Autoritärer Führungsstil im Deckmantel von Teamarbeit
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Leitung der Konditorei verhält sich leider sehr unangenehm. Ein respektvoller Umgang fehlt, das Auftreten wirkt häufig arrogant, und es wird nicht einmal der Versuch unternommen, einen höflichen Ton zu wahren. Auch die Assistentin der Geschäftsführung fällt negativ auf – sie ahmt andere nach und zeigt deutlich, wenn ihr jemand unsympathisch ist.
Der Hauptgrund, weshalb so viele Mitarbeitende kündigen, liegt im Umgangston und der mangelnden Wertschätzung. Dennoch sieht sich die Geschäftsführung stets im Recht und reflektiert nicht ausreichend, um qualifiziertes Personal langfristig zu halten.
Verbesserungsvorschläge
Dienstpläne fairer gestalten
• Führungskräfte sollten sich aktiv auch an herausfordernden Tagen (z. B. Sonntag) beteiligen.
• Kommunikation respektvoller und empathischer gestalten – weniger Belehrung, mehr Dialog.
• Kritik ernst nehmen und als Chance zur Weiterentwicklung sehen, nicht als persönliches Fehlverhalten.
• Alle Mitarbeitenden gleich behandeln – klare, einheitliche Maßstäbe für alle.
• Feedbackkultur auf Augenhöhe fördern – statt Druck mehr Unterstützung anbieten.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Team hängt stark von der Präsenz und Tagesform einer einzelnen Führungsperson ab. In der Produktion wäre das, die Führung der Konditorei. Schlechte Laune bleibt leider nicht privat, sondern beeinflusst unmittelbar das Miteinander – was auf Dauer belastend ist. Man darf bloß keine gute Laune haben, wenn sie gerade schlechte hat. Emotionaler Kontrolle muss gelernt sein. Aber man lernt nie aus.
Besonders in der Backstube zeigt sich eine deutliche Ungleichbehandlung: Manche Mitarbeitende werden bevorzugt, andere spüren deutlich strengere Maßstäbe. Das untergräbt Vertrauen und Teamgefühl.
Work-Life-Balance
Die Dienstplangestaltung ist unausgewogen und belastet die Mitarbeitenden langfristig. Es kommt regelmäßig vor, dass man 6 oder sogar 7 Tage am Stück arbeiten muss – oft über mehrere Wochenenden hinweg. Nach 3–4 Wochenenden bekommt man meist erst ein freies Wochenende. Rückmeldungen zu einer besseren Verteilung oder Entlastung wurden bisher nicht umgesetzt.
Auffällig ist, dass die Leitung der Konditorei konsequent Sonntag und Montag frei hat – obwohl gerade der Sonntag der anspruchsvollste Arbeitstag ist.
Gehalt/Benefits
Geld bringt die Leute zu bleiben. Geld lässt Arbeitsbedingungen aushalten.
Kollegenzusammenhalt
Wenn die Chefetage nicht da ist wunderbar.
Vorgesetztenverhalten
Der Kommunikationsstil der Führung ist häufig belehrend statt konstruktiv. Rückmeldungen wirken persönlich wertend, Kritik wird selten als Chance zur Verbesserung gesehen. Statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, werden Fehler zugewiesen und die eigene Sichtweise relativiert. Aussagen wie „Zu viele Entschuldigungen wirken unglaubwürdig“ unterstreichen den Mangel an Empathie. Ein echter Austausch auf Augenhöhe findet kaum statt, was eine gesunde Feedbackkultur deutlich erschwert.
Kommunikation
In Gesprächen fehlt es oft an Empathie und echtem Interesse. Statt konstruktivem Feedback werden Sätze wie „Ich will keine 80 %, ich will 100 %“ oder „Du entschuldigst dich viel zu oft, das wirkt langsam unglaubwürdig“ geäußert – Formulierungen, die nicht motivieren, sondern unter Druck setzen oder persönlich verletzen können.
Kritik oder Rückmeldungen zur Führung der Backstubenleitung werden häufig mit Aussagen wie „Es war schon mal schlimmer“ oder „Ich bin halt so“ relativiert. Das signalisiert fehlende Reflexion und Veränderungsbereitschaft. Eine wertschätzendere Kommunikation und echte Offenheit für Entwicklung wären dringend nötig.