Gute Arbeitsbedingungen, aber falscher Einsatz und enttäuschendes Vorgesetztenverhalten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Arbeitsbedingungen in der Produktion sind grundsätzlich sehr gut. Die Halle ist gut belüftet und angenehm temperiert, relativ sauber und die Lärmbelastung hält sich in Grenzen. Arbeitsplätze und Pausenbereiche sind gut ausgestattet. Auch die 37,5-Stunden-Woche und die Möglichkeit, bei wichtigen privaten Angelegenheiten unkompliziert frei zu bekommen, fand ich positiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Vorgesetztenverhalten und der teilweise unnötig aufgebaute Leistungsdruck haben mir nicht gefallen. Besonders enttäuschend fand ich, dass mein tatsächlicher Einsatz deutlich von dem abwich, was mir im Vorstellungsgespräch vermittelt wurde. Ich hatte sogar ausdrücklich nach einer bestimmten Maschine gefragt und die Aussage erhalten, dort nicht eingesetzt zu werden später wurde ich überwiegend genau dort eingesetzt.
Kritisch empfand ich außerdem den Umgang mit den Stückzahlen. Mir wurde vorgehalten, meine Vorgaben nicht erreicht zu haben, obwohl eine anschließende Überprüfung der Unterlagen zeigte, dass ich meine Stückzahlen geschafft hatte. Gleichzeitig musste ich teilweise Aufgaben bzw. Fehler anderer Mitarbeiter korrigieren und trotzdem meine eigenen Vorgaben erfüllen.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass insbesondere bei neuen Mitarbeitern unnötig Druck aufgebaut wird und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen verbessert werden sollte.
Verbesserungsvorschläge
Neue Mitarbeiter sollten entsprechend der im Vorstellungsgespräch besprochenen Tätigkeit eingesetzt werden. Wenn sich der Einsatz später ändern muss, sollte dies offen und frühzeitig kommuniziert werden.
Außerdem sollte bei Kritik an Stückzahlen zunächst geprüft werden, ob die Zahlen tatsächlich stimmen, bevor Mitarbeiter darauf angesprochen und dadurch unnötig unter Druck gesetzt werden. Gerade bei neuen Mitarbeitern würde ich mir eine bessere und fairere Einarbeitung wünschen.
Auch das Prämiensystem könnte überdacht werden. Meiner Meinung nach steht die Höhe der Prämie nicht immer im Verhältnis zu dem Leistungsdruck, der dadurch entstehen kann.
Arbeitsatmosphäre
Ich empfand die Arbeitsatmosphäre teilweise als unangenehm und von unnötigem Druck geprägt. Im engineering wurde ich an einer aus meiner Sicht deutlich schwierigeren Maschine eingesetzt, die ursprünglich nicht für mich vorgesehen war, während andere Mitarbeiter an weniger problematischen Maschinen arbeiteten. Zusätzlich wurde ich von einem Mitarbeiter darauf hingewiesen, auf meine Stückzahlen zu achten. Die Art und Weise dieser Aussage empfand ich eher als Druck bzw. unterschwellige Drohung als konstruktive Unterstützung.
Image
Das Unternehmen hat nach außen meiner Meinung nach ein gutes und professionelles Image. Meine persönlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag haben dieses Bild allerdings nur teilweise bestätigt. Insbesondere zwischen dem Eindruck bzw. den Aussagen im Vorstellungsgespräch und meinem späteren tatsächlichen Einsatz gab es für mich deutliche Unterschiede.
Work-Life-Balance
Die 37,5-Stunden-Woche empfand ich grundsätzlich als positiv. Gearbeitet wurde im Dreischichtsystem, was die Work-Life-Balance natürlich etwas einschränkt. Positiv hervorheben möchte ich allerdings, dass es bei wichtigen privaten Angelegenheiten oder einem Notfall problemlos möglich war, kurzfristig frei zu bekommen. Hier wurde nach meiner Erfahrung flexibel und unkompliziert reagiert.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung empfand ich grundsätzlich als gut. Es wird durchaus geschaut, welche Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter bestehen. Positiv fand ich auch das Intranet, in dem interne Stellenausschreibungen übersichtlich einsehbar sind. Dadurch hat man die Möglichkeit, sich innerhalb des Unternehmens nach anderen Positionen umzusehen und sich beruflich weiterzuentwickeln.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war nach meiner Erfahrung sehr unterschiedlich. Einige Kollegen waren freundlich und hilfsbereit, andere dagegen sehr distanziert. Teilweise wurde man nicht einmal begrüßt, was ich in dieser Form bei meinen bisherigen Arbeitgebern noch nicht erlebt hatte. Natürlich kann jeder einmal einen schlechten Tag haben, allerdings hatte ich teilweise den Eindruck, dass insbesondere neue Mitarbeiter es schwerer haben, Anschluss zu finden und zunächst einen gewissen Nachteil gegenüber langjährigen Kollegen haben.
Vorgesetztenverhalten
Mein tatsächlicher Einsatz entsprach leider nicht dem, was mir im Vorstellungsgespräch vermittelt wurde. Ich hatte sogar ausdrücklich nachgefragt, ob ich an einer bestimmten Maschine eingesetzt werden würde. Mir wurde gesagt, dass dort nur Leiharbeiter eingesetzt würden und ich dort nicht arbeiten werde. An der ursprünglich für mich vorgesehenen Maschine war ich letztlich nur sehr kurze Zeit. Stattdessen wurde ich überwiegend an genau der Maschine eingesetzt, nach der ich im Vorstellungsgespräch gefragt hatte. Die Tätigkeit dort empfand ich als sehr monoton und stark auf das Erreichen von Stückzahlen ausgerichtet. Gerade weil ich diesen Punkt vor meiner Einstellung ausdrücklich angesprochen hatte, war ich vom späteren Einsatz sehr enttäuscht.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren sehr gut. Die Ausstattung und die Pausenräume waren ordentlich und es war grundsätzlich alles vorhanden, was man im Arbeitsalltag benötigt. Eine Kantine gibt es zwar nicht, ansonsten habe ich an den Arbeitsbedingungen nichts auszusetzen.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich teilweise als wenig nachvollziehbar empfunden. Mir wurde vom Schichtleiter mitgeteilt, dass ich meine Stückzahlen nicht erreichen würde und diese Rückmeldung angeblich „von ganz oben“ komme. Nachdem ich darauf hingewiesen hatte, dass meine Stückzahlen stimmen, wurde in den Unterlagen nachgesehen und festgestellt, dass ich die Vorgabe tatsächlich erreicht hatte. Gleichzeitig sollte ich Fehler bzw. falsch erledigte Aufgaben anderer, bereits länger beschäftigter Mitarbeiter korrigieren und beispielsweise Paletten umsortieren, während weiterhin erwartet wurde, dass ich meine eigenen Stückzahlen erreiche. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass unnötiger Druck aufgebaut wurde und Informationen teilweise nicht ausreichend geprüft wurden, bevor Kritik geäußert wurde.
Gehalt/Benefits
Mit meinem Einstiegsgehalt war ich zufrieden. Zusätzlich gibt es einen Prämienlohn.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich habe ich keine größeren Probleme bei der Gleichberechtigung wahrgenommen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass neue Mitarbeiter gegenüber langjährig Beschäftigten teilweise einen schwierigeren Stand haben und nicht immer gleich behandelt werden.
Interessante Aufgaben
Meiner Meinung nach waren die Aufgaben wenig interessant.

