Viel Potenzial – leider verspielt durch schlechte Organisation und fragwürdige Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Viele nette, engagierte Kolleg:innen, mit denen die Zusammenarbeit im direkten Umfeld angenehm war.
- Flexibilität im Arbeitsalltag war grundsätzlich gegeben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Kommunikation mangelhaft: Die interne Abstimmung ist chaotisch. Aufgaben werden verteilt, ohne Überblick über bestehende Workloads. Die eine Hand weiß oft nicht, was die andere tut.
- Künstlich aufgeblähte Prozesse: Es entsteht der Eindruck, man wolle unbedingt wie ein Großunternehmen wirken – bei realistisch kaum 30 Mitarbeitenden über 20 unterschiedliche Rollen einzuführen, wirkt eher absurd als durchdacht.
- Selbstbild vs. Realität: Die Website wirbt mit Standorten in Berlin, München, Münster, Heidelberg, Lissabon und Budapest – Berlin (soweit bekannt) existiert nicht mehr, Lissabon nur auf dem Papier, Münster besteht, wenn überhaupt, aus einem privaten Arbeitszimmer im Vorort.
- Führungskultur problematisch: Führungspositionen werden fragwürdig besetzt. Mein damaliger Teamlead äußerte mir gegenüber offen frauenfeindliche Ansichten – trotz Meldung an höhere Stellen blieb das ohne Konsequenzen. Mein Wunsch nach einem Teamwechsel wurde ignoriert.
- Extrem hohe Fluktuation: In kürzester Zeit sind zahlreiche Mitarbeitende gegangen oder wurden gegangen. In mehreren Fällen kam es zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit ehemaligen Mitarbeitenden, die das Unternehmen auf Schadenersatz verklagt haben.
- Wertschätzung? Fehlanzeige.: Nach meiner Kündigung hat sich keiner der Partner verabschiedet – nicht einmal ein einfaches „Tschüss“ oder „Alles Gute“. Das ist menschlich enttäuschend und spiegelt den grundlegenden Umgang mit Mitarbeitenden wider.
Verbesserungsvorschläge
- Strukturierte, transparente Kommunikation aufbauen – sowohl zwischen Teams als auch gegenüber den Mitarbeitenden.
- Rollen und Prozesse entschlacken und an die tatsächliche Unternehmensgröße anpassen.
- Führungskräfte kritisch prüfen und Feedback ernst nehmen – insbesondere bei gemeldeten Vorfällen.
Eine Unternehmenskultur fördern, die auch im Abschied Respekt zeigt – Wertschätzung endet nicht mit dem Arbeitsverhältnis.