Finger weg, einfach nur Finger weg
Gut am Arbeitgeber finde ich
Meine Kollegen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
„Flache Hierarchie“ klingt auf dem Papier gut – in der Realität bedeutet das hier aber, dass sich Vorstandsmitglieder ständig in Teamprozesse einmischen. Oft ohne Rücksicht auf Zuständigkeiten oder Fachwissen. Das sorgt regelmäßig für Verwirrung, Unruhe und Frust im Arbeitsalltag.
Wichtige Informationen werden selten klar und direkt kommuniziert. Stattdessen werden sie in großen Meetings so nebenbei erwähnt, dass man sie leicht überhören könnte. Es wirkt, als wolle man sich absichern, ohne Verantwortung zu übernehmen – Hauptsache, es wurde irgendwo gesagt.
Zwar werden Probleme immer wieder angesprochen – in Einzelgesprächen, in Feedbackrunden, in Workshops. Doch selbst wenn sich alle Mühe geben, Lösungen zu erarbeiten: Es bleibt meist bei Ansätzen. Die Umsetzung scheitert entweder an fehlender Konsequenz oder daran, dass der Vorstand letztlich doch anders entscheidet.
Die Stimmung im Unternehmen ist spürbar angespannt. Viele Kolleg:innen sind frustriert, manche offen resigniert. Die Fluktuation ist nach wie vor hoch – kaum jemand bleibt länger. Wer kommt, geht oft nach kurzer Zeit wieder.
Das Vertrauensverhältnis zwischen Mitarbeitenden und Vorstand ist schwer beschädigt. Führungskräfte stehen unter enormem Druck und geben diesen mittlerweile offen an ihre Teams weiter. Die Belastung ist überall spürbar.
Im Bewerbungsprozess wird noch das große Potenzial beschworen – Entwicklungsmöglichkeiten, Mitgestaltung, moderne Strukturen. Doch wer anfängt, merkt schnell, dass diese Versprechen nicht mit der Realität übereinstimmen.
Immer wieder kommt es vor, dass kritische oder unbequeme Stimmen durch Druck und Ausgrenzung zum Schweigen gebracht oder aus dem Unternehmen gedrängt werden. Diese Praxis ist kein Einzelfall – sie gehört inzwischen fast schon zum System.
Für viele, die noch da sind, ist das tägliche Arbeiten zu einem Kraftakt geworden. Und an Veränderung glaubt kaum noch jemand.
Verbesserungsvorschläge
Es wäre wünschenswert, dass Vorstellungsgespräche künftig mit mehr Ehrlichkeit geführt werden, insbesondere im Hinblick auf gelebte Kultur, Führungsstil und bestehende Herausforderungen. Ein klarer Blick auf die eigenen Stärken und Schwächen – vor allem im Bereich Leadership – wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Glaubwürdigkeit und Entwicklung.
Zudem wäre es hilfreich, wenn Rückmeldungen von Mitarbeitenden ernst genommen würden, ohne dass sofort in eine Abwehrhaltung gewechselt wird. Zuhören, reflektieren und konsequent handeln: Nur so kann Vertrauen entstehen und erhalten bleiben.
Es besteht dringender Handlungsbedarf – viele im Unternehmen haben nicht mehr das Gefühl, dass sich wirklich etwas bewegt. Die Zeit, um nachhaltige Veränderung einzuleiten, ist begrenzt.
Arbeitsatmosphäre
Es wird gelästert, alle sind schlecht drauf und überlastet.
Work-Life-Balance
Ganz gut, man kann sich weitgehend so einrichten wie man möchte
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen sind alle cool. Trauma verbindet.
Vorgesetztenverhalten
Führungskräfte geben mittlerweile den großen Druck aus dem Vorstand weiter. Vom Vorstand gar nicht zu sprechen. Der mischt sich in seine Teams ein und führt zu noch mehr Frust und verlangsamt.
Kommunikation
Unterirdisch. Wir werden wie Kinder behandelt denen man nicht alles sagen kann unter dem Deckmantel, dass doch alles gesagt wird.
Gehalt/Benefits
Teilweise werden neue Mitarbeitende mit überdurchschnittlichen Konditionen eingestellt, während langjährige Beschäftigte über Jahre hinweg trotz mehrfacher Nachfrage keine Gehaltsanpassung erhalten – meist mit wenig überzeugenden Begründungen.
Interessante Aufgaben
Abwechslungsreich aber viel zu viel