Die Balance stimmt nicht
Gut am Arbeitgeber finde ich
Starke Miteinander-Kultur unter den Kolleg:innen, abwechslungsreiche und spannende Aufgaben, fortschrittliche Nutzung von KI und gute Firmenfeiern.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schwache Büroausstattung, kaum Benefits bei hohen Erwartungen, fehlendes Vertrauen in die Mitarbeitenden sowie teilweise einseitige und intransparente Kommunikation seitens des Managements.
Verbesserungsvorschläge
Die Kolleg:innen bei wegweisenden Entscheidungen miteinbeziehen.
Anreize schaffen (z. B. durch gute Ausstattung und Benefits), um die freiwillige Büroanwesenheit zu fördern, statt auf Zwang zu setzen. Denjenigen, die sich für flexible Arbeit entscheiden, sollte mehr Vertrauen geschenkt werden.
Beteiligung am Unternehmenserfolg anstatt weiterer Einschränkungen.
Mitarbeitendenbefragungen effektiver nutzen, um Probleme zu identifizieren und konstruktive Lösungen zu erarbeiten.
Mehr in die Qualität der bestehenden Standorte investieren.
Das Potenzial der Teamleads nutzen und ihnen mehr Freiheit gewähren, zum Beispiel bei Gehalt und Anreizsetzung. Das entlastet das Top-Management und stärkt zugleich die Eigenverantwortung auf Teamebene.
Es wäre schön, wenn das Top-Management seine veralteten Ansichten zu Arbeitszeitmodellen und Kontrolle ablegen und mehr Verantwortung abgeben könnte. Vertrauen in Teamleads und Mitarbeitende fördert die Motivation und wirkt sich positiv auf das Ergebnis aus. Die Zahlen sprechen ja dafür.
Arbeitsatmosphäre
Im Allgemeinen ist die Atmosphäre sehr konstruktiv und alle arbeiten auf den Unternehmenserfolg hin, der als gemeinsamer Leitstern manifestiert wird.
Leider hat die Arbeitsatmosphäre mit der generellen Abschaffung des Homeoffice stark gelitten.
Image
Es entsteht manchmal der Eindruck, dass die Außendarstellung eine höhere Priorität genießt als das interne Arbeitsumfeld. Kommunikation und erlebte Realität gehen hier leider etwas auseinander.
Work-Life-Balance
Die Vertrauensarbeitszeit bietet ein gewisses Maß an Flexibilität, führt in der Praxis jedoch oft zu unbezahlten Überstunden, gerade rund um den Black Friday.
Vor diesem Hintergrund wiegt die Abschaffung des Homeoffice zum 01.01.2026 besonders schwer, da damit ein wichtiger Ausgleich für Mehrarbeit wegfällt. Die angestrebte Office-Kultur erweckt den Eindruck, sich primär an jene zu richten, die ihren Lebensmittelpunkt im Büro sehen, während für andere darin möglicherweise kein Raum mehr besteht.
Karriere/Weiterbildung
Zwar wird ein Weiterbildungsbudget zur Verfügung gestellt, doch mangelt es an proaktiver Förderung und klaren Entwicklungsperspektiven. Wer sich weiterbilden möchte, muss dies fast vollständig selbst in die Hand nehmen. Eine strategische Begleitung auf dem Karriereweg fehlt.
Kollegenzusammenhalt
Es wurde eine starke Miteinander-Kultur etabliert, die die größte Stärke des Unternehmens ist. Wie in jeder Organisation gibt es natürlich auch hier Spannungen zwischen den Teams, die jedoch noch gezielter angegangen werden könnten. Es gibt schließlich genug bewährte Möglichkeiten, wie moderierte Gespräche, Workshops oder Retros, um diese konstruktiv abzubauen.
Vorgesetztenverhalten
Die meisten Teamleads etablieren einen modernen Führungsstil, der sich sehr positiv auf Teamgefühl und Leistung auswirkt. Die Führung der Eigentümer ist hier vielschichtiger: Einerseits halten sie das Unternehmen gut zusammen und motivieren durch gemeinsame Ziele. Andererseits wirkt ihre Kommunikation oft sehr Top-Down und reicht in manchen Fällen bis ins Mikromanagement, was die Eigenverantwortung der Teams bremst.
Eine stärkere Orientierung am kooperativen Stil der Teamleads könnte hier eine noch bessere Balance schaffen.
Arbeitsbedingungen
Die schöne Gestaltung des Büros, die große Küche und eine Terrasse, auf der im Sommer manchmal gegrillt wird, sind klare Pluspunkte. Die ergonomische Ausstattung lässt jedoch zu wünschen übrig: Viele Stühle sind stark abgenutzt und höhenverstellbare Schreibtische nur vereinzelt zu finden. Modernes und ergonomisches Arbeiten geht anders. Bei den Meetingräumen zeigt sich ein durchwachsenes Bild – von gut ausgestattet bis unzureichend.
Die offene Raumgestaltung fördert zwar den Austausch im Team, erschwert durch den Lärmpegel aber konzentriertes Arbeiten, zumal echte Rückzugsorte für Stillarbeit fehlen. Diese Probleme werden durch die neue Homeoffice-Regelung zum 01.01.2026 weiter verschärft. Gleichzeitig müssen die Mitarbeitenden ihren oft deutlich besser eingerichteten Remote-Arbeitsplatz dagegen eintauschen.
Kommunikation
Die in der Unternehmensphilosophie festgeschriebene offene Kommunikation wird grundsätzlich gelebt, und in regelmäßigen Gemeinschaftsmeetings werden transparent Zahlen, Team- und Management-Updates geteilt.
Im starken Kontrast dazu stand jedoch die abrupte Abschaffung der Homeoffice-Regelung. Hier wurden die Mitarbeitenden nicht in die Entscheidung einbezogen und bis heute ist unklar, welche Ausnahmeregelungen es gibt und für wen sie gelten. Anstatt das Team für den gemeinsamen Erfolg zu belohnen, wurden ihm ohne erkennbare Not zur wichtigsten Saison des Jahres teils existenzielle Probleme aufgebürdet, wodurch das Vertrauen in die Unternehmensführung leider gelitten hat. Eine auf Anreizen basierende Lösung wäre einer plötzlichen Top-Down-Entscheidung vorzuziehen gewesen.
Positiv ist, dass regelmäßige Mitarbeitendenbefragungen stattfinden und besprochen werden. Wünschenswert wäre jedoch, wenn auch aus kritischen Ergebnissen transparentere Maßnahmen abgeleitet und diese konsequenter verfolgt würden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt bewegt sich im unterdurchschnittlichen Bereich, proaktive Anpassungen gibt es kaum. Gehaltsentscheidungen werden sehr zentral getroffen, was oft dazu führt, dass man um jede Erhöhung kämpfen muss. Zusätzliche Sozialleistungen werden nicht angeboten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind durchaus interessant und abwechslungsreich.

