Viel Vision nach außen, aber wenig Wertschätzung und Selbstreflexion im Umgang mit Mitarbeitenden. Engagierte Mitarbeite
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv habe ich zu Beginn vor allem die ambitionierten Ziele und die ursprüngliche Vision des Unternehmens wahrgenommen. Es gab anfangs viele Ideen, viel Motivation und den gemeinsamen Wunsch, etwas aufzubauen und die Firma langfristig erfolgreich am Markt zu positionieren.
Viele Mitarbeitende und Führungskräfte haben tatsächlich an diesen „Traum" geglaubt. Es wurde viel persönliche Energie investiert, um Projekte vorzubereiten, Kunden zu betreuen, Strukturen aufzubauen und das Unternehmen professioneller aufzustellen.
Leider hatte ich im weiteren Verlauf den Eindruck, dass genau dieser Einsatz nicht ausreichend anerkannt wurde. Personen, die viel Verantwortung übernommen und sich stark mit dem Unternehmen identifiziert hatten, wurden später aus meiner Sicht nicht mehr mit der gleichen Wertschätzung
behandelt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders negativ empfand ich den Umgang mit engagierten Mitarbeitenden und Führungskräften. Viele haben über längere Zeit deutlich mehr geleistet, als eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. Sie haben fehlende Strukturen ausgeglichen, zusätzliche Verantwortung übernommen und versucht, das Unternehmen trotz vieler organisatorischer Schwächen weiterzubringen.
Nach meinem Eindruck rückte jedoch zunehmend weniger die langfristige Entwicklung des Unternehmens in den Mittelpunkt. Stattdessen zählten vor allem kurzfristige Abrechenbarkeit, Kundeneinsätze und der Umsatz am Monatsende. Führungskräfte wurden aus meiner Sicht teilweise nicht als strategische Verantwortliche gesehen, sondern eher als abrechenbare Ressourcen, die beim Kunden möglichst wirtschaftlich eingesetzt werden sollten.
Dabei wurden teilweise Tätigkeiten übernommen oder erwartet, die nicht immer zur eigentlichen Position, Qualifikation oder Verantwortung gepasst haben. Entscheidend schien häufig nur zu sein, ob eine Leistung abrechenbar war.Besonders enttäuschend war für mich, dass genau diese Mitarbeitenden und Führungskräfte später teilweise kritisch dargestellt oder aus dem Unternehmen gedrängt wurden. Menschen, die lange an die Firma geglaubt und sehr viel Einsatz gezeigt hatten, wurden am Ende aus meiner Sicht als nicht gut genug abgestempelt.
Was mir dabei besonders fehlte, war eine ehrliche Selbstreflexion der Geschäftsführung. Statt die eigenen Entscheidungen, fehlende Strukturen und unrealistische Erwartungen kritisch zu hinterfragen, wurde Verantwortung nach meinem Eindruck häufig nach unten weitergegeben.
Verbesserungsvorschläge
meiner Sicht sollte das Unternehmen seinen Umgang mit Mitarbeitenden und Führungskräften grundlegend überdenken. Wer über längere Zeit Verantwortung übernimmt, zusätzliche Aufgaben auffängt und versucht, eine Firma professionell aufzubauen, sollte später nicht zum Problem erklärt werden.
Wichtig wäre eine ehrlichere und reifere Führungskultur. Schwierigkeiten und Fehlentwicklungen sollten nicht nur einzelnen Personen zugeschrieben werden. Wenn Strukturen fehlen, Entscheidungen unklar bleiben oder Erwartungen nicht realistisch sind, trägt auch die Geschäftsführung Verantwortung.
Zudem sollte der Fokus nicht fast ausschließlich auf kurzfristiger Abrechenbarkeit liegen. Natürlich muss ein Unternehmen wirtschaftlich arbeiten. Trotzdem sollten Führungsarbeit, interne Organisation, Aufbauarbeit, Mitarbeitendenführung und langfristige Entwicklung ebenfalls anerkannt werdenVor allem braucht es mehr Wertschätzung für diejenigen, die viel für das Unternehmen gegeben haben. Viele Mitarbeitende haben aus Überzeugung und Loyalität mehr geleistet, als man erwarten konnte. Dieses Engagement sollte respektiert werden und nicht erst genutzt und später abgewertet werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich im Laufe der Zeit zunehmend als angespannt und wenig wertschätzend empfunden. Anfangs gab es noch viel Motivation, Teamgeist und den gemeinsamen Wunsch, etwas aufzubauen.
Mit der Zeit entstand jedoch bei mir der Eindruck, dass Einsatz und Loyalität immer stärker als selbstverständlich angesehen wurden. Wer viel geleistet hat, bekam nicht unbedingt mehr Vertrauen oder Anerkennung, sondern oft noch mehr Druck und zusätzliche Erwartungen.
Fehler oder Probleme wurden aus meiner Sicht häufig einzelnen Personen zugeschrieben, während Erfolge eher allgemein vereinnahmt wurden. Besonders belastend war für mich, dass Mitarbeitende und Führungskräfte, die lange an das Unternehmen geglaubt hatten, später teilweise menschlich enttäuschend behandelt wurden.
Kommunikation
Die Kommunikation war aus meiner Sicht eines der größten Probleme. Erwartungen, Zusagen und Entscheidungen waren häufig nicht klar oder verlässlich. Teilweise entstand der Eindruck, dass Aussagen je nach Situation anders dargestellt wurden.
Besonders schwierig empfand ich, dass Probleme nicht immer offen und sachlich aufgearbeitet wurden. Statt gemeinsam Ursachen zu analysieren, wurden nach meinem Eindruck einzelne Mitarbeitende oder Führungskräfte verantwortlich gemacht.
Eine ehrlichere Kommunikation hätte bedeutet, auch Fehler auf Geschäftsführungsebene anzusprechen und die eigene Verantwortung für bestimmte Entwicklungen zu übernehmen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war für mich einer der wenigen wirklich positiven Punkte. Besonders in der Anfangszeit gab es viele Kolleginnen und Kollegen, die gemeinsam an die Vision geglaubt und versucht haben, das Unternehmen voranzubringen.
Viele haben Aufgaben übernommen, die eigentlich durch klare Prozesse, Strukturen oder Führung hätten geregelt werden müssen. Dadurch entstand zeitweise ein starker Zusammenhalt im Team.
Leider hatte ich später den Eindruck, dass diese funktionierende Zusammenarbeit nicht ausreichend geschützt wurde. Statt Teams zu stärken und Vertrauen zu geben, wurden Entscheidungen wieder stärker zentralisiert. Dadurch gingen Motivation, Eigenverantwortung und Teamgeist aus meiner Sicht zunehmend verloren.
Work-Life-Balance
Eine echte Work-Life-Balance habe ich kaum erlebt. Hohe Flexibilität, ständige Erreichbarkeit und zusätzlicher Einsatz wurden nach meinem Eindruck häufig vorausgesetzt.
Gerade Führungskräfte standen oft unter dem Druck, gleichzeitig interne Themen, Kundenanforderungen, Projektprobleme und wirtschaftliche Erwartungen erfüllen zu müssen. Persönliche Belastung wurde dabei aus meiner Sicht wenig berücksichtigt.
Viele Mitarbeitende sind über ihre eigentlichen Grenzen hinausgegangen, weil sie an den Erfolg des Unternehmens geglaubt haben. Langfristig ist eine solche Erwartungshaltung aus meiner Sicht weder gesund noch professionell.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich insgesamt als wenig selbstkritisch und nicht ausreichend wertschätzend empfunden. Besonders problematisch war für mich der Umgang mit Führungskräften, die lange Verantwortung getragen und viel für den Aufbau des Unternehmens geleistet hatten.
Nach meinem Eindruck wurden diese Personen zunächst stark belastet und für viele Themen verantwortlich gemacht. Wenn es jedoch schwierig wurde oder Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprachen, wurde Verantwortung schnell nach unten weitergegeben.
Die Geschäftsführung hat aus meiner Sicht zu wenig hinterfragt, welchen Anteil eigene Entscheidungen, fehlende Strukturen oder unrealistische Erwartungen an diesen Problemen hatten.
Zusätzlich empfand ich es als widersprüchlich, dass Führungskräfte beim Kunden teilweise für Tätigkeiten eingesetzt wurden, die nicht ihrer eigentlichen Rolle entsprachen, solange sie abrechenbar waren. Intern wurden sie gleichzeitig an hohen Führungsansprüchen gemessen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben und Projekte selbst waren fachlich durchaus interessant. Gerade im Bereich Infrastruktur und Ingenieurprojekte gab es anspruchsvolle Themen, bei denen man viel lernen und Verantwortung übernehmen konnte.
Problematisch war jedoch, dass neben der eigentlichen Projektarbeit immer mehr zusätzliche Erwartungen entstanden. Mitarbeitende und Führungskräfte sollten Projekte bearbeiten, Kunden zufriedenstellen, Aufträge sichern, interne Probleme lösen und gleichzeitig wirtschaftlich möglichst gut abrechenbar sein.
Wenn etwas gut lief, wurde es häufig als selbstverständlich betrachtet. Wenn Probleme entstanden, wurde die Verantwortung aus meiner Sicht schnell einzelnen Personen zugeschrieben. Das empfand ich besonders unfair gegenüber denjenigen, die lange an das Unternehmen geglaubt und sehr viel dafür investiert hatten.
Gleichberechtigung
Beim Thema Gleichbehandlung hatte ich nicht den Eindruck, dass alle Mitarbeitenden ausschließlich nach Leistung, Erfahrung und Verantwortung bewertet wurden. Persönliche Nähe zur Führungsebene schien aus meiner Sicht teilweise eine größere Rolle zu spielen als fachliche Kompetenz oder tatsächlicher Einsatz.
Das führte innerhalb des Teams zu Unzufriedenheit und zu dem Gefühl, dass Engagement nicht immer fair bewertet wurde. Gerade Personen, die viel geleistet hatten, fühlten sich nach meinem Eindruck am Ende nicht gerecht behandelt.
Umgang mit älteren Kollegen
Besonders kritisch empfand ich, dass Erfahrung und Loyalität nicht immer entsprechend anerkannt wurden. Ältere Mitarbeitende, die viel Wissen über Projekte, Kunden und interne Abläufe hatten, hätten aus meiner Sicht stärker respektiert und als wichtige Stütze des Unternehmens behandelt werden müssen. Insgesamt fehlte mir hier ein respektvollerer und bewussterer Umgang mit langjähriger Erfahrung, Verlässlichkeit und fachlicher Kompetenz.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren aus meiner Sicht nicht ausreichend auf langfristige Motivation und professionelle Führungsarbeit ausgerichtet. Vieles wirkte stark kostenorientiert.
Von Mitarbeitenden wurde erwartet, flexibel, belastbar und lösungsorientiert zu sein. Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen, klare Strukturen und ausreichende Unterstützung waren nach meinem Eindruck jedoch nicht immer vorhanden.
Gerade Führungskräfte mussten oft mehrere Rollen gleichzeitig übernehmen: Projektarbeit, Kundenbetreuung, interne Organisation, Akquise, Mitarbeitendenführung und wirtschaftliche Verantwortung. Dafür fehlten aus meiner Sicht klare Zuständigkeiten und echte Entscheidungsspielräume.
Insgesamt entstand bei mir der Eindruck, dass Einsatz stark eingefordert, aber nicht im gleichen Maß zurückgegeben wurde.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim sozialen Umgang mit Mitarbeitenden sehe ich deutlichen Verbesserungsbedarf. Aus meiner Sicht wurde viel Einsatz, Loyalität und Flexibilität erwartet, aber zu wenig darauf geachtet, wie Menschen fair, respektvoll und langfristig gesund behandelt werden.
Gerade Mitarbeitende, die sich stark mit dem Unternehmen identifiziert und viel persönliche Energie investiert haben, hätten mehr Anerkennung, Schutz und Fairness verdient.
Auch der Umgang mit erfahrenen und älteren Kolleginnen und Kollegen hätte aus meiner Sicht respektvoller sein müssen. Langjährige Erfahrung, Verlässlichkeit und fachliches Wissen sollten nicht als selbstverständlich betrachtet oder unterschätzt werden.
Gehalt/Benefits
Beim Thema Gehalt hatte ich den Eindruck, dass keine klare und nachvollziehbare Struktur gab. Gehaltserhöhungen oder Entwicklungsschritte mussten aus meiner Sicht häufig stark begründet und erkämpft werden.
Gleichzeitig wurde ein sehr hoher Einsatz erwartet. Nach meinem Empfinden passten Verantwortung, Belastung und Vergütung nicht immer zusammen. Besonders kritisch war für mich, dass Mitarbeitende und Führungskräfte stark danach bewertet wurden, welchen kurzfristigen wirtschaftlichen Nutzen sie bringen konnten.
Zusätzliche Sozialleistungen oder moderne Benefits spielten nach meiner Erfahrung kaum eine Rolle. Insgesamt entstand bei mir der Eindruck, dass wirtschaftliche Interessen deutlich stärker gewichtet wurden als nachhaltige Mitarbeitendenbindung.
Image
Das Image des Unternehmens habe ich mit der Zeit zunehmend kritisch wahrgenommen. Nach außen wirkte das Unternehmen ambitioniert, wachstumsorientiert und professionell. Intern hatte ich jedoch den Eindruck, dass viele grundlegende Themen wie Führung, Organisation, Kommunikation und Wertschätzung nicht stabil gelöst waren.
Die hohe Fluktuation und die vielen Wechsel von Mitarbeitenden und Ansprechpartnern wirkten auf mich nicht zufällig. Wenn engagierte Personen, die zuvor viel aufgebaut haben, das Unternehmen verlassen oder verlassen müssen, bleibt das auch außerhalb des Unternehmens nicht unbemerkt.
Für mich entstand zunehmend der Eindruck, dass das Unternehmen nach außen professioneller erscheinen wollte, als es intern tatsächlich organisiert war.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten wurden zwar immer wieder angesprochen, wirkten in der Praxis aber oft unverbindlich. Perspektiven wurden teilweise in Aussicht gestellt, später jedoch nicht konsequent umgesetzt oder anders dargestellt.
Besonders kritisch sehe ich, dass Führungskräfte Verantwortung übernehmen sollten, ohne dafür immer die notwendige Unterstützung, Rückendeckung oder Entscheidungsfreiheit zu erhalten. Man sollte Kunden bedienen, Umsätze sichern, interne Probleme lösen und gleichzeitig Führungsverantwortung tragen.
Weiterbildung und langfristige Entwicklung standen aus meiner Sicht eher im Hintergrund. Wichtiger schien häufig, dass Mitarbeitende kurzfristig vollständig ausgelastet und abrechenbar waren.
Auch bei älteren Kolleginnen und Kollegen hatte ich nicht den Eindruck, dass ihre Erfahrung gezielt gefördert oder sinnvoll eingebunden wurde. Dabei wäre gerade deren Wissen für komplexe Projekte und stabile Strukturen sehr wertvoll gewesen.