Karriereversprechen bei ap35 endete in Arbeitslosigkeit – meine persönliche Erfahrung
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Gute Lage, Parkplätze vorhanden
- Starker Kollegenzusammenhalt
- Gelegentlich interessante Events
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider alles andere...
Verbesserungsvorschläge
- Mehr Fokus auf langfristige Mitarbeiterbindung legen
- Homeoffice nicht nur in Aussicht stellen, sondern nach Möglichkeit auch ermöglichen
- Fachliche Entscheidungen stärker den jeweiligen Expert:innen überlassen
- Klare und transparente Kommunikation auf Augenhöhe fördern
- Ein ruhiger und respektvoller Kommunikationsstil seitens der Führungskräfte würde aus meiner Sicht zu einem besseren Arbeitsklima beitragen
- Moderne und digitale Arbeitsweisen stärker etablieren
- Eine strukturiertere Projektverteilung sicherstellen
- Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden zeigen
Arbeitsatmosphäre
- Insgesamt als belastend empfunden, sehr häufig negative Stimmung
- Auseinandersetzungen zwischen Führungskräften fanden sichtbar und lautstark im Büro statt, was konzentriertes Arbeiten erschwerte
- Radio (SWR3) läuft durchgehend auf normaler Lautstärke, auch wenn es als störend wahrgenommen wird und konzentriertes Arbeiten erschwert
- Telefonate (auch private) werden im Büro lautstark geführt
- Büro wirkt insgesamt unordentlich und wenig strukturiert
Kommunikation
- Aufgabenstellungen teilweise unklar oder schwammig formuliert - daraus folgende Nachfragen wurden meist mit „Das habe ich bereits gesagt“ beantwortet, wodurch sich Fragen nicht immer klären ließen
- Es schien manchmal, als würden Fehler stärker thematisiert als Lösungen
- Während Kollegen kurzfristig abwesend waren (z. B. Krankheit, Urlaub), wurden deren Leistungen im Büro öffentlich besprochen. Teilweise wurde kritisch über ihre Arbeitsweise gesprochen, auch wenn diese sehr engagiert und zuverlässig war.
- Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft (z. B. Arbeiten von zu Hause trotz Krankheit) wurden als selbstverständlich wahrgenommen und nicht wertgeschätzt
- Absprachen wirkten sehr intransparent
- Kommunikation erfolgte überwiegend mündlich, entweder in Meetings oder über Schreibtische hinweg, und nicht über ein zentrales Tool, obwohl dies angekündigt worden war
Kollegenzusammenhalt
- Freundliche Kollegen
- Guter Zusammenhalt im Team
- Unterstützung auch in stressigen Situationen
- Zusammenarbeit sehr harmonisch und bereichernd
- Kollegen halfen teilweise bei ungleicher Arbeitsverteilung
Work-Life-Balance
- Wochenarbeitszeit mind. 42 Stunden (42 Stunden sind vertraglich festgelegt) - diese 42 Stunden müssen unabhängig vom Arbeitsaufkommen abgeleistet werden
- Feste Bürozeiten von 9–17 Uhr und dadurch wenig Flexibilität für Termine
- Homeoffice nicht möglich, obwohl vorher teilweise anders kommuniziert
- Es war schwierig, eine ausgeglichene Work-Life-Balance zu erreichen
Vorgesetztenverhalten
- Kündigungen erfolgten teilweise sehr kurzfristig, unabhängig von individuellen Leistungen oder persönlichen Umständen. So wurden beispielsweise drei Mitarbeitende innerhalb kurzer Zeit gekündigt, mit der Begründung der wirtschaftlichen Lage, und kurz danach erneut Personen für die gleiche Position eingestellt, wodurch die Arbeitsplatzsituation für die verbleibenden Mitarbeitenden als unsicher wahrgenommen wurde.
- Projekte wurden gelegentlich ohne nachvollziehbare Begründung umverteilt, was zu Doppelarbeit und Informationsverlusten führte
- Fachliche Entscheidungen der Mitarbeitenden wurden teilweise durch die Geschäftsführung gesteuert, wodurch Eigeninitiative und Fachkompetenz nur eingeschränkt berücksichtigt wurden
Interessante Aufgaben
- Anfangs abwechslungsreiche Aufgaben
- Später teilweise weniger Verantwortung, unbegründete Umverteilung führte zu geringerem Arbeitspensum und Mehrbelastung bei anderen
- Arbeitszeiten mussten detailliert in einer Excel-Tabelle dokumentiert werden, was ich im Arbeitsalltag teilweise als störend für den Workflow empfunden habe
Gleichberechtigung
- Sinnvolle Fragen oder Vorschläge wurden gelegentlich von der Geschäftsführung nicht ernst genommen und teilweise mit Lachen kommentiert
- Ein Teilbereich meines ursprünglichen Aufgabenfeldes wurde mir weggenommen, obwohl er zu meinen Kernaufgaben gehörte und mir dadurch den Workflow erschwerte
- Ich hatte den Eindruck, dass es Unterschiede im Umgang oder in der Wertschätzung von Mitarbeitenden gab, die abhängig vom Geschlecht sein könnten
Umgang mit älteren Kollegen
Kündigungen im Team wirkten teilweise nicht nachvollziehbar. Auch erfahrene Mitarbeiter:innen wurden entlassen, während andere noch in der Probezeit waren.
Arbeitsbedingungen
- ältere iMacs, aber keine Laptops für Mitarbeitende (alle anfallenden Aufgaben müssen analog mit Stift und Papier notiert werden während die Führungskräfte digitale Tools mit ihren Laptops verwenden)
- Ergonomie ist nicht sonderlich wichtig (keine höhenverstellbaren Schreibtische, keine ergonomische Computermäuse, wer sich mehr Ergonomie wünscht, erhält einen random Karton, auf den der Bildschirm gestellt wird
- Probleme mit WLAN-Ausfällen, der Telefonanlage...
Umwelt-/Sozialbewusstsein
- Die Klimatisierung wurde teilweise ineffizient genutzt, z. B. bei geöffneten Fenstern oder über Nacht
- Projektergebnisse wurden oft ausgedruckt, statt digital besprochen, was zu erhöhtem Papierverbrauch führte
- Homeoffice war nicht möglich
Gehalt/Benefits
Die Vergütung für Vollzeitkräfte empfinde ich im Verhältnis zu den geleisteten Wochenstunden als vergleichsweise niedrig. Rechnet man den Stundenlohn, werden Werkstudent:innenstellen in größeren Unternehmen meiner Erfahrung nach häufig besser bezahlt.
Image
- Außenwirkung wirkt positiver als interne Erfahrungen
- Kommunikation nach außen steht teilweise im Widerspruch zur Realität. Ein Beispiel: Das Unternehmen wirbt teilweise damit, dass Architekt:innen im Team tätig sind. Meiner Erfahrung nach habe ich diese jedoch im Team nicht vorgefunden.
- Meiner Erfahrung nach fallen einige Bewertungen auf Kununu deutlich positiver aus, als ich die Realität selbst erlebt habe
Karriere/Weiterbildung
- Weiterbildungsmöglichkeiten wurden versprochen, aber nicht gefördert
- Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten sind begrenzt. Persönlich habe ich jedoch wertvolle Erfahrungen darin gesammelt, wie man gut mit unterschiedlichen und herausfordernden Persönlichkeiten zusammenarbeitet.