Mehr Frust als Freude
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die häufigen Überstunden und die automatische Korrektur der Arbeitszeiten. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung kommt es oft vor, dass man ohne Pause durcharbeitet und vergisst, dies zu melden. Am Ende wird diese Zeit einfach nicht berücksichtigt – man arbeitet also im Grunde umsonst. Die Arbeitsbelastung ist insgesamt sehr hoch. Dabei könnte man viele Abläufe meiner Meinung nach deutlich vereinfachen und effizienter gestalten!
Verbesserungsvorschläge
Ich verstehe, dass das Unternehmen wirtschaftlich arbeiten muss und dass es interne Zahlen und Kalkulationen gibt, die wir als Mitarbeiter nicht kennen. Trotzdem wäre mein größter Verbesserungsvorschlag, mehr Mitarbeiter einzuplanen. Es gibt Schichten, in denen es alleine einfach unmöglich ist, alles zu schaffen. Hört mehr auf die Mitarbeiter vor Ort – sie erleben jeden Tag, wie die Arbeit tatsächlich abläuft, und können oft am besten einschätzen, wo Verbesserungen notwendig sind!!!
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre hängt von der Filiale und davon ab, an welchem Tag du arbeitest. Wenn der Tag nicht so stressig ist – was wirklich sehr, sehr selten vorkommt – ist alles gut. Ansonsten herrscht eigentlich meistens eine Atmosphäre von Stress und Müdigkeit.
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Viele Mitarbeiter sind mit ihrer Arbeit unzufrieden. Ich habe zwar auch Menschen kennengelernt, die wirklich mit ganzem Herzen hinter der Firma stehen und sehr viel Energie in ihre Arbeit investieren. Meiner Meinung nach sind solche Mitarbeiter aber eher die Ausnahme.
Work-Life-Balance
Es gibt absolut keine Work-Life-Balance! Selbst wenn man eine Schicht bereits gearbeitet hat, bekommt man danach noch Anrufe und wird gefragt, ob man am nächsten Tag an einem völlig anderen Standort um 4:30 Uhr morgens arbeiten kann, weil wieder jemand krank geworden ist.
Die Schichten sind sehr anstrengend. Man kommt nach Hause, möchte sich eigentlich nur ausruhen und schlafen, und muss dann schon wieder zur Arbeit. Zusätzlich bekommt man ständig Anrufe von Kollegen/Pep usw. Auch Überstunden kommen häufig vor.
Karriere/Weiterbildung
Wenn es um Aufstiegsmöglichkeiten geht, ist Filialleiterin zu werden eigentlich schon das höchste, was man in diesem Bereich erreichen kann. Und selbst das möchten viele nicht, weil sie bereits als normale Mitarbeiter genug Belastung haben. Zusätzliche Verantwortung möchte kaum jemand übernehmen, auch wenn das Gehalt dafür ein bisschen höher ist.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist eher lächerlich – im Grunde bekommt man nur den Mindestlohn. Was die Benefits angeht, gibt es eigentlich nur Mitarbeiterrabatte. Aber ehrlich gesagt kaufe ich nur sehr selten etwas in der Bäckerei, weil ich es nach wie vor für einen wilden overprice halte. Besonders wenn man die Arbeitsbedingungen kennt.
Zu den Pluspunkten gehören, dass das Gehalt immer pünktlich gezahlt wird und es bezahlten Urlaub gibt. Aber mal ehrlich: Das sollte eigentlich selbstverständlich sein und kein besonderer Pluspunkt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Arbeitsalltag fällt mir vor allem auf, dass viele Lebensmittel nach der Schicht weggeworfen werden. Ich denke, dass man nach so vielen Jahren ein System entwickeln könnte, das anhand der Verkaufszahlen erkennt, in welchen Filialen der Warenumsatz niedriger ist und entsprechend die Liefermengen anpasst. Es macht meiner Meinung nach wenig Sinn, jeden Tag für mehrere hundert Euro Ware in eine Filiale zu liefern, wenn bereits absehbar ist, dass ein großer Teil davon nicht verkauft wird.
Kollegenzusammenhalt
Es hängt stark von der Filiale und davon ab, mit wem man zusammenarbeitet. Ich hatte bisher ziemlich viel Glück und war immer zufrieden mit meinen Kollegen. Mit manchen arbeitet man einfach zusammen und redet kaum miteinander, während man mit anderen sogar Freundschaften entwickeln kann. Ich habe allerdings genug Geschichten über Streitigkeiten und ungerechte Behandlung unter Kollegen gehört. Einmal habe ich sogar selbst miterlebt, wie eine Kollegin unfair behandelt und gemobbt wurde.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich für alle Mitarbeiter gleich. Ob ältere bzw. langjährige Mitarbeiter besonders geschätzt oder gefördert werden, kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich finde es allerdings sehr schade zu sehen, wie sich ältere Mitarbeiter durch die teilweise körperlich sehr anstrengende Arbeit kämpfen müssen. Wenn schon jüngere Mitarbeiter nach einer Schicht völlig erschöpft sind, kann ich mir vorstellen, wie viel anstrengender die Arbeit für ältere Kollegen sein muss.
Vorgesetztenverhalten
Was das Verhalten der Führungskräfte gegenüber den Mitarbeitern betrifft, habe ich persönlich nicht mit allen Führungsebenen Erfahrungen gemacht. Mit meiner Betriebsleiterin bin ich grundsätzlich zufrieden. Sie ist hilfsbereit, insbesondere wenn es um Krankheitsfälle oder Unstimmigkeiten im Dienstplan geht. Bei zwischenmenschlichen Konflikten habe ich jedoch häufig den Eindruck, dass diese nicht wirklich gelöst werden können.
Was die gesetzten Ziele und Vorgaben betrifft, empfinde ich einige davon als unrealistisch oder wenig sinnvoll. Auch die Entscheidungen bezüglich der Arbeitsabläufe führen meiner Meinung nach nicht immer zu einer Entlastung der Mitarbeiter. Im Gegenteil: Viele Vorgaben und Änderungen machen den Arbeitsalltag eher komplizierter und aufwendiger, anstatt ihn effizienter zu gestalten.
Arbeitsbedingungen
Es hängt stark von der jeweiligen Filiale ab. In vielen Filialen gibt es nicht einmal einen richtigen Platz, an dem man sich hinsetzen kann. Unsere Arbeit ist im Grunde so organisiert, dass man kaum die Möglichkeit hat, sich hinzusetzen – und ehrlich gesagt kommt man während der Schicht sowieso kaum dazu.
Gerade in der Pause möchte man manchmal einfach in einem ruhigen Raum sitzen, etwas essen oder wenigstens für ein paar Minuten einen eigenen Platz haben. Aber selbst das ist oft nicht möglich. Man versucht dann, irgendwo in einer Ecke auf dem einzigen vorhandenen Stuhl ohne Tisch kurz zur Ruhe zu kommen, während die Kollegin nebenan weiterhin mit den Bestellungen herumläuft.
Kommunikation
Die Kommunikation läuft über eine interne App, in der Informationen zu neuen Aktionen usw. geteilt werden. Die meisten wichtigen Informationen erfährt man jedoch direkt über den Filialleiter. Meetings finden nicht besonders regelmäßig statt. Wenn sie stattfinden, werden meiner Meinung nach jedoch selten wichtige Informationen über Ergebnisse, Erfolge oder Gewinne vermittelt. Daher empfinde ich sie teilweise eher als Zeitverschwendung.
Gleichberechtigung
Dazu kann ich nur wenig sagen, da in meinem Arbeitsbereich etwa 95 % der Mitarbeiter Frauen sind und ich daher nur selten mit männlichen Kollegen zusammengearbeitet habe.
Interessante Aufgaben
Am Anfang war die Arbeit für mich schwierig, aber gleichzeitig auch interessant. Nach so langer Zeit hat sich jedoch alles eingespielt und ist eintönig geworden. Jeden Tag macht man im Grunde dasselbe – aber ob man es schafft, alles in der vorgegebenen Zeit zu erledigen, ist jedes Mal eine gute Frage!