Es hätte so gut werden können leider bricht das System in den Kitas zusammen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Fachtag mit den Kita Helden war für mich eine sehr bereichernde Erfahrung. Seine Impulse waren klar, inspirierend und haben gezeigt, dass es im Kita-Bereich um mehr Qualität statt Quantität gehen sollte. Für einen Moment hatte ich das Gefühl, dass auch die AWO bereit wäre, alte Strukturen zu überdenken und neue Wege einzuschlagen.
Leider wurde diese Hoffnung schnell gedämpft. Der sprecher der Kita Helden ist jemand, der mutig Fragen stellt, Missstände klar anspricht und sich auch gegenüber höher gestellten Personen nicht scheut, seine Haltung zu vertreten. Genau das, was Veränderung eigentlich braucht, wurde jedoch als „zu forsch“ empfunden. Statt die Chance auf echte Weiterentwicklung zu nutzen, wurden seine Ansätze und Ideen sehr schnell wieder beiseitegeschoben.
Für mich bleibt das Fazit: Die Ansätze waren wegweisend, aber der Mut zur Umsetzung fehlt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Alles gesagt
Verbesserungsvorschläge
Strukturen und Entlastung schaffen: Klare Abläufe in der offenen Spielzeit, gerechter Personaleinsatz und bei Engpässen realistische Maßnahmen wie Teil-Schließungen oder Vertretungskräfte.
Leitung und Stellvertretung aktiver einbinden: Mehr Präsenz in den Gruppen, Aufgaben nicht ins Team abschieben und Erreichbarkeit verbessern.
Kommunikation stärken: Informationen zuerst ans Team geben, verbindliche Absprachen einhalten und regelmäßige Teamgespräche mit klaren Ergebnissen führen.
Teamkultur fördern: Konflikte offen klären, Zusammenarbeit zwischen Ü3 und U3 klar regeln und Vertrauen durch Teambesprechungen aufbauen.
Work-Life-Balance verbessern: Belastungen fair verteilen, Doppelarbeit vermeiden und Pausen sowie Erholungszeiten respektieren.
Führungskompetenz entwickeln: Probleme aktiv ansprechen, Lösungen fördern und durch gezielte Fortbildungen für Leitungen Führungsstärke, Teamführung und Konfliktmanagement verbessern.
Supervision einführen: Regelmäßige externe Supervision für das gesamte Team (inkl. Leitung), um Belastungen zu reflektieren, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und die Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist leider sehr belastend. Besonders während der offenen Spielzeit fühlt es sich oft chaotisch und überfordernd an. Strukturen oder Entlastungen fehlen, wodurch ein hoher Druck auf den Mitarbeitenden lastet.
Das Gefühl von Mitarbeitendenrechten ist kaum vorhanden – auf Bedürfnisse oder Belastungsgrenzen wird selten Rücksicht genommen. Auch bei starkem Personalmangel wird die Einrichtung nicht geschlossen. Stattdessen füllen Leitung und Stellvertretung ihre Stunden in der Planung, sind aber kaum oder nur sehr selten direkt in den Gruppen präsent. Wenn Unterstützung erfolgt, dann meist nur kurzfristig und bis es anstrengend wird – eine dauerhafte Entlastung bleibt aus.
Dies führt dazu, dass die Arbeitssituation für das Team oft als unfair und ungleich verteilt wahrgenommen wird.
Kommunikation
Die Kommunikation verläuft leider sehr unstrukturiert und intransparent. Entscheidungen oder Absprachen erfahren wir Mitarbeitenden häufig erst ganz am Ende – Eltern werden zuerst informiert, während wir als direkt Betroffene oftmals zuletzt davon erfahren. Das sorgt für Verunsicherung und das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.
Auch innerhalb des Teams ist die Kommunikation schwierig. Absprachen werden nicht zuverlässig eingehalten, wodurch ein klarer Rahmen fehlt. Konsequenzen für nicht eingehaltene Vereinbarungen gibt es nicht, was die Zusammenarbeit zusätzlich erschwert und Spannungen verstärkt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. In der Ü3-Gruppe gibt es grundsätzlich einen guten Zusammenhalt und viele Kolleg:innen unterstützen sich gegenseitig. Das ist ein klarer positiver Aspekt und macht die Arbeit dort angenehmer.
Allerdings gibt es auch Schattenseiten: Manche Kolleg:innen ziehen sich ins Büro zurück und reden dort schlecht über andere, anstatt Probleme offen im Team zu klären. Das belastet das Miteinander und sorgt für Misstrauen.
Im U3-Bereich fehlt es spürbar an Klarheit und Unterstützung. Dort wirkt es so, als könne vieles ohne Grenzen geschehen. Wenn Hilfe benötigt wird, ziehen sich mehrere Kolleg:innen lieber ins Büro zurück, statt aktiv zu unterstützen.
Work-Life-Balance
Von einer gesunden Work-Life-Balance kann aktuell keine Rede sein. Nach der Arbeit fühlt man sich oft völlig überrollt und ausgelaugt, weil man nicht nur die eigene Arbeit erledigen muss, sondern gleichzeitig für zwei, drei oder manchmal sogar für zehn Personen mitarbeiten soll. Das führt zu ständiger Überlastung, fehlender Erholung und dem Gefühl, permanent an der Grenze der eigenen Kräfte zu arbeiten.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten wirkt oft so, als würden Probleme einfach „weggelächelt“ statt wirklich angegangen. Es fehlt spürbar an klarer Führung und Struktur, wodurch Aufgaben, die eigentlich zur Leitung gehören, auf das Team abgewälzt werden. Zudem sind die Vorgesetzten für das Team nur schwer oder gar nicht erreichbar, was im Alltag zusätzliche Herausforderungen schafft, anstatt vorhandene Probleme abzubauen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsatmosphäre ist insgesamt sehr belastend und von Chaos, fehlenden Strukturen und ständiger Überlastung geprägt. Mitarbeitende fühlen sich oft allein gelassen, da Leitung und Stellvertretung kaum aktiv in den Gruppen unterstützen. Kommunikation läuft unstrukturiert – wichtige Informationen erreichen das Team meist zuletzt, Absprachen werden nicht eingehalten und Konsequenzen bleiben aus.
Zwar gibt es in Teilen des Teams (vor allem im Ü3-Bereich) guten Zusammenhalt, dennoch wird dieser durch Rückzug ins Büro und das Schlechtmachen anderer geschwächt. Im U3-Bereich fehlen klare Regeln und Unterstützung. Eine Work-Life-Balance existiert praktisch nicht, da Mitarbeitende regelmäßig für mehrere Kolleg:innen gleichzeitig mitarbeiten müssen. Das Verhalten der Vorgesetzten verschärft die Situation zusätzlich, da Probleme weggelächelt, Führungsaufgaben abgegeben und Herausforderungen nicht gelöst, sondern vergrößert werden.