Aus meiner Sicht ein ungerechtes System, das kritische Mitarbeitende eher loswerden will als fördern
Gut am Arbeitgeber finde ich
Meiner persönlichen Einschätzung nach sind die Gehälter in Ordnung, und die technischen Rahmenbedingungen ermöglichen grundsätzlich gutes Arbeiten. Ich habe auch einzelne Kolleg*innen erlebt, die trotz schwieriger Umstände motiviert und hilfsbereit geblieben sind.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich hatte oft das Gefühl, dass persönliche Beziehungen mehr zählen als Leistung oder Einsatz. Aus meiner Sicht werden Mitarbeitende, die sich für Sicherheit, Umwelt oder Fairness einsetzen, nicht ausreichend unterstützt. Der Umgang mit gesundheitlich belasteten Personen wirkte auf mich wenig empathisch. Insgesamt habe ich die Unternehmenskultur als sehr abschreckend empfunden.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht wäre es dringend nötig, Führungspositionen nach Kompetenz statt über persönliche Verbindungen zu vergeben. Ich habe den Eindruck, dass kritische oder engagierte Mitarbeitende kaum gefördert, sondern eher ausgebremst werden. Mehr Transparenz, Fairness und Wertschätzung könnten dem Unternehmen aus meiner Sicht langfristig sehr guttun.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe die Atmosphäre über viele Jahre hinweg zunehmend als angespannt, kontrollierend und entmenschlichend erlebt. Kritisches Denken oder Eigenverantwortung schienen nicht gewünscht zu sein. Wer zu viel hinterfragt, wird – so mein Eindruck – schnell zum Problemfall gemacht.
Image
Aus meiner Sicht passt das äußere Image nicht im Geringsten zur Realität. Viele gute Bewertungen im Internet wirkten auf mich künstlich und unauthentisch – möglicherweise gezielt gesteuert. Intern war das Unternehmen für viele aus meinem Umfeld längst kein attraktiver Arbeitgeber mehr.
Work-Life-Balance
Ich habe die Arbeitsbelastung als dauerhaft zu hoch empfunden – besonders durch den ständigen Wechsel an Leiharbeitern und die dadurch nötige ständige Kontrolle und Korrektur. Auf private Umstände oder Erschöpfung wurde meiner Meinung nach kaum Rücksicht genommen.
Karriere/Weiterbildung
Ich hatte den Eindruck, dass Weiterbildungsmöglichkeiten kaum gefördert wurden – zumindest nicht für Mitarbeitende ohne interne Kontakte. Wer weiterkommen wollte, musste vor allem loyal gegenüber der Führung sein. Leistung oder Eigeninitiative spielten aus meiner Sicht nur eine untergeordnete Rolle.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war in meinem Fall in Ordnung und lag im Vergleich zu ähnlichen Betrieben eher im oberen Bereich. Allerdings kann meiner Meinung nach auch eine gute Bezahlung kein gesundes Arbeitsklima ersetzen – und schon gar nicht strukturelle Ungerechtigkeit.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich persönlich hatte den Eindruck, dass Umwelt- oder Arbeitsschutz nur oberflächlich behandelt wurde. Wer versucht hat, auf Missstände hinzuweisen oder sich für soziale Belange starkzumachen, wurde meiner Erfahrung nach eher als Störer wahrgenommen.
Kollegenzusammenhalt
In meiner Erfahrung hat der ständige Druck und die hohe Fluktuation den Zusammenhalt stark geschwächt. Viele schauen nur noch auf sich selbst, was ich nachvollziehen kann – wer sich zu sehr für andere einsetzt, steht schnell selbst unter Druck oder wird isoliert.
Vorgesetztenverhalten
Meiner Einschätzung nach war die Führungskultur von persönlicher Nähe statt Kompetenz geprägt. Ich habe das Verhalten vieler Vorgesetzter als herablassend, autoritär und teilweise menschenverachtend erlebt – insbesondere im Umgang mit Mitarbeitenden, die gesundheitlich eingeschränkt waren oder sich kritisch äußerten.
Arbeitsbedingungen
Technisch war vieles in Ordnung, aber die Arbeitsbedingungen habe ich persönlich als erschöpfend empfunden. Der steigende Anteil an Leiharbeitern führte bei mir zu dauerhafter Mehrbelastung, weil man ständig andere einarbeiten und kontrollieren musste – was aus meiner Sicht auch die Sicherheit beeinträchtigen konnte.
Kommunikation
Nach meiner Wahrnehmung findet echte Kommunikation nur im inneren Zirkel statt. Viele Mitarbeitende erfahren wichtige Dinge zu spät oder gar nicht. Offenheit oder Transparenz habe ich persönlich nicht erlebt – stattdessen oft das Gefühl, bewusst außen vor gelassen zu werden.
Gleichberechtigung
Nach meinem Empfinden zählten Beziehungen hier mehr als alles andere. Wer nicht Teil des internen Netzwerks war, hatte kaum eine faire Chance. Ich hatte oft den Eindruck, dass Leistung keine Rolle spielt, wenn man nicht privat mit den richtigen Leuten verbunden ist.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeiten wären grundsätzlich interessant gewesen, doch in der Praxis wurde es – meiner Meinung nach – durch Überlastung, Personalmangel und ständig wechselnde ungeschulte Aushilfen zu einem frustrierenden, oft chaotischen Arbeitsalltag ohne Entwicklungsmöglichkeiten.


