Top Arbeitgeber“? Aus meiner Sicht 2023: Vertriebsdominanz, Personalknappheit & monotone Abläufe
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut am Arbeitgeber in 2023 fand ich:
- Sehr starker Zusammenhalt im Produktionsteam
- Home-Office-Möglichkeit
- Arbeitslaptops
- Verlässliche Work-Life-Balance
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht am Arbeitgeber in 2023 fand ich:
- Aus meiner Sicht stark vertriebszentrierte Unternehmenskultur
- Geringe Wertschätzung für Produktionsteams
- Wenig Weiterentwicklungsmöglichkeiten
- Sehr monotone, prozessgesteuerte Abläufe
- Aus meiner Sicht niedrige Grundgehälter im Verhältnis zur Verantwortung und Arbeitslast
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht in 2023 lag die größte Baustelle im Führungs- und Organisationsstil. Die vertriebsdominierte Struktur führte für mich dazu, dass Produktionsmitarbeiter sich weniger wertgeschätzt fühlten als Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb.
Schöne Büros und Firmenevents waren nett, konnten für mich jedoch nicht über strukturelle Probleme hinweghelfen.
Ich würde mir wünschen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion mehr Anerkennung, faire Bezahlung, mehr Autonomie und klarere Weiterentwicklungswege erhalten. Ebenso wäre es aus meiner Sicht hilfreich, interne Kritik ernster zu nehmen und diese als Chance zu sehen, statt in Verteidigungshaltung zu gehen.
Arbeitsatmosphäre
Im Jahr 2023 habe ich die Arbeitsplätze als modern wahrgenommen – mit höhenverstellbaren Tischen, guter Aussicht und moderner Technik. Laptops standen damals jedoch nur Vollzeitkräften zur Verfügung. Die Büros waren nicht klimatisiert; im Sommer halfen mobile Klimageräte, was für mich nur bedingt angenehm war.
Kommunikation
Es gibt ein Intranet mit Kundenakten, Aufgabenverwaltung und Informationen. 2023 hatte ich jedoch den Eindruck, dass nicht alle Teams dieses System konsequent nutzten – insbesondere im Vertrieb. Dadurch entstanden aus meiner Sicht häufiger Missverständnisse oder Informationslücken.
Innerhalb der Produktion empfand ich die Kommunikation als sehr gut. Es gab regelmäßige Meetings, und obwohl mein damaliger Vorgesetzter viel ausgelastet war und nicht jeden Arbeitsprozess im Detail kannte, nahm ich ihn als vertrauenswürdig wahr und seine Ideen als grundsätzlich sinnvoll – auch wenn ich mir eine konsequentere Umsetzung gewünscht hätte.
Kollegenzusammenhalt
Für den Standort Wiesbaden-Bierstadt (Produktion) kann ich sagen: Der Zusammenhalt zwischen Sekretariat, Redaktion, SEO, SEA und Webdesign war für mich außergewöhnlich stark. Gemeinsame Mittagspausen, Gespräche über Privates und Treffen nach Feierabend gehörten für mich zum Arbeitsalltag. Dieses Miteinander hat vieles aufgefangen, was ich im Tagesgeschäft als belastend empfand.
Work-Life-Balance
Ich habe die Work-Life-Balance als sehr positiv erlebt. Es gab Gleitzeit, die Aufgaben waren planbar, und Überstunden fielen bei mir selten an. Feierabend war für mich auch wirklich Feierabend.
Vorgesetztenverhalten
Mein damaliger Vorgesetzter (Produktion/Entwicklung) hörte zu und hatte gute theoretische Ansätze. Für mich war allerdings spürbar, dass viele Ideen mangels Rückendeckung oder Priorisierung nicht in die Praxis kamen. Sein Verhalten empfand ich dennoch als respektvoll und nicht hierarchisch-abwertend.
Interessante Aufgaben
Die Kernleistung der Agentur ist SEO. Website-Gestaltung wird ebenfalls angeboten, aber nicht für alle Kunden. Die Aufgaben basierten stark auf Checklisten und wiederkehrenden Abläufen. Für Berufseinsteiger ist das sicher hilfreich; für mich wurde es auf Dauer jedoch monoton.
Gleichberechtigung
Mir ist 2023 nichts Negatives aufgefallen.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen war unproblematisch. Bei jüngeren Kollegen, Praktikanten und Auszubildenden hatte ich teilweise das Gefühl, dass die Aufgabenverteilung und der Tonfall nicht immer wertschätzend waren.
Arbeitsbedingungen
2023 habe ich die Arbeitsbedingungen grundsätzlich als okay empfunden, jedoch auch eine starke personelle Unterdeckung wahrgenommen. Neue Fachkräfte schienen rar zu sein, während gleichzeitig ein hoher Erwartungsdruck in allen Teams herrschte. Für mich fühlte sich das nach einer dauerhaften Überlastung in vielen Bereichen an.
Statt strukturell zu entlasten, wirkte es auf mich so, als würde versucht werden, Prozesse immer weiter zu optimieren – teilweise auf Kosten der Mitarbeiterzufriedenheit, die ich damals als sehr niedrig wahrgenommen habe.
Home-Office (2 Tage pro Woche) war möglich, individuelle Erweiterungen aber nur schwer durchsetzbar. Technisch gab es hin und wieder Einschränkungen, etwa wenn der Terminal-Server nicht zuverlässig lief.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
2023 gab es E-Bike-Leasing, aber gleichzeitig empfand ich einige Bereiche – wie Druckverhalten oder Mülltrennung – als verbesserungswürdig.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war aus meiner Sicht stark abhängig von Verhandlungsgeschick und der eigenen argumentativen Vorbereitung. Feedbackgespräche fanden statt, aber eher selten, und man musste als Mitarbeiter selbst aktiv darauf hinwirken.
Ich hatte damals den Eindruck, dass die Geschäftsführung keinen genauen Einblick in die tatsächliche Arbeitsbelastung und den Marktwert der Produktionsmitarbeiter hatte. Wertschätzung kam eher aus den Reihen der Kolleginnen und Kollegen.
Lohnbausteine für „mehr Netto vom Brutto“ gab es, allerdings empfand ich das Grundgehalt als niedrig angesetzt.
Image
Mein persönlicher Eindruck 2023 war, dass viele Mitarbeitende unzufrieden waren. Ich habe damals das Gefühl gehabt, dass öffentlich verfügbare Bewertungen ein deutlich positiveres Bild zeichneten, als ich es intern erlebt habe.
Auch der Umgang mit Kunden wirkte auf mich nicht immer transparent, insbesondere weil viele Zahlungen über externe Dienstleister bzw. Factoring-Unternehmen liefen. Mir persönlich erschien diese Struktur ungewöhnlich und schwer nachvollziehbar.
Die Aussage, die Agentur gehöre „zu den innovativsten Online-Marketing-Agenturen Deutschlands“, konnte ich damals für mich nicht wiederfinden, da ich wenig wahrnehmbare Innovation erlebt habe.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen waren 2023 aus meiner Sicht schwer zugänglich. Es gab keine internen Schulungen; man musste externe Fortbildungen aktiv einfordern und begründen. Konferenzbesuche wurden sehr kurzfristig organisiert, und nicht jeder durfte teilnehmen. Karrierewege über die Fachlaufbahn hinaus konnte ich damals nicht erkennen. Für mich fühlte sich der Alltag eher wie standardisierte Fließbandarbeit an.