischenwände.
Laptops, Bildschirme, Handys sind größtenteils gut.
Das Konzept der "shared desks" stößt auf enig Gegenliebe bei der Belegschaft. Immerhin sind nun alle Tische höhenverstellbar.
Kommunikation
Katastrophal. Es ird mehr Wert auf "Hurra wir sind so toll"-Meldungen gelegt, als die Belegschaft gut und rechtzeitig über wirklich relevante Dinge zu informieren.
Gleichberechtigung
Wenig weibliche Führungskräfte, zumindest in den technischen Bereichen.
Interessante Aufgaben
Werden immer weniger, was auch daran liegt, dass wir durch massiven Personalabbau, Braindrain und Schliessung wichtiger Breiche Kundenanfragen nicht mehr bedienen können. Es ist schon so weit, dass Kunden uns gar nicht mehr in Betracht ziehen, weil das selbstverständlich kein Geheimnis bleibt.

