Kein Arbeitgeber, den man wählen sollte - Risiko einer extrem hohen Kündigungsquote. Ständig neue Mitarbeiter......
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es fällt mir richtig schwer, an dem Arbeitgeber etwas gut zu finden. Der Arbeitsplatz hat Potenzial und deutlich über die Hälfte der Mitarbeiter auch. Das Angebot an Waren ist sehr groß, aber dadurch auch das gebundene Eigenkapital. Die 7 Tagewoche, na die hat auch Vorteile, aber man muss es wollen. Erreichbarkeit - Autobahnnähe und Bushaltestelle, ein Café im Haus. Das ist alles fast normal, aber auch gut.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht finde ich in Summe, die z.T. menschenunwürdigen Umgangsformen. Gespielte Höflichkeit drückt sich nicht in ehrlichem Willen nach positiven Veränderungen aus. Respektlosigkeit und Geringschätzigkeit sind die Hauptkündigungsgründe. Abgesehen davon, dass von ca. 35 Mitarbeitern in einem halben Jahr die Hälfte gegangen ist oder gefeuert wurde, da kann man keine geordnete Zukunft finden. Einer sagte einmal, wir brauchen die Mitarbeiter im Saisongeschäft, was sollen wir denn machen? Antwort wäre, "dann schreibt befristet aus", das machen andere auch. Wenn man keinen Job hat, gut, dann nichts wie hin, einfach überbrücken, bis man etwas Besseres gefunden hat. So ging es nicht nur mir. Die ehemaligen Mitarbeiter stehen immer noch "eng im Kontakt". Jeder/jede feierte bisher den Ausstieg: "Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich lasse mich nicht mehr ausnutzen". Das ist schlecht für einen Arbeitgeber. Auf ein Zeugnis sollte man nicht verzichten, aber selbst die sind von keiner besonderen Qualität. Es ist einfach nur traurig, dass man aus so vielen Möglichkeiten nicht mehr macht. Einer sagte einmal: Der Fisch stinkt immer vom Kopf zuerst. Da ist in diesem Falle wirklich etwas dran. Ohne ein Umdenken auf höchster Ebene wird sich da nichts tun. Da gehe ich lieber wieder als Kellner arbeiten und bekomme mehr Geld und mehr Höflichkeit.
Verbesserungsvorschläge
Der Arbeitgeber sollte endlich anfangen, sich mit seinen Mitarbeitern zu befassen. Es gibt sehr gute Fachkräfte, die aber nicht gehört werden. In vielen Betrieben gibt es "Sprecher", die Sorgen einsammeln und dann mit dem Unternehmer besprechen. Das wäre ein Anfang. Der Arbeitgeber ist ein Zwischenhandel, kein fürsorglicher Arbeitgeber. Ihn fehlt es an Gespür für einfachste Notwendigkeiten. Kritik steht immer an erste Stelle, damit würde ich für ein paar Monate einfach einmal aufhören, denn das wäre ein Anfang.
Arbeitsatmosphäre
es gibt eine ständige Anspannung dort. Keiner traut dem anderen. Neue werden kaum adäquat eingearbeitet. Kein Wunder, Kündigungen monatlich und zwar jeden Monat mehrere. Zwei Mitarbeiter haben aktuell Klage eingereicht. Anwälte werden gebraucht.... es sei denn, man lässt sich alles gefallen.
Image
Das Image als Arbeitgeber ist niederschmetternd. Das Image als Pflanzenhandel "noch recht gut". Irgendwann wird selbst der Kunde merken, dass es viel bessere Adressen in Oldenburg gibt, bessere Baumschulen. Viele Pflanzen sind laut einiger Kunden nicht angegangen. Trotzdem verkauft und dann reklamiert, schon beginnt der Kampf um die Glaubwürdigkeit. Sommerblumen oder Frühjahrspflanzen, die kann man kaufen, aber kaum etwas, was länger als 3 Wochen im Laden steht. Viele Wurzeln sind geschädigt. Pflanzen wässern, das wäre eine Lösung, aber dazu fehlt oft das Personal. - M.E. kann das Image sich nur an der Masse des z.T. sehr außergewöhnlichen Angebotes festmachen. An der Qualität der Pflanzen jedenfalls kaum. Eine Ausnahme: Die Zimmerpflanzen sind gehegt und gepflegt, da sind Fachleute am Werk, die ihren Job noch als Beruf sehen.
Work-Life-Balance
Nein, keine Work-Life-Balance. Man muss ständig einsatzbereit sein. 7 Tage die Woche wird gearbeitet. Es liegt an einem selbst, ob man eine Vertretung findet, wenn man einmal einen Tag frei benötigt. Die Teamleiter - ja, die würden das regeln können, aber ..... zwei sind auf einen Schlag gegangen (und gegangen worden), von insgesamt fünf. Fragt man sich warum?
Karriere/Weiterbildung
Null Karriere - Weiterbildung habe ich dort nicht einmal erlebt. Man wird nicht einmal richtig eingearbeitet. Das wäre allerdings einfach, denn es gibt einen Ausbildungsraum, aber dafür müsste man Arbeitszeit investieren. Nicht gewollt, nie erlebt.
Gehalt/Benefits
Mindestlohn, damit fängt es an. Ein Gärtner wird wie im Einzelhandel-Grundeinkommen bezahlt. Die Ausbildung zählt nicht. Eine Kollegin hat lange Zeit nur 13 Euro bekommen, obwohl sie eine ausgebildete Gärtnerin ist. Man fragt sich, warum das Unternehmen immer noch Bewerber findet. Lesen die nicht im Internet? Fragen die nicht? Klar, die merken es dann und gehen wieder. Ein Kollege hatte übrigens selbst seine Kündigung angekündigt, aber so lange wollte man nicht warten. 3 Wochen vorher wurde ihm dann gekündigt. Ohne Grund sozusagen - einfach nur um Geld zu sparen. So entsteht kein Vertrauen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Plastik und Töpfe aus Plastik ohne Ende. Zusätzlich werden Massen an Pflanzen vernichtet - jeden Tag. Die Kunden zahlen diese Missstände einfach mit, ohne zu ahnen, wie die Preise sich zusammensetzen. Es ist traurig, wenn man sich einem Naturprodukt verschrieben hat, sowas miterleben zu müssen. Wenn man den Mitarbeitern die aussortierten Pflanzen wenigsten schenken oder günstiger verkaufen würde? Nein, lieber in den Müll. Sozialbewusstsein, würde voraussetzen, dass die ganze Lage einmal einem aus der Führung "bewusst gemacht werden könnte". Fehlanzeige .... keine Chance, dennoch versucht.
Kollegenzusammenhalt
Ja, ein paar, die sich seit mehr als 6 Monaten kennen, halten zusammen. Aber der Rest beäugt die Neuen misstrauisch. Mehr als die Hälfte dort denkt permanent über eine Kündigung nach. Jeden Tag ein Angang.... ein freundlicher Gruß am Morgen, kann man vergessen. Wie gesagt, es werden Unterschiede gemacht.
Umgang mit älteren Kollegen
eine über 60jährige Kollegin wurde aus dem Stand heraus entlassen. Man ist als älterer Arbeitnehmer nicht mehr wert, als den Teil Nutzen, den man stiftet. Es gibt keinen Respekt vor dem Alter. Die Unternehmenskultur ist bedenklich, sehr bedenklich.
Vorgesetztenverhalten
Schlimmer geht es nicht. Vorsicht vor Leuten, die meinen, der Laden gehört ihnen. Ich verstehe echt nicht, warum Menschen so respektlos sein können. Der Unternehmer selbst kümmert sich nicht. Er ist immer daran interessiert, alles zu erfahren, aber danach folgt keine Diskussion, kein Gespräch. Im ersten Halbjahr hat er jede Menge Leute rausgeschmissen, weil im etwas gegen den Strich ging. Eine Kollegin ist aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen erkrankt. Es folgte ein Anruf "mit Unterton", danach, ohne Gespräch, sofort die Kündigung. Wohlgemerkt, die Kollegin trifft überhaupt keine Schuld. Es lag am Klima und ihrem Vorgesetzten. Man bekommt eine WhatsApp "ich habe Dir einen Brief in die Post geworfen" - Ende. Dann folgt der Brief, per Einwurfeinschreiben. Kein Gespräche - keine Fürsorge - keine Verantwortungsübernahme. Im Sommer ist das Geschäft so gut wie leer. Da hat es den Eindruck, dass es Methode wäre, die Leute so regelmäßig zu feuern. Koste es, was es wolle. Hoffentlich schiebt das Arbeitsgericht dem einen Riegel vor.
Arbeitsbedingungen
Bei der Arbeitszeit wird man über den Tisch gezogen. Wer um 15 Minuten vor einer vollen Stunde nicht eingebucht ist, verschenkt die Zeit bis zur vollen Stunde. Umgekehrt, wenn man abends nicht bis Punkt 18.30 Uhr oder 18.31 Uhr dort bleibt, verschenkt wieder 15 Minuten. D.h. wegen 2 Minuten bis zu 30 Minuten am Tag, die nicht vergütet werden. Außerdem rennt man erst einmal bis in die Umkleideräume, bevor man sich erfassen kann. Das ist bestimmt nicht rechtmäßig.
Kommunikation
Schulmeisternd - alles von oben herab. Einer macht einen Fehler, alle bekommen eine Predigt gehalten. Soziale Fähigkeiten tendieren gegen Null. Wenn da nicht ein paar ganz tolle Kolleginnen und Kolleginnen gewesen wäre, ich wäre nach einer Woche schon wieder gegangen. Jetzt habe ich einen neuen Job, der richtig Spaß macht und wo es Wertschätzung gibt. Keine Streicheleinheiten, die erwartet keiner, aber Wertschätzung. Man redet, aber keiner traut keinem dort.
Gleichberechtigung
Nein, Frauen werden schlechter bezahlt und alle Mitarbeiter sehr unterschiedlich. Ein paar wollten einen Betriebsrat bilden, das hat wohl die Runde gemacht. Gleichbedeutend mit Risiko am Arbeitsplatz, es wurde reagiert - mit Kündigungen. Ja, man könnte das alles in Ordnung bringen, aber wer will das? Besser man geht sofort wieder. Es gibt keine Gleichberechtigung.
Interessante Aufgaben
Ja, wenn man sie sich selbst sucht. Blumen sind schon ein gutes Thema, wenn da der Mensch nicht wäre.
