BKK firmus Logo

BKK 
firmus
Bewertung

TopCompany6 Jahre

Arbeiten unter ständigem Leistungsdruck

3,4
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Administration / Verwaltung bei BKK firmus in Oldenburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

* Die Zusammenarbeit im Team ist überwiegend kollegial und gegenseitige Unterstützung ist bei Fragen häufig gegeben.

* Die Tätigkeit bietet die Möglichkeit, fachliches Wissen kontinuierlich auszubauen und vielfältige Erfahrungen zu sammeln.

*Faires Gehalt.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Der Leistungsdruck ist sehr hoch. Mitarbeitende müssen tägliche Zielvorgaben erfüllen, die unter den tatsächlichen Arbeitsbedingungen häufig kaum erreichbar sind. Gleichzeitig wird eine permanente telefonische Erreichbarkeit erwartet, wodurch ein ständiger Spagat zwischen Quantität, Qualität und Erreichbarkeit entsteht.

Besonders kritisch empfinde ich den Umgang mit Fehlern in der schriftlichen Kommunikation. Bei einem täglichen Arbeitsaufkommen von 30 bis 40 Schreiben sind vereinzelte Flüchtigkeits-, Grammatik- oder Rechtschreibfehler trotz sorgfältiger Arbeitsweise nicht immer vollständig vermeidbar. Zusätzlich wurde vereinbart, dass pro Woche höchstens acht Grammatik- oder Rechtschreibfehler auftreten dürfen. Wird diese Grenze überschritten, folgt als Konsequenz ein einwöchiger Entzug der Möglichkeit zum mobilen Arbeiten. Anstatt den Fokus auf Unterstützung und Qualitätssicherung zu legen, setzt diese Regelung vor allem auf Sanktionen und erzeugt zusätzlichen Druck. Eine solche Vorgehensweise fördert aus meiner Sicht keine konstruktive Fehlerkultur.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Regelung zum mobilen Arbeiten. Bereits im Vorstellungsgespräch wurden die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens aus meiner Sicht deutlich anders dargestellt, als sie später tatsächlich umgesetzt wurden. Krankheitstage, Urlaub sowie der Abbau von Überstunden werden auf das Kontingent für mobiles Arbeiten angerechnet. Dadurch kann es beispielsweise passieren, dass Mitarbeitende nach einem zweiwöchigen krankheitsbedingten Ausfall oder einem längeren Urlaub in den darauffolgenden Monaten vollständig im Büro arbeiten müssen, da ihr Kontingent für mobiles Arbeiten bereits aufgebraucht ist. Diese Regelung ist aus meiner Sicht wenig nachvollziehbar, da krankheitsbedingte Fehlzeiten, Urlaub oder der Abbau bereits geleisteter Überstunden keinen Einfluss auf die tatsächliche Nutzung des mobilen Arbeitens haben sollten.

Hinzu kommt eine dauerhaft hohe Arbeitsbelastung. Um die Vielzahl der zu betreuenden Versicherten und das anfallende Arbeitspensum bewältigen zu können, sind regelmäßig Überstunden erforderlich. Von Seiten des Arbeitgebers wird wiederholt kommuniziert, dass Überstunden geleistet werden sollen. Zudem wird empfohlen, ein Überstundenkonto von mindestens 25 Stunden aufzubauen, um „auf der sicheren Seite zu sein“. Andernfalls besteht die Möglichkeit, kurzfristig länger arbeiten zu müssen. Dies erschwert eine verlässliche Planung der Freizeit und erhöht den Druck zusätzlich.

Da viele Mitarbeitende befristet beschäftigt sind, wird das Thema Übernahme regelmäßig als Druckmittel wahrgenommen. Wer zusätzliche Anforderungen hinterfragt oder ablehnt, wird teilweise darauf hingewiesen, an die eigene Übernahme zu denken. Dadurch entsteht bei vielen das Gefühl, Erwartungen erfüllen zu müssen, denen sie unter anderen Umständen möglicherweise nicht zustimmen würden.

Insgesamt ist die Arbeitsatmosphäre aus meiner Sicht stark von Leistungsdruck, Kontrolle und einer hohen Arbeitsverdichtung geprägt. Wertschätzung, offene Kommunikation und ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe kommen dabei leider häufig zu kurz.

Verbesserungsvorschläge

* Realistische Arbeitsziele festlegen: Tagesvorgaben sollten an die tatsächliche Komplexität der Fälle angepasst werden und nicht ausschließlich auf der Anzahl der bearbeiteten Vorgänge basieren.

* Konstruktive Fehlerkultur etablieren: Statt Sanktionen bei Grammatik- oder Rechtschreibfehlern sollten regelmäßige Schulungen, Feedbackgespräche und Unterstützung zur Qualitätsverbesserung im Vordergrund stehen.

* Regelungen zum mobilen Arbeiten fair gestalten: Krankheitstage, Urlaub und Überstundenabbau sollten nicht auf das Kontingent für mobiles Arbeiten angerechnet werden. Zudem sollten die im Bewerbungsprozess kommunizierten Regelungen transparent eingehalten werden.

* Leistung nicht an einzelne Kennzahlen knüpfen: Neben der Bearbeitungsmenge sollten auch Beratungsqualität, Kundenzufriedenheit und die Komplexität der Fälle berücksichtigt werden.

* Arbeitsbelastung reduzieren: Eine bessere Personalplanung und eine realistische Verteilung der Aufgaben könnten dazu beitragen, Überstunden dauerhaft zu vermeiden.

* Überstunden freiwillig gestalten: Überstunden sollten die Ausnahme bleiben und nicht als Erwartungshaltung oder Absicherung für den Arbeitsalltag vorausgesetzt werden.

* Mehr Planungssicherheit schaffen: Mitarbeitende sollten ihre Freizeit zuverlässig planen können, ohne kurzfristig mit längeren Arbeitszeiten rechnen zu müssen.

* Offene und wertschätzende Kommunikation fördern: Kritik sollte respektvoll und lösungsorientiert erfolgen. Lob und Anerkennung für gute Leistungen sollten stärker in den Arbeitsalltag integriert werden.

* Druck im Zusammenhang mit befristeten Arbeitsverträgen vermeiden: Entscheidungen über Vertragsverlängerungen sollten transparent und anhand objektiver Kriterien getroffen werden und nicht im Zusammenhang mit zusätzlichen Erwartungen stehen.

* Mitarbeitende stärker einbeziehen: Regelmäßige Feedbackrunden oder anonyme Mitarbeiterbefragungen könnten helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.


Arbeitsatmosphäre

Image

Work-Life-Balance

Karriere/Weiterbildung

Gehalt/Benefits

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Kollegenzusammenhalt

Umgang mit älteren Kollegen

Vorgesetztenverhalten

Arbeitsbedingungen

Kommunikation

Gleichberechtigung

Interessante Aufgaben

3Hilfreichfinden das hilfreich3Zustimmenstimmen zuMeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

Marc Pohlmann, Geschäftsführer Personal, BKK firmus
Marc PohlmannGeschäftsführer Personal, BKK firmus

Liebe Kollegin, lieber Kollege, wir nehmen Ihr Feedback und Ihre Anregungen sehr ernst. Leider treffen einige Kommentare nicht ganz zu. So stimmen beispielsweise Ihre Einschätzungen zur mobilen Arbeiten nicht (z.B. hinsichtlich Urlaubsregelung). Wir haben mit der Personalvertretung eine sehr gute, einvernehmliche Vereinbarung getroffen, die - glaube ich - eine gute Mischung zwischen Präsenz und Teamarbeit vs. mobilem Arbeiten von zu Hause ermöglicht. Gerne kann Ihre Führungskraft die aktuellen Regelungen noch einmal erläutern. Ebenso finden entgegen Ihrer Wahrnehmung regelmäßige Feedbackgespräche, Trainings und Unterstützungen zur Einarbeitung und Qualitätsverbesserung statt. Auch dazu gehen Sie gerne mit Ihrer Führungskraft in den Austausch. Eine anonyme Mitarbeiterbefragung findet einmal jährlich statt und ist gerade abgeschlossen. Auch wenn wir uns sicherlich noch weiter verbessern können - es gibt alles in allem einen große Zustimmung zu unseren Unternehmenswerten und der Kultur bei der BKK firmus, was dazu führt, dass wir zum 4. Mal in Folge ausgezeichnet wurden. Wir haben bereits darüber berichtet. Abschließend kann ich sagen, dass wir natürlich viel zu tun haben, das gehört bei einem erfolgreichen Wachstumsunternehmen dazu. Im Mittelpunkt stehen unsere Kunden/Versicherten, für die wir in erster Linie als Dienstleister zuständig sind. Dazu gehört auch eine telefonische Erreichbarkeit und hohe fachliche Qualität in der Beratung. Diesem Anspruch wollen wir alle gerne gerecht werden. Ich lade Sie ein, mit uns noch einmal ins persönliche Gespräch zu gehen, dann können wir im direkten Dialog sicher Ihre und unseren gemeinsamen Ansprüche noch einmal ausführlich erläutern.

Loading...
Puls

Bewertungen zeigen das große Ganze. Puls zeigt den Moment.

Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.