Testing weder für Werkstudierende noch Festangestellte empfehlenswert
Gut am Arbeitgeber finde ich
Immerhin kommt das Gehalt rechtzeitig. Und die Kolleg*innen sind größtenteils nett.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb des letzten Jahres hat sich die Atmosphäre stark verschlechtert. Die Abteilung des manuellen Testings sollte verändert und verbessert werden, aber verändert hat sich alles zum Schlechteren. Es herrscht eine Atmosphäre der Überwachung und man muss aufpassen, wem gegenüber man zugibt, dass es nicht gut läuft.
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Viel toxische Positivität, die gefühlt von den Abteilungen ausgeht, die nicht so viel einstecken mussten.
Work-Life-Balance
Glaubt nicht, wenn gesagt wird, dass man flexible Arbeitszeiten hat oder als Studi arbeiten kommen kann, wann man will. Das gilt nur für bestimmte Abteilungen, genauso wie Home Office. Im manuellen Testing ist beides nicht der Fall. Home Office wird ungerne gesehen und ist für Werkstudierende so gut wie unmöglich. Arbeitszeiten sind fest für alle. Wenn man Manager-Aufgaben übernimmt, muss man mit Überstunden rechnen, immer wieder sieht man Leute, die nach 18 Uhr (offizieller Feierabend) immer noch irgendwelche Aufgaben erledigen müssen.
Auch wenn man nicht arbeitet, muss man erreichbar bleiben. Einladungen für einen Arbeitstag kommen per Slack und wenn man hier nicht schnell genug reagiert, läuft die Einladung ab und man wird in der Zukunft seltener eingeladen. Was bedeutet, dass man Slack auf dem Handy haben muss und konstant Nachrichten bekommt.
Karriere/Weiterbildung
Karriere: So etwas wie interne Ausschreibungen werden immer wieder mal versucht, aber sie scheitern dann oder passieren so unscheinbar, dass es nicht alle mitbekommen. Beförderungen passieren nach Bedarf und Mitarbeitende werden in diese Stelle gequetscht. Die Stellenbeschreibung auf Papier ist wichtiger als die Persönlichkeit und die Wünsche des Mitarbeitenden, was die höheren Positionen angeht.
Weiterbildungen: Passieren momentan intern, damit es kein Geld kostet. Das führt dazu, dass Leute, die sich bestimmte technische Skills selbst aneignen mussten, sie anderen beibringen, was aus meiner Sicht in der IT gar keine gute Praxis ist, weil kein Wissen oder Know-How von außerhalb reinkommt.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist den zu erledigenden Aufgaben und dem Stresslevel nicht entsprechend. Und von Gehaltserhöhungen oder Boni träume ich nicht mal mehr. Sozialleistungen ebenso, wir kriegen nicht mal ein Jobticket, höchstens irgendwelche Ermäßigungen für überteuerte Gyms usw.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wen es interessiert: Sozialbewusstsein wird nicht hervorgehoben, ich wüsste nicht, dass hier irgendwas passiert. Mülltrennung gibt's nur für Plastik, alles andere geht in den Restmüll. Meiner Meinung nach sind die schlechten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden aber wesentlich wichtiger als das.
Kollegenzusammenhalt
Auf den niedrigeren Leveln (Werkstudierende) - sehr gut. Auf den höheren Leveln - nicht mehr gut.
Umgang mit älteren Kollegen
Kann man wenig zu sagen, weil die wenigsten in der Firma über 40 sind. Langjährige Mitarbeitende werden aber genauso leicht mit einem Aufhebungsvertrag gehen gelassen wie Werkstudierende. Besonders viel Vertrauen kriegt man nicht, auch wenn man länger dabei war.
Vorgesetztenverhalten
Hängt von den Vorgesetzten ab. Einige wollen einfach nur den Unternehmenskurs durchboxen und Karriere machen und achten nicht auf individuelle Bedürfnisse und Interessen der Mitarbeitenden. Andere sind kulanter, sie können dann aber auch nichts gegen den allgemeinen Kurs des Unternehmens und ihrer Vorgesetzten tun.
Arbeitsbedingungen
Es wurde ein altes renoviertes Fabrikgebäude gemietet. Das Großraumbüro, in dem die Tests ablaufen, ist im Winter kalt und im Sommer viel zu heiß, weil die Fenster oben im Dach sich nicht abschirmen lassen. Bitten um eine Klimaanlage werden ignoriert. Die kleineren Büros sind aus den gleichen Gründen stickig und/oder kalt. Peripheriegeräte an den Arbeitsplätzen fehlen regelmäßig, genauso wie z.B. Ladekabel für Laptops.
Kommunikation
Kommunikation wird immer wieder betont, aber im Endeffekt geht's immer darum, zuerst zu präsentieren, wie wenig Umsatz gemacht wurde oder wie etwas schlecht gelaufen ist, und dann Maßnahmen dagegen zu präsentieren, die alle betreffen, auch wenn sie nichts dafür können. Mitsprache ist nicht erwünscht, Kritik ebenfalls nicht. Egal wie unbeliebt eine Maßnahme ist oder wie wenig sie bringt, sie wird weiterhin durchgezogen, vermutlich damit niemand, der sie sich ausgedacht hat, sein Ansehen verliert. Top-Down-Kommunikation, kein Dialog.
Gleichberechtigung
Frauen werden nicht benachteiligt.
Interessante Aufgaben
Hängt davon ab, was man für ein Projekt macht. Die täglichen Aufgaben im Testing sind grundsätzlich immer die gleichen, wenn man Studi ist.