Kündigung aufgrund einer vermuteten Kununu-Bewertung und als Alibi „angeblich fehlender Passung"
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zum Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden kann ich wenig sagen. Ich kann nur meinen eigenen Fall schildern:
Ich wurde über Monate hinweg regelmäßig für meine Leistung gelobt. Es wurde mir mehrfach gesagt, dass man große Pläne mit mir habe, ich viel Potenzial mitbringe und gut ins Team passe. Auch in Schulungen erhielt ich durchweg positives Feedback. Ich habe jedes Mal deutlich gemacht, dass ich dankbar für die Chance bin und mein Bestes gebe – was ich auch getan habe.
Trotzdem machte bereits früh das Gerücht die Runde, ich wäre unglücklich oder unzufrieden – obwohl ich jedem gegenüber klar kommuniziert habe, dass ich sehr glücklich bin, dort arbeiten zu dürfen. Meine Arbeitsweise zeigte das aus meiner Sicht auch deutlich: Ich fragte regelmäßig nach zusätzlichen Aufgaben, wollte aktiv unterstützen und habe – oft täglich – 1,5 bis 2 Stunden Überstunden gemacht. Das alles trotz einer Pendelstrecke von über 100 Kilometern pro Tag. Gleichzeitig wurde ich von einzelnen Kolleginnen und Kollegen teilweise ignoriert, und mir wurde später sogar gesagt, dass manche sich von meinen Fragen nach Arbeit genervt fühlten.
Umso überraschender war für mich, was kurz vor dem Ende der Probezeit passierte. Auf Kununu erschien eine negative Bewertung, deren Inhalt theoretisch auf viele Personen hätte zutreffen können, da mir in verschiedenen kollegialen Gesprächen ähnliche Dinge berichtet wurden. Dennoch wurde diese Bewertung plötzlich mit mir in Verbindung gebracht. In einem Gespräch versicherte ich, dass ich sie nicht verfasst habe. Zunächst wurde dies akzeptiert, es wurden weitere Mitarbeitende befragt. Eine Stunde später wurde ich jedoch erneut ins Büro gebeten und mir wurde mitgeteilt, dass ich meine Sachen packen soll. Als Begründung nannte man, ich würde nicht mehr „passen“, meine Rechtschreibung sei unzureichend und fachlich sei ich nicht geeignet. Das stand für mich im klaren Widerspruch zu dem durchweg positiven Feedback der vorherigen Monate.
Besonders enttäuscht hat mich, dass eine Führungskraft, mit der ich eng zusammengearbeitet hatte und von der ich oft positives Feedback erhielt, plötzlich eine komplett gegenteilige Einschätzung äußerte. Ich habe meinen Job wirklich gern gemacht und mich zu jeder Zeit voll eingesetzt.
Für mich entsteht der Eindruck, dass ein Verantwortlicher für die negative Bewertung gesucht wurde – obwohl ich es nicht gewesen bin. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man mit Kritik konstruktiv umgehen sollte. Bewertungen – ob positiv oder negativ – sind Teil der Meinungsfreiheit und können helfen, Strukturen zu verbessern. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller, an inhaltlichen Punkten zu arbeiten, statt aufgrund von Vermutungen personelle Entscheidungen zu treffen.
Verbesserungsvorschläge
Ich finde es bemerkenswert, dass eine unbelegte Vermutung als Kündigungsgrund ausgereicht hat. Einige Führungskräfte hatten mir gegenüber sogar geäußert, dass sie nicht davon ausgehen, dass die Gerüchte stimmen, zumal meine Leistung durchweg positiv bewertet wurde. Umso weniger konnte ich nachvollziehen, weshalb dennoch diese Entscheidung getroffen wurde.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe mich sehr Wohl gefühlt und es geliebt in die Arbeit zu gehen. Die Kollegen sind sehr freundlich, vor allem die Kollegen aus den Führungspositionen.
Image
Das auf Kununu dargestellte Image wurde aus meiner Sicht teilweise durch Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen bestätigt. Direkt zu Beginn sprachen mich Mitarbeitende aus Produktion, Vertrieb und Einkauf an und rieten mir, grundsätzlich vorsichtig zu sein. Für mich entstand dadurch der Eindruck, dass einige der Kritikpunkte im Unternehmen bereits länger bekannt waren.
Work-Life-Balance
Die Arbeitszeiten sind sehr gut. Durch das Gleitzeitmodell kann man flexibel ausgleichen. Außerdem gibt es 30 Urlaubstage im Jahr, von denen nur wenige für den Betriebsurlaub reserviert sind. Man kann Homeoffice machen, mir wurden 1 fester Tag (sporadisch 2) Versprochen. Ich konnte noch keinen machen da ich noch nicht aus der Einarbeitungsphase bin. (Was selbstverständlich ist und nicht negativ).
Kollegenzusammenhalt
Siehe „Das finde ich am Arbeitgeber schlecht“.
Vorgesetztenverhalten
Vertriebsleiter ist ein Herzensguter Mensch, zu dem Rest äußer ich mich nicht. Deswegen 2/5 Sternen.
Arbeitsbedingungen
In meiner Position war alles Top.
Kommunikation
Es wurde in allen Themen offen und korrekt kommuniziert. Schade war jedoch, dass ich bereits nach drei Wochen mit ersten Problemen konfrontiert wurde, weil eine Mitarbeiterin Gerüchte verbreitet hatte. Diese wurden erst in einem Sechs-Augen-Gespräch mit den Führungskräften vollständig ausgeräumt.
Gehalt/Benefits
Mein Gehalt war gut, sogar überdurchschnittlich. Es gibt eine EBS-Prämie sowie eine Gesundheitsprämie von 50 € in Form eines Gutscheins. Die jährlich einmalige Gesundheitsprämie von 500 € entfiel in der Folgezeit - ich vermute, dies geschah, um Kosten zu sparen, da die Krankheitsfälle im Unternehmen stark zurückgegangen sind.
Zu Urlaubs-/Weihnachtsgeld kann ich nichts sagen da ich kein volles Jahr im Unternehmen tätig war.
Gleichberechtigung
Siehe „Das finde ich am Arbeitgeber schlecht“.
Interessante Aufgaben
Ich denke, dass es je nach Abteilung viele interessante und vielfältige Aufgaben gibt. In meiner eigenen Abteilung konnte ich mich nicht beschweren. Auch wenn ich in der Lernphase war und daher noch weniger Aufgaben hatte, war ich mit den Tätigkeiten und dem Ablauf sehr zufrieden.