Wie vor 20 Jahren - ohne Sicherheit oder Wertschätzung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Bezahlung erfolgte pünktlich und zuverlässig. Zudem waren einige Kolleg:innen freundlich, auch wenn der allgemeine Umgang schwierig war.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Einarbeitung und Sicherheitsunterweisungen, respektloser Umgang mit Mitarbeitenden, veraltete Arbeitsprozesse und ein belastendes Schichtsystem ohne Rücksicht auf Erholung.
Verbesserungsvorschläge
• Einführung eines strukturierten Einarbeitungskonzepts mit klaren
Ansprechpartnern
• Bereitstellung vollständiger und angemessener Arbeitskleidung sowie
Sicherheitsunterweisungen
• Modernisierung der Arbeitsprozesse und Verbesserung der technischen
Ausstattung
• Verbesserung der Kommunikation und des respektvollen Umgangs im Team
• Faire und humane Schichtmodelle mit ausreichend Erholungszeiten
• Mehr Unterstützung und Wertschätzung durch die Führungskräfte
• Förderung von Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen
• Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und des Arbeitsschutzes
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung war von Misstrauen, Druck und Respektlosigkeit geprägt. Vom ersten Tag an wurde ich nicht willkommen geheißen, sondern ignoriert.
Mitarbeitende wurden angeschrien und herablassend behandelt, besonders wenn sie nicht perfekt Deutsch sprachen. Eine angenehme oder unterstützende Atmosphäre gab es nicht
Image
Nach außen wirkt die Firma vielleicht seriös, doch meine Erfahrung zeigt ein ganz anderes Bild: veraltete Arbeitsprozesse, fehlende Sicherheit und ein respektloser Umgang mit Mitarbeitenden prägen den Alltag. Die meisten Mitarbeitenden waren sichtlich unzufrieden, was die schlechte Stimmung und hohe Fluktuation erklärt. Das positive Image entspricht nicht der Realitat vor Ort.
Work-Life-Balance
Das Schichtsystem mit neun Tagen am Stück arbeiten und nur 2,5 Tagen frei ist sehr belastend und lässt kaum Zeit zur Erholung. Die Erholungsphasen sind zu kurz, um sich richtig zu regenerieren.
Pausen waren oft schwer einzuhalten, da der Arbeitsdruck hoch war.
Karriere/Weiterbildung
Während meiner drei Monate im Unternehmen habe ich keine Angebote für Weiterbildung oder
Karriereentwicklung erlebt. Es gab keine Schulungen oder Unterstützung, um sich fachlich weiterzuentwickeln.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung steht in keinem Verhältnis zur Belastung, insbesondere durch das anstrengende Kontischichtsystem mit neun Tagen am Stück arbeiten und nur 2,5 Tagen frei. Sozialleistungen oder zusätzliche Benefits gab es kaum bis gar nicht. Das Unternehmen zeigt wenig Wertschätzung für den Aufwand und die Belastung der Mitarbeitenden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In der Halle war viel Rauch durch die Extrusionstechnik, was die Luftqualität extrem schlecht machte. Viele Mitarbeitende, mich eingeschlossen, hatten oft Sodbrennen und Durchfall. Ein Schutz oder Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität gab es nicht. Insgesamt fehlte ein echtes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein seitens der Firma.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team war nicht vorhanden. Jeder redete schlecht über andere hinter deren Rücken, selbst Facharbeiter sprachen sehr negativ über Azubis. Unterstützung oder gegenseitiges Helfen gab es kaum, neue Mitarbeitende wurden oft allein gelassen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleg:innen wurden weder besonders respektiert noch gefördert. Die Arbeit war oft zu schwer für sie, da beispielsweise Paletten mit kaputten Rollen manuell gezogen werden mussten, was eine enorme körperliche Belastung darstellte. Rücksicht auf das Alter oder körperliche Einschränkungen wurde nicht genommen, der Umgang war häufig genauso respektlos wie bei jüngeren Mitarbeitenden.
Vorgesetztenverhalten
Von den Vorgesetzten war einer zumindest korrekt im Umgang, der andere jedoch nicht. Beide zeigten insgesamt kaum Interesse an einer vernünftigen Einarbeitung oder Integration. Von mir wurden von Anfang an viele Aufgaben erwartet, obwohl ich nicht die entsprechende Ausbildung dafür hatte und vieles für mich neu war.
Unterstützung oder Hilfestellung gab es kaum, Kritik wurde oft unsachlich und schnell geäußert, während konstruktives Feedback und Wertschätzung fehlten.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren schlecht und veraltet. Ich habe in drei Monaten keine Sicherheitsunterweisung erhalten und keine passende Arbeitskleidung - wie Arbeitshose - gestellt bekommen, nur T-Shirts. Die technische Ausstattung und Abläufe wirkten mindestens 20 Jahre rückständig. Die Belastung durch schwere manuelle Arbeit bei defektem Material wurde ignoriert, und auf Arbeitsschutz wurde wenig Wert gelegt.
Kommunikation
Ich sollte zu mehreren Kollegen gehen, die mir die Arbeit beibringen sollten.
Allerdings wurde mir von einem Kollegen direkt gesagt, dass er keine Lust hat, mich einzuarbeiten. Generell gab es kaum Austausch, Fragen wurden ignoriert oder als störend empfunden.
Gleichberechtigung
Im Unternehmen herrschte keine offene und respektvolle Kultur gegenüber Vielfalt. Mitarbeitende, die nicht gut Deutsch sprechen konnten, wurden regelmäßig angeschrien und gemobbt. Es gab keine Unterstützung oder Sensibilität für unterschiedliche Hintergründe, was zu einer belastenden und unfairen Arbeitsatmosphäre führte.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren sehr eintönig und oft wenig abwechslungsreich. Da ich nicht die passende Ausbildung für die geforderten Tätigkeiten hatte, fühlte ich mich überfordert und allein gelassen. Eine sinnvolle Einarbeitung oder Aufgabenanpassung gab es nicht, weshalb der Job schnell frustrierend wurde.
