Ein Kapitel voller Einsatz – und ein enttäuschendes Ende
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die technische Ausstattung war immer auf dem neuesten Stand, was das Arbeiten deutlich erleichtert hat. Auch die Work-Life-Balance war grundsätzlich in Ordnung – Urlaub war möglich, und auf private Situationen wurde Rücksicht genommen. Mein eigenes Team war über lange Zeit ein echter Rückhalt – der Zusammenhalt war stark und das Miteinander sehr angenehm, solange es das Team in dieser Form noch gab
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Was mich rückblickend besonders enttäuscht hat, war der zunehmend respektlose Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden. Erfahrung und Loyalität wurden nicht mehr geschätzt, sondern eher als Hindernis gesehen. Es gab Situationen, in denen Mitarbeitende nach Meetings emotional stark belastet oder sogar weinend zurückblieben – so etwas sollte in einem gesunden Arbeitsumfeld nicht vorkommen.
Ein persönlicher Tiefpunkt für mich war ein sogenanntes Personalgespräch, das nicht in einem geschützten Rahmen stattfand, sondern in einem Auto auf einem Tankstellenparkplatz. Für mich war das kein konstruktives Gespräch, sondern eine Situation, die einschüchternd und entwürdigend wirkte. So sollte man mit Menschen nicht umgehen – schon gar nicht nach jahrelangem Engagement.
Arbeitsatmosphäre
Zu Beginn herrschte eine von Vertrauen, Offenheit und echtem Teamgeist geprägte Atmosphäre – aktiv unterstützt durch die damalige Führung. Mit dem Führungswechsel kehrte sich dieses Klima jedoch zunehmend ins Gegenteil: Entscheidungen wurden intransparent, der Umgang distanzierter. Wertschätzung wich Kontrolle und Misstrauen. Das einst kollegiale Umfeld wurde spürbar belastet.
Image
Auf Instagram oder LinkedIn wirkte alles immer sehr modern und mitarbeiterfreundlich – „We are Family“ und alle fühlen sich wohl. In der Realität war das aus meiner Sicht oft ganz anders. Intern wurde viel Unzufriedenheit geäußert, egal ob in Stuttgart oder Berlin. Der Unterschied zwischen dem öffentlichen Auftritt und dem, was intern erlebt wurde, war für mich deutlich spürbar.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war in Ordnung. Urlaub konnte in der Regel problemlos genommen werden, und auf private Situationen wurde Rücksicht genommen, wenn es nötig war.
Karriere/Weiterbildung
In meiner Zeit im Unternehmen wurden mir keine konkreten Entwicklungsmöglichkeiten angeboten. Auch insgesamt wirkte es so, als gäbe es nur wenige Perspektiven für beruflichen Aufstieg – zumindest nicht für alle gleich. Förderung fand eher selten oder nur für bestimmte Personen statt
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wurde immer pünktlich gezahlt. Weihnachts- oder Urlaubsgeld gab es nicht. Gehaltserhöhungen kamen meist spät und nur nach wiederholtem Nachfragen. In Gesprächen mit Kolleg:innen entstand zudem der Eindruck, dass Mitarbeitende am Standort Stuttgart bei vergleichbarer Arbeit besser vergütet wurden – was bei vielen für Unverständnis gesorgt hat.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Thema Nachhaltigkeit wurde zwar immer wieder angesprochen, blieb jedoch oft oberflächlich. Während ökologische Aspekte betont wurden, kam die soziale Dimension – insbesondere im Umgang mit Mitarbeitenden – deutlich zu kurz. Zudem wirkten viele Dienstreisen und Meetings am Standort Stuttgart für auswärtige Kolleg:innen wenig nachhaltig und nicht immer notwendig
Kollegenzusammenhalt
Früher war der Zusammenhalt im Team stark und geprägt von gegenseitiger Unterstützung. In den letzten Jahren hat das spürbar nachgelassen – auch, weil von der Geschäftsführung kein echtes Interesse daran gezeigt wurde, ein gutes Miteinander zu fördern. Einige Kolleginnen und Kollegen, die lange tragende Säulen des Teams waren, haben das Unternehmen verlassen, weil sie sich nicht mehr wohlgefühlt haben.
Umgang mit älteren Kollegen
Mit dem Führungswechsel hat sich auch der Umgang mit langjährigen Mitarbeitenden deutlich verändert. Während früher Erfahrung geschätzt wurde, hatte man zunehmend den Eindruck, dass ältere Kolleg:innen eher verdrängt oder bewusst in den Hintergrund gedrängt wurden. Einige wurden spürbar herabgestuft oder verloren Aufgabenbereiche – das Gefühl, „abgesägt“ zu werden, war bei vielen deutlich wahrnehmbar
Vorgesetztenverhalten
Die Teamleitungen waren engagiert und haben sich immer für das Team eingesetzt. Ihr Einsatz war spürbar, auch wenn man ihnen die dauerhafte Anspannung oft angemerkt hat – vermutlich bedingt durch Druck von oben und wenig Rückhalt
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren gut. Die Ausstattung hat gepasst, und alles, was man für die tägliche Arbeit gebraucht hat, war zuverlässig vorhanden
Kommunikation
Die Kommunikation hat grundsätzlich funktioniert. Es gab regelmäßige Infos, und wichtige Themen wurden meist rechtzeitig weitergegeben. Auch in schwierigeren Zeiten war ein gewisser Informationsfluss vorhanden.
Gleichberechtigung
Das Thema Ost/West-Unterschiede war über die Jahre hinweg immer wieder präsent – sei es bei Gehaltsfragen, Beförderungen oder anderen wichtigen Entscheidungen. Auch wenn offiziell Gleichbehandlung betont wurde, war in der Praxis oft ein anderes Bild erkennbar. Auffällig war zudem, dass in den letzten Jahren vor allem weibliche Kolleginnen das Unternehmen verlassen haben
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren abwechslungsreich und fachlich interessant. Ich konnte weitgehend selbstständig arbeiten und Verantwortung übernehmen, was ich als positiv empfunden habe.