Ihr Unternehmen?

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bloom‘s 
Friseur
Bewertungen

Ihr Unternehmen?

stark ausbaufähig, dafür Erfahrung mit starkem Lernfaktor

2,0
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung für dieses Unternehmen in Worms gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Erfahrung motiviert nachhaltig dazu, sich beruflich weiterzuentwickeln und bessere Arbeitsbedingungen anzustreben. Ebenso wirken viele andere Arbeitgeber plötzlich überraschend kompetent und angenehm

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Dass Kritik offenbar schneller als Problem gilt als die Zustände, auf die sie sich bezieht

Verbesserungsvorschläge

Vielleicht sollte langfristig mehr Energie in Führungskompetenz investiert werden als in die Aufrechterhaltung einer möglichst perfekten Außenwirkung

Arbeitsatmosphäre

sehr erdrückend

Image

Marketing und Außendarstellung gehören definitiv zu den größten Stärken des Unternehmens. intern erhält man dann die Gelegenheit, den deutlichen Unterschied zwischen Außendarstellung und Realität persönlich kennenzulernen. Die Diskrepanz zwischen Außenwirkung und tatsächlichem Arbeitsalltag gehört vermutlich zu den konsequentesten Leistungen des Unternehmens. Für dieses Talent möchte ich meine größte Anerkennung aussprechen.

Work-Life-Balance

Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist durch das Schichtsystem und die Arbeitszeiten kaum möglich und bleibt stets ein spannendes Überraschungselement. Gut finde ich, dass das Privatleben grundsätzlich möglich ist, es sollte jedoch flexibel genug sein, sich dauerhaft dem Betrieb anzupassen.
Freie Wochenenden scheinen innerhalb der Hierarchie zudem eher ein Privileg der Führungsebene zu sein.
Bereits einzelne Urlaubstage entwickeln sich schnell zu erklärungsbedürftigen Angelegenheiten, bei denen detailliertes Interesse am Privatleben der Mitarbeiter besteht und begründet werden soll, weshalb freie Tage überhaupt benötigt werden. Über den gesetzlichen Mindesturlaub hinaus besteht wenig Flexibilität. Wer das Unternehmen verlassen möchte, darf außerdem die Erfahrung machen, dass dabei nicht unbedingt unterstützend gearbeitet wird. Die Work-Life-Balance funktioniert also besonders gut, wenn man auf den „Life“- Teil keinen allzu großen Wert legt.

Karriere/Weiterbildung

Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden im Unternehmen gerne und ausführlich beworben.
Intern existieren zahlreiche Stufen, Prüfungen und Entwicklungsmöglichkeiten, die innerhalb des eigenen Systems vermutlich auch beeindruckend wirken. Außerhalb dieses Konstrukts bleibt der tatsächliche Mehrwert auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt jedoch eher überschaubar.
Zu Beginn wird außerdem stark vermittelt, dass beispielsweise der Meisterbrief unterstützt und gefördert wird. Mit der Zeit entsteht allerdings der Eindruck, dass persönliche Weiterentwicklung nur so lange positiv gesehen wird, wie sie dem Unternehmen selbst nützt.
Sobald ehemalige Mitarbeiter ihre Qualifikationen tatsächlich nutzen, sich weiterentwickeln oder sogar selbstständig machen, scheint die Begeisterung über Förderung und Karriereentwicklung spürbar nachzulassen.
Insgesamt wirkt Karriereförderung daher weniger wie echtes Interesse an langfristiger Entwicklung von Mitarbeitern und mehr wie ein internes Motivationskonzept mit klar definierten Grenzen

Gehalt/Benefits

Finanzielle Wertschätzung wird grundsätzlich in Aussicht gestellt, bleibt praktisch jedoch eher zurückhaltend umgesetzt. Wer große Erwartungen an Sozialleistungen oder finanzielle Entwicklungsmöglichkeiten mitbringt, lernt hier früh, bescheiden zu bleiben. Kosteneffizienz wird im Unternehmen beeindruckend konsequent gelebt, insbesondere beim Personalbudget. Insgesamt eignet sich das Unternehmen hervorragend, um früh zu lernen, wie viel Belastbarkeit man trotz geringer finanzieller Wertschätzung entwickeln kann.

Kollegenzusammenhalt

Im Team herrscht eine bemerkenswerte Fähigkeit, Informationen weiterzutragen, Kollegen gegeneinander auszuspielen und gleichzeitig nach außen Professionalität darzustellen.Persönliche Grenzen und Privatsphäre werden dabei eher flexibel interpretiert. Krankmeldungen führen regelmäßig zu ausführlichem Interesse an den Hintergründen, vorallem bei weiblichem Personal wird sogar von Chefs selbst im Kollegium nachgefragt, ob eine Schwangerschaft im Raum steht. Während gesundheitliche Beschwerden bevorzugt mit der universellen Lösung „Tablette nehmen und arbeiten kommen“ behandelt werden. Urlaubstage werden ebenfalls nicht einfach genehmigt, sondern bieten zunächst Gelegenheit für mehrere Nachfragen zur privaten Lebensplanung.

Umgang mit älteren Kollegen

hatten keine Vorteile

Vorgesetztenverhalten

Pünktlichkeit bedeutete dort übrigens nicht, zur vertraglich vereinbarten Arbeitszeit zu erscheinen, sondern mindestens 10 Minuten früher anwesend zu sein, ansonsten durfte man sich auf schlechte Stimmung einstellen. Bezahlt wurde diese „freiwillige“ Zusatzzeit natürlich nicht. Weil „wir sind ein Team“.
Besonders interessant war auch das Feierabend-Konzept: Nach 8 Stunden Arbeit durfte man nicht einfach gehen, sondern musste erst um Erlaubnis fragen, ob man den Arbeitsplatz verlassen darf. Und wehe, Tonfall oder Formulierung waren nicht devot genug ,dann konnte es passieren, dass man wieder zurückgeschickt wurde, um Jacke und Tasche erneut abzulegen und das Ganze noch einmal „ordentlich“ zu fragen. Fast schon ein kleiner Benimmkurs inklusive Machtdemonstration.
Auch Pausen wurden kreativ interpretiert. Offiziell Pause, praktisch jedoch auf Abruf im Salon sitzen, jederzeit bereit, wieder nach vorne zu springen, falls spontan Bedarf entsteht. Statt wirklicher Erholung eher ein spannendes Experiment.

Arbeitsbedingungen

Wer dort eine Ausbildung beginnt, sollte sich darauf einstellen, nicht nur zu arbeiten, sondern teilweise auch die Kosten für notwendige Werkzeuge und gesetzlich vorgeschriebene Hautschutzmaßnahmen selbst zu tragen.
Besonders interessant: Laut gesetzlicher Regelung und sogar laut Arbeitsvertrag müsste eigentlich der Arbeitgeber bloom’s dafür aufkommen. In der Praxis scheint das allerdings eher als unverbindliche Empfehlung betrachtet zu werden. Das beobachte ich über die Jahre bei jedem einzelnen Auszubildenden. Gerade das vermittelt früh das Gefühl, dass Mitarbeiterschutz und faire Bedingungen eher zweitrangig sind.

Kommunikation

Kommunikation wird im Unternehmen grundsätzlich großgeschrieben. Insbesondere dann, wenn Druck aufgebaut oder zusätzliche Verpflichtungen kurzfristig vermittelt werden sollen. Bei Rückfragen oder Verbesserungsvorschlägen der Arbeitnehmerseite zeigt sich der Prozess dagegen deutlich entschleunigt.

Gleichberechtigung

Positiv betrachtet herrscht dort absolute Gleichbehandlung. Ob engagiert, kompetent und zuverlässig oder eher dauerhaft im Energiesparmodus, am Ende wird gefühlt jeder gleichermaßen mitgetragen.
Für leistungsorientierte Mitarbeiter ist das auf Dauer allerdings ziemlich demotivierend, weil Eigeninitiative und Qualität kaum einen Unterschied machen. Stattdessen wird vorgeworfen dass man solche Kollegen einfach „mehr an die Hand“ nehmen sollte. Hauptsache, irgendjemand steht im Dienstplan.
Der Fachkräftemangel scheint dort inzwischen wichtiger zu sein als tatsächliche Leistungsstandards, und genau das merkt man leider im gesamten Arbeitsalltag.

Interessante Aufgaben

„Interessante Aufgaben“ gab es definitiv. Besonders spannend fand ich die tägliche Schnitzeljagd nach grundlegenden Hygienemaßnahmen. Zu prüfen, ob irgendwo zufällig desinfizierte Werkzeuge oder ein ordentliches Desinfektionsbad oder frische Kundenumhänge existieren, brachte wenigstens etwas Nervenkitzel in den Arbeitsalltag.
Ebenso interessant war die Aufgabe, vor Kundschaft dauerhaft ein professionelles Bild aufrechtzuerhalten und dabei bloß nicht durchblicken zu lassen, wie es hinter den Kulissen tatsächlich aussieht. Schauspielerische Fähigkeiten wurden dort definitiv gefördert.
Auch organisatorisch wurde man gefordert, improvisieren, vertuschen, schönreden und hoffen, dass niemand genauer hinschaut. Wer Multitasking lernen möchte, ist dort bestens aufgehoben. Außerdem konnte man dort hervorragend lernen, wie man Kunden ein gepflegtes Gesamtbild verkauft, während intern gefühlt alles mit Tesafilm und gutem Willen zusammengehalten wird.
Mein persönliches Highlight war die tägliche Mischung aus Schadensbegrenzung, Improvisation und professionellem Lächeln. Definitiv ein Arbeitsplatz, an dem man kreativ werden muss.


Umwelt-/Sozialbewusstsein

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