Teils bedenklicher Missbrauch von Machtpositionen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Wir haben ein familiäres Image und das erklärte Ziel, das auf allen Ebenen zu verinnerlichen. Diese Vision teile ich und ich hoffe inständig, dass wir dem auch nur ein gutes Stück näher kommen. Für die Kinder und für uns.
Trotz allem würde ich die AWO als Arbeitgeber empfehlen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es ist alles gesagt.
Verbesserungsvorschläge
Bitte gebt uns Leitungen die Pflicht und die Möglichkeit, unsere Führungskompetenz zu prüfen und zu verbessern. Einige haben es nötig.
Bitte trefft auch unangenehme Entscheidungen, nicht unbedingt nur die einfachen. Es ist schwer, gute Kollegen zu finden. Wir können sie nicht leichtfertig gehen lassen, weil andere Personen ihren Größenwahn feiern.
Arbeitsatmosphäre
Vorab: Ich bin selbst Leitung einer der Kindertagesstätten und möchte meine Sicht auf die Dinge beschreiben.
Viele Leitungen hängen an ihrem Team und lieben die Arbeit mit den Kindern und ihren Familien. Leider gibt es einige Mitarbeiter*innen, auf Team- und Leitungsebene, die ihre persönlichen Interessen bewusst über die Ziele und Interessen der AWO und Familien stellen. Sie beraten sich gegenseitig, wie sie ungeliebte Mitarbeiter loswerden können. Nicht weil sie schlechte Arbeit leisten, sondern weil sie in ihrer Persönlichkeit ggf. nicht unterwürfig genug sind.Das Ausmaß an Machtmissbrauch, Ego und betriebsschädlichem Verhalten ist beispiellos.
Das betrifft bei weitem nicht alle Leitungen. Aber leider ist nicht jeder für eine Führungsposition gemacht. Wir haben schwarze Schafe, die zudem Narrenfreiheit haben. Entweder, weil sie nach eigener Aussage ohnehin ihre Puppen auf jeder Entscheidungsebene haben oder weil auf der anderen Seite unsere Betriebsleitung zu sehr auf ihre Ruhe als zufriedene Mitarbeiter bedacht ist. Das schafft eine Atmosphäre mangelnden Vertrauens. Und das ist in Zeiten des Fachkräftemangels einfach nur Gift. Schade.
Image
Das Image wäre sicherlich besser, wenn unsere Kolleg*innen zufrieden genug wären, um selbst für die AWO als Arbeitgeber zu werben.
Als Anbieter für Kinderbetreuung ist unser Image aber sehr gut und das meistens berechtigt.
Work-Life-Balance
Die AWO bietet uns verschiedene Möglichkeiten, Familie und Beruf zu vereinen und wo immer es notwendig ist, Räume für Flexibilität zu schaffen.
Aber auch hier: Zwischen Leitungen und Teams braucht es Gleichbehandlung und transparente Führung, damit die Kolleg*innen, die es wirklich brauchen, das Angebot dann auch nutzen können.
Karriere/Weiterbildung
Für unsere Leute ist es oft schwierig, in der Hierarchie aufzusteigen oder ihren Stärken entsprechend gesehen zu werden. Teilweise ist es der Struktur geschuldet, teils braucht es Glück, jemanden an seiner Seite zu haben, der dich fördert.
Gehalt/Benefits
Kann immer besser sein, aber grundsätzlich angemessen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Offiziell zumindest sehr gut. Einzelne Mitarbeiter*innen sollten hier mal an ihrer eigenen Einstellung arbeiten. Aber: Wo Menschen sind, sind leider auch Egos.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb einiger Teams schaden die Kolleg*innen sich oftmals lieber gegenseitig, anstatt im Sinner der Kinder und des Betriebs zu handeln. Sei es um die eigene Jobbezeichnung zu verbessern oder - auch hier - ungeliebte Kollegen loszuwerden. Hier brauchen wir ein deutlich konsequenteres Durchgreifen vom Betrieb. Es würde schon ein Zeichen setzen, wenn unsere Betriebsleitung den Intrigen mancher Leute nicht gleich nachgeben würde, sondern eher mal klare Kante gegen solche Aktionen zeigt.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Gleichberechtigung wird auch in der Regel unabhängig vom Alter gelebt, solange es die Stellenbeschreibung zulässt.
Vorgesetztenverhalten
Ich selbst bin auch in einer Führungsposition und sicherlich nicht immer perfekt. Ich versuche besser zu werden und bin mit meinen Leuten im Austausch.
Zu manchen anderen Einrichtungsleitungen und unserer Betriebsleitung habe ich bereits alles gesagt. Hier braucht es einfach mehr Kontrolle oder auch mal richtige Coachings, um unsere guten Leute auch zu halten.
Auch wenn innerhalb einer Einrichtung die Chemie mal nicht passen sollte, kann es nicht sein, dass wir gute Leute aufgrund persönlicher Befindlichkeiten einfach vor die Tür setzen, anstatt sie in unseren Reihen zu halten. Aber auch dafür braucht es die Bereitschaft, sich mit den Menschen im Einzelnen zu befassen. Wenn wir das erreichen, können wir auch die Belastung unserer Mitarbeiter viel besser auffangen.
Arbeitsbedingungen
An heißen Tagen haben wir echt Handlungsbedarf, für die Kollegen und die Kinder. Als sozialer Betrieb ist das Budget für Komfort und Arbeitsbedingungen leider eher klein. Solche Dinge müssen eigeninitiativ und oft aus eigener Kraft entstehen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist im Grunde von oberster Ebene schon sehr transparent. Unsere Unternehmensführung (noch recht neu) lässt sehr klar eine Vision erkennen. Nur leider wird die von Leitungen manchmal nicht weitergegeben. Vielmehr wollen sich manche nicht in die Karten schauen lassen, weil man vielleicht nicht links und rechts überholt werden möchte. Wer weiß...
In jedem Fall bringt es nichts, hier in reaktiver Panik positive Bewertungen zu schreiben, um die negativen Punkte zu verdrängen. Wir müssen gemeinsam aktiv an der Ursache unserer Probleme arbeiten.
Gleichberechtigung
Die AWO unterscheidet nicht zwischen Geschlechtern oder bestimmter Herkunft. Hier sind alle Menschen willkommen, die qualifiziert sind und sich für die Familien einsetzen möchten.
Jetzt müssen wir das nur noch auf allen Ebenen des Unternehmens verinnerlichen.
Interessante Aufgaben
Die Arbeit mit Kindern und die schrittweise Einführung des offenen Konzepts geben auch den Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, ihre eigenen Interessen und Stärken für die Kinder einzubringen.
Nochmal: Die Kritik ist nicht an alle Mitarbeiter gerichtet. Die meisten Menschen bei der AWO haben ihre Berufung gefunden und brauchen nun noch die richtige Umgebung, um noch besser mitwirken zu können.