Lasset, die Ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das schicke blaue Firmenlogo
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
1) Mitarbeiterevents sollten der Motivation dienen und nicht der kollektiven 'Abwatschung'.
2) Freiheiten, wie beispielsweise Flexibilität, die seitens des Arbeitgebers gebetsmühlenartig propagiert werden, sollten bei Bedarf auch tatsächlich gewährt werden.
3) Das angebotene Leistungsspektrum erfordert hochqualifizierte Mitarbeiter. Diese scheinen für den Personalverantwortlichen allerdings eher unbequeme Bittsteller als echte Bereicherung zu sein.
4) Verbesserungsvorschläge dienen dem Wohl der Firma und dürften seitens der Geschäftsführung eigentlich nicht als Majestätsbeleidigung empfunden werden.
5) Auch die Verantwortlichen in München müssten wissen, dass Bayern nicht südlich der Donau endet. Regionale Disparitäten werden allerdings nicht anerkannt.
6) Eine langfristige strategische Positionierung ist für mich nicht erkennbar. Projektleiter werden in Entscheidungsprozesse nicht eingebunden, da deren Existenz nur dazu dient, Umsatz zu generieren. Die in einem erlesenen Kreis vereinbarten Unternehmensziele sollten zumindest an alle Mitarbeiter in gleichem Maße kommuniziert werden.
7) Der Austausch zwischen den 7 Standorten ist deutlich ausbaufähig. Die Mehrzahl kocht ihr eigenes Süppchen. Regelmäßig stattfindende Treffen innerhalb des jeweiligen Fachbereichs, ob virtuell oder in Präsenz, würden den Wissenstransfer fördern und die Firma als Ganzes weiterbringen.
8) Das Unternehmen hatte 2018 noch ca. 70 Mitarbeiter, mittlerweile sind es noch ca. 50. Inwieweit es dafür zweier Geschäftsführer bedarf, deren Gehalt von den Mitarbeitenden erwirtschaftet werden muss, erschließt sich mir nicht.
9) Die Firma verfügt über 7 Außenstellen und ebenso viele Fachbereiche. Einige werden seit Jahren durch einen der beiden Geschäftsführer kommissarisch betreut. Einer meiner Fachbereiche ist von dieser Ämterhäufung betroffen. Seit über einem Jahr wurden keine gemeinsamen Treffen mehr abgehalten, eine Strategie ist nicht erkennbar, politische oder juristische Neuregelungen den Fachbereich betreffend müssen untereinander, sprich seitens der Kollegenschaft, kommuniziert werden. Anstatt der Anhäufung vieler Pöstchen wäre die Fokussierung auf nur eine Position sinnvoll, die dann mit Versiertheit und Engagement ausgeführt wird, um die Firma, das Team oder den Fachbereich tatsächlich voranzubringen.
10) Viele Projekte werden aufgrund chronischen Personalmangels oder Rentabilität von lediglich einer Person bearbeitet. Bei einem Ausfall, sei es Urlaub oder Krankheit, liegen diese dann auf Eis. Um diesen Umstand zu umgehen, bieten sich zwei Möglichkeiten an: Möglichkeit 1: Man sucht sich selbständig im Kollegenkreis Ersatz, was bei einer Erkrankung eher schwer zu bewerkstelligen ist. Möglichkeit 2: Man ist auch während der Abwesenheit erreichbar. Da jeder Projektleiter über ein Diensthandy verfügt, ist dies prinzipiell möglich. Mehr Personal und mindestens ein weiterer Kollege im Team mit gleichem Tätigkeitsspektrum, bzw. mehr Kooperation zwischen den Teams, würde Abhilfe schaffen.
Verbesserungsvorschläge
Multum, non multa!
Arbeitsatmosphäre
Gaslighting ist leider fester Bestandteil der Firmenphilosophie.
Image
Nach Außen deutlich besser als nach Innen.
Work-Life-Balance
Prinzipiell ist es möglich sich seine Wochenarbeitszeit frei einzuteilen. Auserlesene Kollegen konnten in der Vergangenheit zudem ihre Arbeitszeit dauerhaft oder temporär verringern. Einer Inanspruchnahme von Pflegezeit stehen allerdings 'dringliche betriebliche Gründe entgegen', die nicht näher erläutert werden. Wem es gelingt Vollzeit zu arbeiten, zu Stoßzeiten auch länger, und nebenbei noch einen oder mehrere Angehörige zu betreuen, ist in diesem Unternehmen richtig. Und für alle anderen: Wozu gibt es Alten- und Pflegeheime?
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Gibt es sicherlich auf dem Papier
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden seitens des BBV angeboten und können genutzt werden. Karriere ist, falls die Position frei und nicht direkt durch einen der beiden Geschäftsführer besetzt wird (was nicht unüblich ist) begrenzt möglich.
Kollegenzusammenhalt
An meinem Standort wird Zusammenhalt groß geschrieben, auch wenn jeder in einem anderen Fachbereich tätig ist. Gegenseitige Wertschätzung und eine offene Kommunikation mit flacher Hierarchie schaffen eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Dies gilt auch für die Mehrzahl der anderen sechs Standorte. Zu diesen Kollegen besteht, aufgrund der räumlichen Distanz sowie nur äußerst selten stattfindender firmen- oder fachbereichsweiter Veranstaltungen, allerdings nur sporadischer Kontakt.
Vorgesetztenverhalten
Die Firma hat sieben Außenstellen, von denen jede (theoretisch) einen Teamleiter hat. Soweit diese tatsächlich vorhanden sind, scheinen sie durchwegs fair und kompetent zu sein. Der Fisch stinkt allerdings immer vom Kopf...
Arbeitsbedingungen
Mitarbeiter, die genügend Umsatz generieren, genießen eine Vielzahl an Freiheiten. Im Zweifel ist ein Tätigkeitsnachweis zu führen, welcher täglich an die Geschäftsführung im fernen München zu übermitteln ist.
Kommunikation
Findet in meinem Fall ausschließlich per Einschreiben statt.
Gehalt/Benefits
Sofern man es tatsächlich erhält und nicht einklagen muss, reicht es zum Leben.
Gleichberechtigung
Alle sind gleich, aber manche sind gleicher.
Interessante Aufgaben
Viele Kollegen sind in mehr als in einem Fachbereich tätig. Trotz der vielschichtigen und komplexen Aufgabenfelder, mit entsprechend langer Einarbeitungszeit, findet eine Wertschätzung für den Einzelnen nur in den wenigsten Fällen statt.