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Bewertung

Aus meiner Sicht ein ungerechtes System, das kritische Mitarbeitende eher loswerden will als fördern

1,5
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Produktion bei AlzChem Group AG in Trostberg an der Alz gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Meiner persönlichen Einschätzung nach sind die Gehälter in Ordnung, und die technischen Rahmenbedingungen ermöglichen grundsätzlich gutes Arbeiten. Ich habe auch einzelne Kolleg*innen erlebt, die trotz schwieriger Umstände motiviert und hilfsbereit geblieben sind.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich hatte oft das Gefühl, dass persönliche Beziehungen mehr zählen als Leistung oder Einsatz. Aus meiner Sicht werden Mitarbeitende, die sich für Sicherheit, Umwelt oder Fairness einsetzen, nicht ausreichend unterstützt. Der Umgang mit gesundheitlich belasteten Personen wirkte auf mich wenig empathisch. Insgesamt habe ich die Unternehmenskultur als sehr abschreckend empfunden.

Verbesserungsvorschläge

Aus meiner Sicht wäre es dringend nötig, Führungspositionen nach Kompetenz statt über persönliche Verbindungen zu vergeben. Ich habe den Eindruck, dass kritische oder engagierte Mitarbeitende kaum gefördert, sondern eher ausgebremst werden. Mehr Transparenz, Fairness und Wertschätzung könnten dem Unternehmen aus meiner Sicht langfristig sehr guttun.

Arbeitsatmosphäre

Ich habe die Atmosphäre über viele Jahre hinweg zunehmend als angespannt, kontrollierend und entmenschlichend erlebt. Kritisches Denken oder Eigenverantwortung schienen nicht gewünscht zu sein. Wer zu viel hinterfragt, wird – so mein Eindruck – schnell zum Problemfall gemacht.

Image

Aus meiner Sicht passt das äußere Image nicht im Geringsten zur Realität. Viele gute Bewertungen im Internet wirkten auf mich künstlich und unauthentisch – möglicherweise gezielt gesteuert. Intern war das Unternehmen für viele aus meinem Umfeld längst kein attraktiver Arbeitgeber mehr.

Work-Life-Balance

Ich habe die Arbeitsbelastung als dauerhaft zu hoch empfunden – besonders durch den ständigen Wechsel an Leiharbeitern und die dadurch nötige ständige Kontrolle und Korrektur. Auf private Umstände oder Erschöpfung wurde meiner Meinung nach kaum Rücksicht genommen.

Karriere/Weiterbildung

Ich hatte den Eindruck, dass Weiterbildungsmöglichkeiten kaum gefördert wurden – zumindest nicht für Mitarbeitende ohne interne Kontakte. Wer weiterkommen wollte, musste vor allem loyal gegenüber der Führung sein. Leistung oder Eigeninitiative spielten aus meiner Sicht nur eine untergeordnete Rolle.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war in meinem Fall in Ordnung und lag im Vergleich zu ähnlichen Betrieben eher im oberen Bereich. Allerdings kann meiner Meinung nach auch eine gute Bezahlung kein gesundes Arbeitsklima ersetzen – und schon gar nicht strukturelle Ungerechtigkeit.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ich persönlich hatte den Eindruck, dass Umwelt- oder Arbeitsschutz nur oberflächlich behandelt wurde. Wer versucht hat, auf Missstände hinzuweisen oder sich für soziale Belange starkzumachen, wurde meiner Erfahrung nach eher als Störer wahrgenommen.

Kollegenzusammenhalt

In meiner Erfahrung hat der ständige Druck und die hohe Fluktuation den Zusammenhalt stark geschwächt. Viele schauen nur noch auf sich selbst, was ich nachvollziehen kann – wer sich zu sehr für andere einsetzt, steht schnell selbst unter Druck oder wird isoliert.

Vorgesetztenverhalten

Meiner Einschätzung nach war die Führungskultur von persönlicher Nähe statt Kompetenz geprägt. Ich habe das Verhalten vieler Vorgesetzter als herablassend, autoritär und teilweise menschenverachtend erlebt – insbesondere im Umgang mit Mitarbeitenden, die gesundheitlich eingeschränkt waren oder sich kritisch äußerten.

Arbeitsbedingungen

Technisch war vieles in Ordnung, aber die Arbeitsbedingungen habe ich persönlich als erschöpfend empfunden. Der steigende Anteil an Leiharbeitern führte bei mir zu dauerhafter Mehrbelastung, weil man ständig andere einarbeiten und kontrollieren musste – was aus meiner Sicht auch die Sicherheit beeinträchtigen konnte.

Kommunikation

Nach meiner Wahrnehmung findet echte Kommunikation nur im inneren Zirkel statt. Viele Mitarbeitende erfahren wichtige Dinge zu spät oder gar nicht. Offenheit oder Transparenz habe ich persönlich nicht erlebt – stattdessen oft das Gefühl, bewusst außen vor gelassen zu werden.

Gleichberechtigung

Nach meinem Empfinden zählten Beziehungen hier mehr als alles andere. Wer nicht Teil des internen Netzwerks war, hatte kaum eine faire Chance. Ich hatte oft den Eindruck, dass Leistung keine Rolle spielt, wenn man nicht privat mit den richtigen Leuten verbunden ist.

Interessante Aufgaben

Die Tätigkeiten wären grundsätzlich interessant gewesen, doch in der Praxis wurde es – meiner Meinung nach – durch Überlastung, Personalmangel und ständig wechselnde ungeschulte Aushilfen zu einem frustrierenden, oft chaotischen Arbeitsalltag ohne Entwicklungsmöglichkeiten.


Umgang mit älteren Kollegen

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Arbeitgeber-Kommentar

Leon Oberbauer, Sachbearbeiter strategisches Personalmanagement
Leon OberbauerSachbearbeiter strategisches Personalmanagement

Vielen Dank für Ihr Feedback. Wir registrieren durchaus positiv, dass Sie die technischen Rahmenbedingungen und das Gehaltsniveau als angemessen bewerten. Auch Ihr Hinweis auf engagierte Kolleg:innen, die trotz herausfordernder Umstände motiviert bleiben, ist für uns wertvoll.

Ihre Schilderungen zur Führungskultur, der Arbeitsatmosphäre und dem Umgang mit kritischen Stimmen geben uns jedoch Anlass zur Sorge. Die von Ihnen beschriebenen Erfahrungen entsprechen nicht unseren Ansprüchen an eine wertschätzende Unternehmenskultur. Besonders Ihre Beobachtungen zum Thema Personalsituation, Arbeitsbelastung und der Umgang mit gesundheitlichen Einschränkungen nehmen wir sehr ernst.

Uns ist bewusst, dass jede Wahrnehmung individuell und subjektiv geprägt ist – und wir respektieren Ihre Sichtweise.

Gleichzeitig möchten wir betonen, dass in unserem Unternehmen Leistung und Einsatz sehr wohl zählen und in der Regel auch anerkannt und belohnt werden. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen entwickeln sich bei uns kontinuierlich weiter – sowohl fachlich als auch in Richtung Führungsverantwortung. Diese Entwicklung basiert auf Engagement, Kompetenz und dem Willen, Verantwortung zu übernehmen – nicht auf persönlichen Beziehungen.

Wir setzen auf transparente Prozesse, regelmäßige Feedbackgespräche und gezielte Förderung, um Potenziale zu erkennen und zu entwickeln.

Ihre konkreten Verbesserungsvorschläge sind für uns wichtige Impulse. Wir würden die angesprochenen Punkte gerne detaillierter mit Ihnen erörtern, um daraus die richtigen Schlüsse für notwendige Veränderungen ziehen zu können.

Für einen konstruktiven Dialog stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Puls

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.