Viel Druck, keine Entwicklungmöglichkeiten
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich als sehr belastend und teilweise toxisch empfunden. Der Arbeitsalltag war stark von KPI-Druck, Stress und dem Gefühl geprägt, ständig noch mehr leisten zu müssen. Auch wenn die vorgegebenen Kennzahlen erreicht wurden, entstand nicht der Eindruck, dass damit ein Ziel erreicht war – vielmehr wurden die Erwartungen weiter nach oben geschraubt.
Eine offene Fehlerkultur habe ich nicht erlebt. Fehler wurden teilweise sehr stark kritisiert und auch vor versammelter Mannschaft angesprochen. Gleichzeitig gab es innerhalb des Teams Konflikte, die aus meiner Sicht nicht ausreichend aufgegriffen oder gelöst wurden. Nach außen wurde häufig vermittelt, dass alle an einem Strang ziehen, während intern durchaus Fingerpointing zu beobachten war.
Für mich hat das langfristig zu einer angespannten und wenig vertrauensvollen Arbeitsatmosphäre geführt.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich als wenig transparent und teilweise unzureichend empfunden. Gerade bei wichtigen unternehmensweiten Veränderungen hätte ich mir deutlich mehr Offenheit und frühzeitigere Informationen gewünscht.
Ein Beispiel waren geplante Entlassungen bzw. personelle Veränderungen im Unternehmen, über die die Mitarbeiter erst wenige Tage vorher informiert wurden. Dabei wurde zunächst lediglich kommuniziert, dass die eigene Abteilung nicht betroffen sei. Eine solche Kommunikation schafft aus meiner Sicht eher Unsicherheit als Vertrauen.
Auch im Arbeitsalltag hätte ich mir einen offeneren und konstruktiveren Austausch gewünscht.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war aus meiner Sicht schwierig. Es gab durchaus Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit gut funktioniert hat, allerdings wurde der Zusammenhalt durch den hohen Leistungsdruck und bestehende Konflikte im Team deutlich erschwert.
Teilweise entstand eher ein Gegeneinander als ein echtes Miteinander. Besonders das bereits angesprochene Fingerpointing bei Fehlern hat aus meiner Sicht dazu beigetragen, dass kein wirklich vertrauensvolles Teamgefühl entstehen konnte.
Work-Life-Balance
Je nachdem was man unter Work-Life-Balance versteht. Vertrauensarbeitszeit wird arbeitgeberfreundlich gelebt. D.h mal länger dableiben wird gerne gesehen, wenn man dann mal früher gehen muss, aufgrund eines privaten Termins, etc. - wird man jedes Mal darauf hingewiesen, dass man darauf achten soll, dass man auf seine Arbeitszeit kommen soll.
Also eigentlich eher Überstundenaufbau, ohne -Abbau.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich als einen der kritischeren Punkte empfunden. Aus meiner Sicht fehlte es teilweise an aktiver Führung, insbesondere bei Konflikten innerhalb des Teams. Probleme wurden nicht immer konsequent aufgegriffen und nachhaltig gelöst.
Gleichzeitig wurde hoher Leistungsdruck auf die Mitarbeiter ausgeübt. Kritik an Fehlern wurde teilweise sehr deutlich und auch vor anderen Mitarbeitern geäußert. Einen wertschätzenden und gleichzeitig konstruktiven Führungsstil habe ich daher nicht durchgehend erlebt.
Auch bei neuen Prozessen oder Veränderungen hätte ich mir mehr Eigeninitiative und Innovation seitens der Führung gewünscht. Stattdessen lag mein Eindruck häufig darin, dass vor allem von den Mitarbeitern mehr Leistung eingefordert wurde.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben in der Personaldienstleistung an sich können durchaus interessant sein, insbesondere wenn man gerne mit Menschen arbeitet, kommuniziert und verschiedene Situationen im Berufsalltag kennenlernt.
Allerdings empfand ich die Tätigkeit auf Dauer als wenig abwechslungsreich, was auch mit den stark KPI-orientierten Strukturen zusammenhing. Der Fokus lag aus meiner Sicht häufig stärker auf Kennzahlen und Leistungserbringung als auf einer nachhaltigen fachlichen Entwicklung oder darauf, neue und innovative Wege auszuprobieren.
Für jemanden, der einen strukturierten Einstieg in die Personaldienstleistung sucht, kann die Tätigkeit grundsätzlich geeignet sein. Wer allerdings Wert auf Abwechslung, Innovation und persönliche Weiterentwicklung legt, sollte sich vorher genau anschauen, welche Möglichkeiten tatsächlich geboten werden.
Gehalt/Benefits
Gehaltsaufstieg nur bei Erfüllung der angesetzten KPIs möglich, die aktuell jedoch auf so einer Basis angesetzt sind, dass es nicht möglich ist diese zu erreichen.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung habe ich als sehr begrenzt empfunden. Es gab aus meiner Sicht kaum klare Entwicklungsperspektiven, strukturierte Weiterbildungsangebote oder eine erkennbare Förderung der Mitarbeiter.
Auch ein möglicher Aufstieg schien nicht automatisch mit einer tatsächlichen fachlichen Weiterentwicklung oder neuen Perspektiven verbunden zu sein. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass man unabhängig von Engagement und Leistung auf einem ähnlichen Stand bleibt.
Für Berufseinsteiger kann die Tätigkeit grundsätzlich eine Möglichkeit sein, erste Erfahrungen in der Personaldienstleistung zu sammeln. Wer jedoch gezielt einen Arbeitgeber sucht, der langfristige Karrierechancen bietet, Mitarbeiter individuell fördert und persönliche sowie fachliche Entwicklung unterstützt, sollte sich meiner Erfahrung nach nach Alternativen umsehen.

