Management sorgt für Chaos und schlechte Stimmung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gehalt, Homeoffice, moderne Büros, gute Ausstattung, subventionierte Kantine. Der Konzern im Rücken sorgt zudem für mehr Sicherheit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dass trotz bekannter Unzufriedenheit und hoher Fluktuation am Führungsstil festgehalten wird. Fachkompetenz wird oft durch hierarchisches Machtgehabe überstimmt.
Verbesserungsvorschläge
-Führungsseminare für die Geschäftsführung (wie agile Organisationsstrukturen wirklich funktionieren und wie man Menschen führt).
-Weniger Kontrolle und mehr Vertrauen in die Arbeit der Mitarbeiter. Micromanagement killt jede Innovation und vertreibt gute Mitarbeiter, die autonom arbeiten wollen.
-Mehr Aufsicht durch HR bzw. Bereichsleitung!
-Ein Betriebsrat sollte unbedingt gegründet werden, um die Mitarbeiterinteressen zu schützen und vor allem Rückendeckung gegenüber der GF zu haben, die maximal konfrontativ und „Bossy“ agiert.
Arbeitsatmosphäre
Man spürt eine permanente Anspannung, vor allem in Meetings mit der Geschäftsleitung. Offiziell wird eine moderne „Start-up-Kultur“ im Konzernmantel (Deka) verkauft, die Realität fühlt sich aber oft nach Hierarchie und Angst vor Fehlern an. Viele Kollegen haben keine Lust mehr und machen nur das nötigste. Es wirkt so, als würden viele sogar versuchen, direkten Kontakt zur Geschäftsführung zu vermeiden, da die Zusammenarbeit und vor allem der Umgangston als toxisch und respektlos empfunden wird.
Image
Das Image nach Außen und vor allem innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe ist (noch) gut, soweit ich das beurteilen kann. Für die breite Masse am Markt ist die Marke allerdings größtenteils unbekannt, das sieht man auch an den rückläufigen Depotzahlen für das B2C Geschäft. Hier zeigt sich insbesondere die Inkompetenz der GF was Marketingmaßnahmen im „digitalen Zeitalter“ angeht. Social Media spielt praktisch keine Rolle, man braucht mehrere Monate, um ein einfaches Affiliate-Programm aufzusetzen, dafür werden generische AI-Slop-Videos produziert (worauf man auch noch richtig boomerhaft stolz ist, dass man paar Sätze mit der Agentur prompten kann), die unter anderem bei Streaming-Diensten gott-weiß-wann-und-wo-genau ausgestrahlt werden ohne spürbaren Impact auf die Conversion. Die Sparkassen Produkte laufen gut und halten den Laden am Leben, aber weil die Sparkassen den Vertrieb machen. Innerhalb der DekaBank (Mutterkonzern) habe ich das Gefühl, dass bevestor nicht wirklich wahrgenommen wird.
Work-Life-Balance
Das ist wirklich top. Man kann bis zu 3 Tage im Homeoffice bleiben, was auch die meisten nutzen. Manche kommen nur einmal ins Büro, ab und an gibt es dann eine Ansage seitens der GF, aber Konsequenzen sind nicht wirklich zu befürchten. Private Termine können unkompliziert und flexibel auch während der Arbeitszeit genommen werden, da reicht es aus, wenn man sich mit seinen Teamkollegen abstimmt.
Karriere/Weiterbildung
Karriere ist kaum möglich, weil der Betrieb recht klein ist und nach oben die Strukturen für echte Aufstiegsmöglichkeiten nicht gegeben sind. Es gibt nicht mal Teamleiter, weil die GF die Kontrolle mutmaßlich nicht abgeben will. Es wird immer wieder zwar angekündigt, dass zusätzliche Führungsrollen geschaffen werden sollen, aber bis heute sind die neuen Führungsrollen nicht eingeführt worden. Weiterbildungen gibt es inhouse im Konzern, man kann auch externe Seminare besuchen, wenn man sie gegenüber der FK „rechtfertigen“ kann. Vielen machen deshalb davon kaum Gebrauch und schieben eine ruhige Kugel. Für die, die nicht viel mit der GF zu tun haben (wollen), ist es ein guter Kompromiss so seine Ruhe zu haben. Wer aufsteigen will, ist bei bevestor nicht richtig, dafür muss man in den Konzern.
Kollegenzusammenhalt
Man sitzt halt im selben Boot. Innerhalb der Teams dominieren „Es ist wie es ist“ Attitüde + Galgenhumor. Product Owner sind chronisch überfordert und mehr Handlanger des Managements als Gestalter, Entwickler sind oft verwirrt und demotiviert, weil nicht nach agilen Standards gearbeitet wird und oft die Sprint-Ziele sich ändern aufgrund von GF-Einmischungen. Mehrere „agile Coaches“ sind gekommen und auch wieder gegangen, zumal die Rolle im Kontext des nicht real vorhandenen agilen Umfelds aus meiner Sicht einfach obsolet ist. Generell verlassen regelmäßig gute Leute die Firma, weil sie nicht weiterkommen. Viele Kollegen schauen sich aktiv nach neuen Jobs um.
Vorgesetztenverhalten
Könnte ich 0 Sterne vergeben, würde ich es tun. Es herrscht extremes Micromanagement, gepaart mit einem hitzigen, aggressiven Umgangston. Wenn Führung nur durch lautes Gebrüll, hierarchische Befehle und grenzwertige Bemerkungen („wer das entscheidet, steht immer noch im Impressum der Webseite“) erfolgt, ist ein professionelles und respektvolles Miteinander unmöglich. Statt auf die Kompetenzen der Mitarbeiter zu setzen, werden Kleinigkeiten kontrolliert und subjektiv abgeändert: von Webseitentexten (häufig marginal und teils mit KI umgeschrieben) über Designdetails wie Logos, Schriftarten und Farben bis hin zu wortgenau vordiktierten Meetingprotokollen.
Bei Konfrontation reagieren Führungskräfte defensiv („ich mache den Job schon seit 20 Jahren“). In mehreren Mitarbeitergesprächen habe ich erlebt, wie a) über Kollegen gelästert wird, b) vertrauliche Inhalte aus anderen Gesprächen beiläufig erwähnt werden und c) Kritik je nach Stimmung mit Einschüchterung oder Manipulation („habe mit anderen gesprochen und sie sehen das auch so“) beantwortet wird. Ich habe Kollegen weinen sehen, andere sind aufgrund des psychischen Stresses wochenlang krankheitsbedingt ausgefallen.
Arbeitsbedingungen
Moderne Büros und prinzipiell gute Ausstattung.
Kommunikation
Es gibt regelmäßige All-Hands-Meetings, wo die GF über aktuelles informiert, meistens einseitig und die Beteiligung der Mitarbeiter ist recht überschaubar, habe oft den Eindruck, dass manche nur physisch anwesend sind. Kritisches Feedback wird regelmäßig von einigen Mitarbeitern (die noch nicht komplett aufgegeben haben) an die GF adressiert, aber das endet meistens in cholerisch geführten Diskussionen und Gaslighting, ohne wirklich was zu bringen. An manchen Tagen hörte ich sogar Geschrei im Büro, weil bei manchen Kollegen irgendwann der Kragen platzt, wenn man sich ständig mit der GF über teilweise ganz banale Sachen streiten muss und sie sich zu sehr einmischen. Ein paar Kollegen haben sich sogar in Mitarbeiterumfragen des Konzerns beteiligt, nur um auf die katastrophalen Zustände in der bevestor Geschäftsführung aufmerksam zu machen. Bisher alles ohne Wirkung.
Gehalt/Benefits
Soweit ich vergleichen konnte, liegen die Gehälter über dem marktüblichen Durchschnitt. Hier kommt es aber auch stark darauf an, ob man AT oder Tarif ist. Bonus ist fair und man bekommt es nach der neuen Regelung auch immer ausbezahlt. Ansonsten gibt es noch viele weitere Mitarbeiterangebote von der Deka, die man in Anspruch nehmen kann (Gesundheitsplattform, corporate benefits, IT-Geräteleasing, Eltern-Kind Räumlichkeiten, uvm.)
Interessante Aufgaben
An sich können die Aufgaben, je nachdem welche Rolle man hat und in welchem Bereich man arbeitet, spannend und anspruchsvoll sein. Allerdings solange man sie autonom ausführen kann. Sobald das Management involviert ist, wird es kompliziert und ziemlich schnell nervenaufreibend aus eigener Erfahrung. Echte Weiterentwicklung des Produkts findet kaum statt, man versucht von Wettbewerbern, die einen deutlichen Marktvorsprung haben, zu kopieren, das aber auch wirklich schlecht in der Umsetzung.