Wer auf 20 Stunden die Woche angewiesen ist sollte sein Glück woanders versuchen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsfläche ist sehr offen gestaltet und der Gerätepool ist optimal. Die Snackbar ist gut gefüllt und dass es Wasser und Kaffe gibt ist nicht überall der Fall. Man arbeitet mit anderen Werkstudis auf Augenhöhe und es gibt durchweg niemanden der sich als was besseres fühlt aufgrund eines höheren Rangs. Feedbackgespräche geben einem einen Einblick wie die Entwicklung läuft.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Falsche Versprechen für den nächsten Sprung. Der Umgang mit den Werkstudenten. Mehr Homeoffice anbieten. Corporate Benefits wie Zugang ins Fitness Studio als Ausgleich zum ganzen sitzen im Büro. Gleiche Behandlung aller Tester und Testerinnen. Weniger Werkstudenten einstellen damit mehr ihre Stunden voll bekommen. Bessere Handhabung von Kommunikation von Zielen und Entscheidungen.
Verbesserungsvorschläge
Man sollte nicht noch mehr Werkstudenten einstellen wenn es nicht genug Auslastung gibt um jeden die Stundenanzahl zu geben die er zum zahlen der Miete braucht. Entscheidungen sollten nicht mehr über die Köpfe der "Hauptleistungsträger im Unternehmen" getroffen werden. Entscheidungen sollten vorher offen kommuniziert werden und Studenten sollten eingebunden werden. Betriebsrat einführen der wirklich für die Werkstudenten einsteht. Aufhören mit falschen Versprechen und alle Dinge klarer Formulieren. Events veranstalten die jedermann Ansprechen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist durchschnittlich, da momentan kaum Events stattfinden, oder sie sind sehr abgespeckt im Vergleich zu vorher (wenn Events stattfinden ist es meist für die Festangestellten). Die fehlenden Stunden spiegeln sich oft auch in der Arbeitsatmosphäre wieder, weil es viele Werkstudenten gibt, die sich beschweren und unglücklich über die momentane Lage mit wenigen Einladungen sind.
Work-Life-Balance
Als Tester ist es angenehm, da du die Tage "selber bestimmen" kannst an denen man arbeitet. Leider muss man auch sagen, dass du keine Einladungen für jeden Tag erhältst und auswählst wann du kommen willst. Es ist so dass Einladungen je nach Auslastung verschickt werden und wenn du nur dann kannst wenn eine geringe Auslastung stattfindet dann hat man Pech gehabt. Deswegen ist es so dass ich meist meine Woche so Plane, dass ich einigermaßen Stunden habe aber auch irgendwie meine Uni auf die Reihe kriege. Meistens ist der Tag schon fast vorbei wenn man Zuhause ist aufgrund den Arbeitszeiten bis 17:30. Wenn man statt um 10 schon um 9 oder früher anfangen würde wäre es noch optimaler weil man mehr Zeit außerhalb der Arbeit hätte. Das arbeiten von Zuhause wird nur in seltenen Fällen und spezifischen Projekten durchgewunken und auch nur wenn man bereits etwas erfahren ist.
Karriere/Weiterbildung
Vermehrt habe ich mitbekommen dass viele falsche Versprechen gegeben wurden und es sehr oft nur sehr schleppend vorankommt. Bis zu einem gewissen Level geht es schnell aber irgendwann wird man nur noch hingehalten und einem werden marginale Verbesserungsvorschläge als riesig und einen großes Hindernis für den Sprung auf das nächste Level verkauft. Generell habe ich das Gefühl dass Sympathie eine riesige Rolle bei der Entscheidung von vielen Sachen in diesem Unternehmen spielt.
Kollegenzusammenhalt
"Man soll niemals einem Anderen antun, was man für das eigene Selbst als verletzend betrachtet" gilt hier auch, wie in anderen Unternehmen. Ich schaffe es mit Leichtigkeit mich mit jedem zu verstehen, welcher sich auch mit mir verstehen möchte. Schwarze Schafe gibt es immer und überall im Leben, aber im Großen und Ganzen wissen die Werkstudenten, dass sie alle im selben Boot schwimmen.
Vorgesetztenverhalten
Die vergangenen Entscheidungen wurden den Werkstudenten vor die Nase gesetzt. In Meetings werden wir als "Hauptleistungsträger des Unternehmens" bezeichnet jedoch gibt es immer mehr Maßnahmen die gar keinen Sinn ergeben und sich negativ auf die Atmosphäre auswirken. Vertrauenspersonen im Unternehmen sind Personen, denen ich nicht vertrauen würde weil sie keinen vertrauenswürdigen Eindruck machen und ich mir nicht vorstellen kann dass diese mir weiterhelfen möchten oder können. Es gibt auch sehr nette Personen die über den Studis stehen, die sind aber meist nicht in der Chefetage sondern sind etwas tiefer angesiedelt.
Arbeitsbedingungen
Viele Tester haben mit einer Winterjacke getestet an Tagen wo es extrem kalt war und sogar ganz wenige haben sogar Handschuhe angezogen. Es gibt eine Snackbar welche mit Obst Gemüse und viel zuckerhaltigem Zeug gefüllt wird. Wasser gibt es so viel wie man braucht und die Kaffeemaschine ist das beste im ganzen Büro.
Kommunikation
In den vergangenen Monaten wurden einem Zahlen, Daten und Unternehmenspläne in Meetings und über andere Kanäle um die Ohren geworfen und es wurde versucht Klarheit und Verständnis zu schaffen. Meiner Meinung nach ein falscher Ansatz, weil es Studenten wichtiger ist die Stunden voll zu bekommen, als wie es dem Unternehmen geht. Viele Sachen werden über den Köpfen der Werkstudenten entschieden und es gibt immer mehr Maßnahmen, die mich als Mitte 20 jährigen Erwachsenen wie ein Schulkind fühlen lassen. Änderungen werden meist sehr kurzfristig, oder im Nachhinein erklärt. Ansonsten habe ich selber mitbekommen von einem anderen Mitarbeiter, dass es externen Zugriff auf unsere Bildschirme gibt
Gehalt/Benefits
Ab einem gewissen Level muss man abwägen ob es Sinn macht sich für 1-2€ mehr lohnt den Stress auf der Arbeit zu verdoppeln. Gehaltssprünge sind Mager und in Zeiten der Kostensenkung kommen diese auch nicht mehr all zu häufig vor. Die Arbeitsvergütung könnte viel besser sein, wenn man sich die üblichen Marktpreise anschaut und einen genaueren Blick auf die bekleideten Stellen eines Studenten wirft und wie viel dafür bezahlt wird auf der anderen Seite.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung im Kontext Geschlechter Herkunft Religion etc. ist klar gegeben. Diese hört aber mit der Verteilung der Stunden auf weil es ein Projekt mit Sonderrechten gibt wo die Tester (auch Werkstudenten) immer ihre Stunden voll bekommen und dieses Team spezifisch für diese Art von Testen angelernt wurde. Das ist unfair für Tester welche nicht für dieses Testing angelernt wurden und teilweise mit maximal 30-50 Stunden Arbeit im Monat ausgezahlt bekommen weil sie oft nicht jeden Tag können aufgrund ihres Studiums.
Interessante Aufgaben
Wer sich hier auf interessante Einblicke in die IT Welt erhofft wird leider enttäuscht beim manuellen Apptesting. Als Tester wird dir ein Bereich zugeteilt welchen man nach einem vorgegebenen und meist veralteten Testplan bearbeiten muss. Jemand der in einem Projekt viel Ahnung hat der aufsteigen möchte bekommt kritischere Bereiche einer App oder einer Webseite als jemand der neu ist. Wenn man einen Moment inne hält und sich die Gesichter der Tester anschaut ist niemand begeistert von den Aufgaben und man macht es sich so angenehm wie möglich.

