Gutes Unternehmen, leider schlechte Erfahrungen mit der Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Lage (Nähe am Hauptbahnhof), die Firmenevents sind einmalig gut und immer top organisiert, die Büroräume sind sehr schön.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Baker Tilly als Gesamtunternehmen habe ich grundsätzlich positiv wahrgenommen. Gleichzeitig hängt die persönliche Erfahrung meiner Meinung nach sehr stark von der jeweiligen Abteilung, dem Team und insbesondere der Führungskraft ab.
Ich finde es daher sehr schade, dass meine Erfahrungen mit einer einzelnen Person und deren Führungsverhalten letztlich dazu geführt haben, dass ich das Unternehmen aus meiner persönlichen Erfahrung heraus nicht weiterempfehlen kann. Ohne diese Erfahrungen hätte ich das Unternehmen insgesamt deutlich positiver bewertet.
Verbesserungsvorschläge
Die Vision BT28 finde ich grundsätzlich gut und sinnvoll. Allerdings sollte sie aus meiner Sicht nicht nur auf Unternehmensebene formuliert, sondern auch von den einzelnen Partnern und Führungskräften im Arbeitsalltag entsprechend vorgelebt und umgesetzt werden.
Arbeitsatmosphäre
Das Betriebsklima in meinem Team habe ich leider als sehr schwierig und belastend empfunden. Eine offene und transparente Kommunikation seitens der Führungskräfte fand aus meiner Sicht kaum statt. Statt eines offenen Austauschs entstand eher der Eindruck, dass jeder für sich arbeitet und Konflikte oder Probleme nicht offen angesprochen werden.
Ein echtes Teamgefühl konnte dadurch leider nicht entstehen. Die Zusammenarbeit wirkte häufig oberflächlich und teilweise von Kommunikation „hinter dem Rücken“ geprägt. Auch der persönliche Austausch untereinander war meiner Erfahrung nach eher eingeschränkt.
Das grundlegende Problem habe ich dabei weniger bei den einzelnen Mitarbeitenden gesehen, sondern insbesondere in der Führung und Kommunikation innerhalb des Teams. Eine klarere, offenere und wertschätzendere Führung hätte meiner Meinung nach viel dazu beitragen können, das Arbeitsklima und die Zusammenarbeit zu verbessern.
Kommunikation
Die Kommunikation mit meinem direkten Vorgesetzten bzw. Partner war leider äußerst schwierig. Auf fachliche Rückfragen musste ich teilweise mehrere Monate auf eine Rückmeldung warten. Selbst nach wiederholtem Nachfragen – teilweise fünf- bis sechsmal – erhielt ich erst eine Antwort.
Besonders enttäuschend war für mich der Umgang mit meiner Kündigung. Nachdem ich diese ausgesprochen hatte, wurde die Kommunikation vonseiten meines Vorgesetzten praktisch vollständig eingestellt. Aus meiner Sicht wurde die Kündigung sehr persönlich genommen, anstatt sie sachlich und professionell einzuordnen.
In der Folge erhielt ich beispielsweise keinerlei Rückmeldung mehr zu von mir vorbereiteten Steuererklärungen und Jahresabschlüssen. Gerade in einem fachlich anspruchsvollen Umfeld halte ich eine verlässliche Kommunikation und konstruktives Feedback jedoch für essenziell. Insgesamt hat diese Erfahrung meinen Eindruck von der Führung und der Zusammenarbeit im Team leider bestätigt.
Kollegenzusammenhalt
Der Teamzusammenhalt ist meiner Erfahrung nach sehr stark vom jeweiligen Team und insbesondere von dessen Führung abhängig. In meinem Team war ein gewisser Zusammenhalt nach außen zwar vorhanden, tatsächlich hatte ich jedoch nicht das Gefühl, in einem wirklichen Team zu arbeiten.
Der Austausch untereinander war überwiegend oberflächlich und gemeinschaftliche Aktivitäten fanden kaum statt. Selbst ein gemeinsames Mittagessen, das für mich zu einem normalen kollegialen Miteinander gehört, wurde irgendwann nicht mehr gemeinsam gemacht. Insgesamt fehlte mir dadurch ein echtes Gefühl von Zusammengehörigkeit und gegenseitiger Unterstützung.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist meiner Erfahrung nach stark vom jeweiligen Team und der Führungskraft abhängig. In meiner Abteilung war diese grundsätzlich gut geregelt. Es wurde viel Flexibilität bei der Arbeitszeit ermöglicht, da es meinem Vorgesetzten grundsätzlich freigestellt war, wann man seine Arbeit erledigt, solange die Aufgaben entsprechend bearbeitet wurden.
Diese Flexibilität habe ich als klaren Pluspunkt empfunden und sie hat zu einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben beigetragen.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich insbesondere im Zusammenhang mit meiner Kündigung als ausgesprochen unprofessionell empfunden. Leider hatte ich den Eindruck, dass meine Kündigung persönlich genommen wurde und sich dies auch in der Behandlung in den darauffolgenden Monaten widerspiegelte.
Bereits das persönliche Gespräch zur Kündigung empfand ich als äußerst unangemessen und wenig professionell. Auch im weiteren Verlauf veränderte sich der Umgang deutlich. Eine sachliche und professionelle Kommunikation war aus meiner Sicht kaum noch möglich.
Unter anderem wurde mir auch z.B. ein Urlaubstag nicht genehmigt, obwohl mir keine betrieblichen Gründe hierfür genannt wurden.
Auf die konkreten Äußerungen und den Umgang in dem Gespräch möchte ich an dieser Stelle bewusst nicht näher eingehen. Ich kann lediglich sagen, dass ich die Art und Weise als äußerst respektlos und persönlich belastend empfunden habe. Aus meiner Sicht sollte eine Kündigung – unabhängig davon, wie sie aufgenommen wird – professionell und sachlich behandelt werden. Gerade in einer solchen Kanzlei hätte ich hier einen anderen Umgang erwartet.
Interessante Aufgaben
Aufgaben und Tätigkeiten
Die Aufgaben in meinem Team waren insgesamt interessant und abwechslungsreich. Auch hier scheint die Erfahrung jedoch stark vom jeweiligen Team und Aufgabenbereich abzuhängen. Von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Teams bei Baker Tilly habe ich diesbezüglich unterschiedliche Erfahrungen und Einschätzungen gehört.
Gleichberechtigung
Habe ich als positiv wahrgenommen.
Umgang mit älteren Kollegen
Habe ich sehr positiv wahrgenommen.
Arbeitsbedingungen
Büromöbel sind etwas veraltet. Insbesondere die Stühle sind sehr unbequem und es gibt keine höhenverstellbaren Schreibtische ohne ärztliches Attest. Die Büroräume und die IT-Ausstattung ist aber sehr modern.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mir wäre nicht bekannt, dass hierfür aktiv etwas getan wird.
Gehalt/Benefits
Mit Gehalt und Benefits war ich zufrieden. Urban Sports ist jedoch meines Erachtens der schlechteste Firmenfitnessanbieter.
Karriere/Weiterbildung
Gute Karrierechancen im Unternehmen und gute Konditionen für Weiterbildungen.


