Corporate Vibes, aber mit Schulhof-Energie
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Team war jung, motiviert und kompetent - man merkt, dass dort viele fähige Leute arbeiten, die unter anderen Umständen sicher langfristig geblieben wären. Der Einstieg in Projekte ging schnell, man konnte früh Verantwortung übernehmen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Führung auf Augenhöhe ist nicht vorhanden. Es wird kontrolliert statt vertraut, kleinteilig statt strategisch gedacht. Homeoffice wurde z. B. im Pitch mit zwei Tagen pro Woche kommuniziert, nach Woche 1 aber auf einen Tag reduziert. Statt einer Lernkurve erwartet man vom ersten Tag an Top-Leistung – das erinnert eher an autoritären Schulbetrieb als an modernes Arbeiten.
Verbesserungsvorschläge
Eine klarere Führungsstruktur und eine konstruktivere Feedback-Kultur würden das Potenzial des Teams besser unterstützen. Autoritärer Stil und impulsive Entscheidungen wirken dem aktuell entgegen.
Arbeitsatmosphäre
Das Team auf Junior-Ebene ist durchweg sympathisch, ambitioniert und hilfsbereit - man merkt, dass hier viele mit positiver Energie starten. Leider wird die gute Stimmung durch einen autoritären Führungsstil und konstante Druckausübung stark belastet. Vertrauen wird nicht gegeben, sondern muss in Rekordzeit „bewiesen“ werden.
Image
Der Außenauftritt bemüht sich sichtbar um ein modernes und professionelles Branding. Intern wirkt das jedoch in Teilen noch unausgereift. Die Zugehörigkeit zu einem größeren Private-Equity-Investor wird betont, ersetzt aber keine klar erkennbare Arbeitgeberpositionierung oder nachhaltige Führungskultur.
Work-Life-Balance
Die Arbeitszeiten sind informell stark durch Gruppendruck geprägt- wer früher geht, fällt auf. Auch um 19 Uhr sitzen die meisten (aus m&a und corp dev) im Büro, was ungeschriebenen Erwartungsdruck erzeugt. Obwohl offiziell keine festen Zeiten kommuniziert wurden, entsteht so eine Präsenzkultur.
Vorgesetztenverhalten
Der Führungsstil ist durch eine Zero-Tolerance-Mentalität geprägt: Wer sich nicht sofort perfekt einfügt, steht auf der Kippe. Fehler werden nicht als Lernchance behandelt, sondern mit starkem Druck und in einem herablassenden Ton adressiert.
In meinem Fall wurde z. B. eine Aufgabe mit einem vorformatierten Vertrags-Template übergeben, bei dem ein alter Office-Standort enthalten war -dieser formale Punkt wurde später als Beleg für angeblich mangelnde Sorgfalt aufgegriffen.
Es entsteht der Eindruck, dass persönliche Unsicherheiten, auch in Bezug auf die eigene (vergleichsweise mäßige) Vit, durch ein hohes Maß an Kontrolle, Dominanz und eine unangemessen harte Kommunikationsweise kompensiert werden.
Arbeitsbedingungen
Basic Office, keine Rückzugsorte, keine Flexibilität. Technische Ausstattung ist okay
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist stark hierarchieabhängig. Einzelne Aussagen zur Performance anderer Teams (außerhalb von M&A und Corporate Development) wurden so geäußert, dass sie für das restliche Team demotivierend wirken können.
Gehalt/Benefits
Für 85k brutto mit Anspruch auf 12-Stunden-Tage eher unzeitgemäß insbesondere in einem Unternehmen ohne echte Brand oder interne Benefits
Gleichberechtigung
Oberflächlich neutral – in der Tiefe aber spürbare Unterschiede, etwa im Ton oder in der Wahrnehmung von Performance.
Interessante Aufgaben
Die Themen sind inhaltlich solide, klassische M&A-Deals, oft mit industriellem Fokus. Was spannend klingt, wird aber durch operative Hektik, Zeitdruck und mangelnde Anleitung verwässert.
