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Bewertung

Große Versprechen vorher, unklare Rollen und Kündigung nachher

1,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 bei B. Braun SE in Melsungen gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Der Arbeitgeber sollte bereits im Bewerbungsprozess realistisch und verbindlich kommunizieren, welche Rolle tatsächlich vorgesehen ist und welche Voraussetzungen für mögliche Beförderungen gelten. Vertragszusätze und mündliche Perspektiven sollten nach Arbeitsbeginn nicht relativiert werden.

Arbeitsatmosphäre

Meine Erfahrung mit diesem Arbeitgeber war leider sehr enttäuschend. Vor der Einstellung fanden über mehrere Wochen beziehungsweise Monate intensive Verhandlungen statt. In einem Addendum zu meinem Arbeitsvertrag wurde eine funktionale Verantwortung festgehalten. Zusätzlich wurde mehrfach eine zeitnahe Perspektive auf eine Position als stellvertretende Abteilungsleitung angesprochen. Vor Vertragsunterzeichnung hieß es ausdrücklich, diese Entwicklung sei nicht vom Budget abhängig.
Bereits am zweiten Arbeitstag stellte sich die Situation anders dar. Als ich fragte, ob ich mich zur Vorbereitung auf die in Aussicht gestellte Rolle fachlich weiterentwickeln dürfe, reagierte mein Vorgesetzter aus meiner Sicht auffallend ablehnend. Nun hieß es, erst in etwa zwölf Monaten werde man sehen, ob Budget für eine Beförderung vorhanden sei. Zunächst solle ich ausschließlich im regulären Tagesgeschäft „performen“.
Für mich entstand dadurch sehr früh eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Aussagen im Bewerbungsprozess und der tatsächlichen Situation nach meinem Eintritt.

Image

Bekanntes Unternehmen.

Work-Life-Balance

Irrelevant gemäß anderer Faktoren.

Karriere/Weiterbildung

Bis heute ist für mich nicht nachvollziehbar, weshalb ich für diese Position eingestellt wurde. Zwischen den ausführlichen Zusagen vor Vertragsunterzeichnung und meiner tatsächlichen Rolle bestand eine erhebliche Differenz. Ich investierte mein Fachwissen in eine Abteilungsstrategie, einen KI-Anwendungsfall und weitere konzeptionelle Aufgaben. Kurz darauf wurde das Arbeitsverhältnis ohne inhaltliche Begründung beendet.

Gehalt/Benefits

Irrelevant gemäß anderer Faktoren.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Besonders irritierend war für mich, dass mehrere Personen Kenntnisse über sehr detaillierte Vorgänge aus früheren Arbeitsverhältnissen zu haben schienen. Dabei wurden mir unter anderem gefühlt frühere Beförderungs- und Nichtbeförderungsgründe nahezu im Wortlaut geschildert.
Ich kann nicht beurteilen, woher diese Informationen stammten oder welche Einwilligungen möglicherweise vorlagen. Mir war jedoch nicht bewusst, einer derart detaillierten Weitergabe zugestimmt zu haben. Ein transparenter Umgang mit Referenzen und personenbezogenen Informationen wäre aus meiner Sicht dringend erforderlich gewesen.

Kollegenzusammenhalt

Trotz meiner langjährigen Berufserfahrung war vorgesehen, dass ein deutlich weniger erfahrenes Teammitglied meine Aufgaben im Tagesgeschäft koordiniert. Eine solche Rollenverteilung kann grundsätzlich funktionieren, wenn Zuständigkeiten transparent und professionell geklärt werden. Genau daran fehlte es jedoch.
Mein Vorgesetzter wollte die Rollenbeschreibungen und Abgrenzungen zwischen Junior-, Senior- und Managementfunktionen nicht mit mir besprechen. Gleichzeitig erhielt ich kaum Aufgaben. Das betreffende Teammitglied erledigte wesentliche Tätigkeiten selbst. Später wurde mir mitgeteilt, ich hätte angeblich empfindlich reagiert, als mir Aufgaben übertragen werden sollten. Konkrete Situationen oder Beispiele wurden mir trotz der Tragweite dieser Kritik nicht genannt.
Meine Vorschläge, mir entsprechend der Stellenausschreibung eine Projektleitung, einen klar abgegrenzten Projektteil oder wenigstens eine eigenständig bearbeitbare Aufgabenstrecke zu übertragen, wurden nicht aufgegriffen.
Um arbeitsfähig zu werden, bat ich um eine Übersicht der regelmäßig anfallenden Tätigkeiten. Sowohl mein Vorgesetzter als auch mehrere Kolleginnen und Kollegen erklärten mir unabhängig voneinander, e

Umgang mit älteren Kollegen

Im Hinblick auf meine funktionale Verantwortung und die in Aussicht gestellte Weiterentwicklung sollte ich eine Abteilungsstrategie als Präsentation ausarbeiten. Mir wurde gesagt, ich könne diese nach der Probezeit dem Vorstand vorstellen und damit meine Karriereentwicklung unterstützen.
Über Wochen wurde regelmäßig über diese Präsentation gesprochen, und ich brachte umfangreiches Fachwissen sowie eigene strategische Überlegungen ein. Nach meiner Kündigung bestand mein Vorgesetzter darauf, die Präsentation zu erhalten, da sie während meiner Arbeitszeit erstellt worden sei. Gleichzeitig kündigte er an, sie selbst dem Vorstand vorzustellen.
Teile der von mir entwickelten strategischen Inhalte wurden bereits kurz zuvor in einem globalen Termin durch ein Vorstandsmitglied aufgegriffen, ohne dass mein Beitrag erwähnt wurde. Ich hätte mir hier einen transparenteren und wertschätzenderen Umgang mit der Urheberschaft und den Beiträgen einzelner Beschäftigter gewünscht.

Vorgesetztenverhalten

Das Führungsverhalten empfand ich als wenig transparent und nicht unterstützend. Konflikte und Missverständnisse wurden aus meiner Sicht nicht durch gemeinsame Gespräche, klare Zuständigkeiten oder konkrete Erwartungen gelöst. Stattdessen wurden mir unspezifische Aussagen über meine angebliche Wirkung mitgeteilt, ohne mir eine nachvollziehbare Möglichkeit zur Einordnung oder Verbesserung zu geben.
Im weiteren Verlauf vermied mein Vorgesetzter zunehmend direkte Gespräche mit mir. Während mit anderen Teammitgliedern regelmäßig längere Termine stattfanden, wurden meine eigenen Gesprächsanfragen kaum noch angenommen. Es wurde mir nicht offen erklärt, welche konkreten Leistungen nicht den Erwartungen entsprachen, welches Verhalten geändert werden sollte oder anhand welcher Kriterien ich beurteilt wurde.
Als ich schließlich die zuvor besprochenen Voraussetzungen für eine mögliche Beförderung formell in meine Jahresziele aufnehmen und dazu ein Gespräch führen wollte, wurde mir kurzfristig innerhalb der Probezeit gekündigt. Gründe wurden mir nicht genannt. Direkt im Anschluss wurde ich aus dem Gebäude begleitet, ohne mich vom Team verabschieden zu können. Ich empfand das als respektlos.

Arbeitsbedingungen

Auch die grundlegende Organisation der Abteilung wirkte auf mich wenig ausgereift. Wichtige Arbeitsunterlagen und historische Dokumentationen waren kaum auffindbar oder wurden gerade erst von jüngeren Teammitgliedern neu erstellt. Aus früheren Unternehmen kenne ich es so, dass bestehende Arbeitsmaterialien strukturiert archiviert und als Grundlage für neue Projekte genutzt werden. Dadurch lassen sich Zeitverluste vermeiden und Qualitätsstandards sichern.

Kommunikation

Im Hinblick auf meine funktionale Verantwortung und die in Aussicht gestellte Weiterentwicklung sollte ich eine Abteilungsstrategie als Präsentation ausarbeiten. Mir wurde gesagt, ich könne diese nach der Probezeit dem Vorstand vorstellen und damit meine Karriereentwicklung unterstützen.
Über Wochen wurde regelmäßig über diese Präsentation gesprochen, und ich brachte umfangreiches Fachwissen sowie eigene strategische Überlegungen ein. Nach meiner Kündigung bestand mein Vorgesetzter darauf, die Präsentation zu erhalten, da sie während meiner Arbeitszeit erstellt worden sei. Gleichzeitig kündigte er an, sie selbst dem Vorstand vorzustellen.
Teile der von mir entwickelten strategischen Inhalte wurden bereits kurz zuvor in einem globalen Termin durch ein Vorstandsmitglied aufgegriffen, ohne dass mein Beitrag erwähnt wurde. Ich hätte mir hier einen transparenteren und wertschätzenderen Umgang mit der Urheberschaft und den Beiträgen einzelner Beschäftigter gewünscht.

Gleichberechtigung

Die Atmosphäre empfand ich insgesamt als wenig kollegial. Irritationen wurden nicht direkt zwischen den beteiligten Personen geklärt, sondern offenbar über den Vorgesetzten weitergetragen. Begriffe wie „empfindlich reagieren“, die ein männlicher Kollege verwendete, um meine Reaktion, ich bin eine Frau, zu beschreiben, blieben dabei ohne konkrete Beispiele.
Auch meine Positionierung innerhalb der Abteilung war zunächst widersprüchlich. Obwohl ich in einer erfahrenen und funktional verantwortlichen Rolle eingestellt worden war, wurde ich im ersten Entwurf des Organigramms an einer Stelle eingeordnet, die meiner tatsächlichen Funktion aus meiner Sicht nicht entsprach. Nach meiner höflichen Bitte wurde dies erst mehrere Wochen später korrigiert.

Interessante Aufgaben

Innerhalb meiner kurzen Beschäftigungszeit sollte ich außerdem einen KI-Agenten entwickeln, der den Beschäftigten der Abteilung den Umgang mit internen Richtlinien erleichtern sollte. Die Entwicklung eines solchen Systems war nach meinem Verständnis kein Bestandteil der ausgeschriebenen Position.
Im Laufe der Tätigkeit erfuhr ich, dass ein großer Teil der zugrunde liegenden Richtlinien im selben Jahr neu erstellt werden sollte. Dadurch bestand aus meiner Sicht das erhebliche Risiko, dass die erarbeitete Lösung bereits bei ihrer Einführung auf veralteten Inhalten beruhen würde. Dennoch wurde die Aufgabenstellung nicht grundsätzlich angepasst. Stattdessen sollte vor allem ein sichtbarer Fortschritt gegenüber dem Vorstand präsentiert werden.
Insgesamt entstand bei mir der Eindruck, dass ich für zeitlich begrenzte Strategie- und Beratungsaufgaben eingestellt wurde, ohne dass von Beginn an eine langfristige und klar definierte Rolle für mich bestand.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.