Solider Arbeitsplatz, aber Mühlen mahlen langsam.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Wer nicht nur für die Arbeit lebt, ist hier gut aufgehoben. Es ist eine dankbare Arbeitsatmosphäre mit spannenden Projekten, die auch wirklich einen Sinn haben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Für die Komplexität der Projekte sollte man besser bezahlt werden.
Außerdem sollte eine Arbeitskultur geschaffen werden, die motivierte Mitarbeiter auch erlaubt, Arbeit in Resultate umzusetzen.
Verbesserungsvorschläge
- Projekte müssen definitiv schneller realisiert werden können. Dafür müssen Prozesse verschlankt werden. Außerdem müssen die Wertgrenzen für Ausschreibungen drastisch angehoben werden. Es kann nicht sein, dass seit Jahrzehnten Baukosten, Baustandards, Löhne etc. steigen, was die Baukosten riesig werden lässt, aber die Wertgrenzen nicht. Für kleine Projekte muss oft riesiger Aufwand betrieben werden, um Firmen zu beauftragen
- Interne Diskussionen mit dem Einkauf müssen auf ein Minimum reduziert werden. Die Jungs und Mädels haben ohnehin genug zu tun. Es kann nicht sein, dass ich für etwas mehr Budget teilweise wochenlang in internen Meetings diskutieren muss und somit Geld verbrenne, das eigentlich als Opportunitätskosten gegengerechnet werden müsste.
- TV-L muss höhere Entgelte haben, dann werden sich auch mehr Leute bewerben
Image
Das Image ist eher weniger gut. Teilweise berechtigt, da Sachen nicht voran gehen und teilweise Fauxpas passieren.
Allerdings muss man auch anerkennen, dass der BLB sich im Spannungsfeld zwischen Politik und Baubranche befindet, was nicht einfach zu meistern ist.
Zusätzlich werden völlig unnötige Grabenkämpfe zwischen dem BLB und den Kunden (oft ebenfalls Landesanstalten) geführt, wer zum Beispiel welche Kleinigkeit bezahlt. Dies ist komplett sinnlos, da Arbeitszeit (Geld), nerven und Zeit verschwendet werden, obwohl am Ende das Geld aus dem selben Topf kommt.
Work-Life-Balance
Bis zu 60% HomeOffice, Gleitzeit zwischen 6-20 Uhr, 30 Urlaubstage, Möglichkeit auf Teilzeit. Es ist i.d.R. möglich, verhältnismäßig flexibel/kurzfristig Urlaub genehmigt zu bekommen, solange man das in die Projektplanung integriert. Eine 35-Stunden-Woche bei vollem Gehalt halte ich für erstrebenswert in der Zukunft, allerdings sind die Arbeitsbedingungen im Branchenvergleich sehr angenehm.
Karriere/Weiterbildung
Wir hatten die Möglichkeit mehrere Hausinterne Schulungen zu besuchen.
Es gibt außerdem die Möglichkeit, mehr Projektverantwortung zu übernehmen.
Allerdings ist der Zeitpunkt, indem man in eine höhere Entgeldgruppe gestuft werden kann, für kurze Zeit im Jahr möglich, da diese Entscheidung durch mehrere Autoritäten genehmigt werden muss. Zusätzlich muss man kalkulieren ob es sich lohnt, da man ggf. die angerechneten Jahre für die horizontale Gehaltserhöhung des TV-L verliert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt orientiert sich an dem TV-L. dieser ist einer der schlechteren Tarifverträge und sollte m.E.n dringend an andere angeglichen werden. Nichtsdestotrotz, auch wenn man woanders sicherlich deutlich mehr verdienen kann, wird der Großteil der Arbeitnehmer in anderen Betrieben ähnlich oder sogar schlechter bezahlt, unter vermutlich schlechteren Arbeitsbedingungen.
Vorgesetztenverhalten
Es kommt sehr drauf an. Im Allgemeinen wird man, aufgrund der Geschäftsordnung, nicht ausgebeutet. Allerdings hatte ich, neben ebenfalls sehr korrekten Führungskräften, welche mir ihr Vertrauen geschenkt haben, auch das Vergnügen mit jemanden, der mir aktiv mein Leben auch außerhalb der Arbeit erschwert hat. Dies lag in seiner Unfähigkeit, die Personalplanung seiner Abteilung zu managen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind im allgemeinen gut.
Allerdings wird der Arbeitsfortschritt, durch die herrschenden Rahmenbedingungen, stark verlangsamt. Es ist unheimlich schwer, Projekte zeitnah abzuschließen und dadurch bleiben Erfolgsgefühle lange auf der Strecke. Wem das wichtig ist, ist eventuell woanders besser aufgehoben.
Oder man setzt sich ein, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dies wird jedoch ein Kampf sein, der schwer neben den eigentlichen Projekten geführt werden kann.
Gleichberechtigung
Aus meinem männlichen Verständnis heraus wird der Punkt gut integriert. Es gibt einige weibliche Führungskräfte und Mutterschaft wir einem, soweit ich das mitbekomme, nicht negativ ausgelegt. Allerdings kann ich das nur bedingt beurteilen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben können je nach Abteilung sehr interessant und komplex sein.
Leider ist man aufgrund des Sanierungsstaus, statt innovative Projekte zu bearbeiten, oft darauf angewiesen, Instandhaltungen alter Techniken schnell und günstig umzusetzen. Allerdings liegt dies eher an außerbetrieblichen Gründen und ist nicht alleinig der Firma anzulasten.



