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Gut am Arbeitgeber finde ich
Bereits in den Unterpunkten erläutert. Ich möchte hier noch einmal betonen, dass ich jederzeit gerne für Boge gearbeitet habe. Es gibt nur viel Verbesserungspotenzial.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ebenfalls bereits erläutert.
Mein Appell – und ich bin gespannt auf die Reaktion: Wenn ihr nicht beginnt, euren Mitarbeitenden zuzuhören und sie wirklich mitzunehmen, dann könnt ihr so viele strukturelle Veränderungen einführen, wie ihr wollt – die Unzufriedenheit bekommt ihr nicht aus den Köpfen.
Mit dem Druck von oben nach unten, den permanenten Hürden und den politischen Kämpfen untereinander kommt ihr nicht weit.
Verbesserungsvorschläge
Die Kommunikation der Unternehmensleitung war aus meiner Sicht weder transparent noch konsistent. Die häufig betonte Offenheit spiegelte sich im Arbeitsalltag, insbesondere im Hinblick auf Unternehmenszahlen, Zielsetzungen und Entscheidungsprozesse überhaupt nicht wider. Eine klar formulierte und für alle Ebenen nachvollziehbare Strategie fehlte weitgehend, was zu Orientierungslosigkeit und fehlender Zugehörigkeit geführt hat. Woher sollen die Mitarbeiter wissen wohin Sie rudern sollen, wenn es Ihnen niemand sagt?
Zudem entstand der Eindruck, dass neue Strukturen und Prozesse teilweise ohne klaren übergeordneten Plan eingeführt wurden. Die Hintergründe und Ziele solcher Maßnahmen waren oft nicht ersichtlich.
Ein weiterer zentraler Punkt war die geringe Einbindung der Mitarbeitenden. Entscheidungen wurden überwiegend top-down getroffen, ohne die Perspektiven der betroffenen Teams ausreichend zu berücksichtigen. Das führt nicht nur zu Ineffizienz, sondern zu Unzufriedenheit und Inakzeptanz.
Arbeitsatmosphäre
Kurz vorab: Ich möchte das Unternehmen nicht schlechter darstellen, als es ist. Die folgenden Punkte spiegeln meine persönlichen Erfahrungen möglichst sachlich wider.
Die Arbeitsatmosphäre hat sich über die letzten Jahre spürbar verschlechtert und war zuletzt angespannt. Teilweise fehlen notwendige Arbeitsmittel, was die tägliche Arbeit erschwert. Zudem führen langwierige und ineffiziente Entscheidungsprozesse zu Verzögerungen in Abläufen und Projekten.
Ein Gefühl von Zugehörigkeit oder Wertschätzung seitens der Führungskräfte ist nicht immer gegeben. In Einzelfällen entsteht der Eindruck, dass Personalentscheidungen nicht durchgängig nachvollziehbar oder nach klaren Kriterien getroffen werden.
Innerhalb einzelner Teams kann die Zusammenarbeit durchaus funktionieren, insgesamt wirkt die Stimmung im gesamten Unternehmen jedoch seit längerer Zeit sehr belastet.
Image
Das Image des Unternehmens hat über die Jahre spürbar gelitten, unter anderem durch Einsparungen im Marketing, reduzierte Sponsoring-Aktivitäten sowie die allgemeine Entwicklung im Automobilzuliefermarkt. Auch intern nahm die Identifikation vieler Mitarbeitender mit dem Unternehmen ab.
Ich persönlich war lange davon überzeugt, bei einem guten Arbeitgeber tätig zu sein, während andere dies im gleichen Zeitraum deutlich kritischer gesehen haben. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass Gehaltszahlungen stets zuverlässig erfolgten, die notwendige Infrastruktur vorhanden und die Aufgaben sowie die Branche insgesamt interessant und vielseitig waren.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance beschränkte sich nicht nur auf die 35-Stunden-Woche und die Möglichkeit zum Homeoffice. Zumindest in meiner Abteilung wurde auf persönliche Umstände grundsätzlich Rücksicht genommen. Anpassungen der Arbeitszeit, sowohl Reduzierungen als auch in Sonderfällen Erhöhungen, waren in vielen Fällen möglich. Urlaubsanträge wurden in der Regel unkompliziert genehmigt, teilweise sogar sehr großzügig. Die Abstimmung erfolgte meist direkt mit der jeweiligen Vertretung und weniger über die Führungskraft.
Arbeit außerhalb der regulären Arbeitszeiten, etwa im Urlaub oder nach Feierabend, kam nur selten vor. In den Fällen, in denen dies notwendig war, wurde dies jedoch aus meiner Sicht weder besonders honoriert noch ausdrücklich wertgeschätzt.
Karriere/Weiterbildung
Findet nur statt, wenn dein Vorgesetzter sich für dich einzusetzen weiß.
Bildungsprogramme und Weiterbildungen/Fortbildungen wurden in den letzten Jahren aufgrund von Kosteneinsparungsprogrammen aber vollständig eingestellt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war aufgrund der Tarifbindung grundsätzlich auf einem guten Niveau. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass besondere Leistungen oder Beförderungen nur selten angemessen auch monetär honoriert wurden. Stattdessen wurden teilweise zusätzliche Positionen geschaffen, die eher der Ausweitung von Hierarchiestufen dienten als einer klaren Weiterentwicklung.
Insgesamt wirkte es so, als würden Gehaltsentwicklungen und Karriereschritte nicht aktiv gefördert, sondern durch strukturelle Hürden eher erschwert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Kann ich hier nicht begründet beantworten. Den Umweltbericht habe ich mir nie angeschaut, obwohl er für alle lesbar war.
Kollegenzusammenhalt
In meiner Abteilung war die Zusammenarbeit insgesamt weitgehend positiv. Die bestehenden Prozesse sowie zahlreiche erforderliche Freigaben wirkten sich jedoch häufig hemmend auf die Effizienz aus. Mit der Zeit stellte sich jedoch eine gewisse Gewöhnung an diese Rahmenbedingungen ein.
Das Kollegium war mit wenigen Ausnahmen, die es in jedem Unternehmen gibt, durchweg kollegial und hilfsbereit. Auch fachliche Unterstützung wurde jederzeit selbstverständlich und ohne negative Vorbehalte geleistet.
Umgang mit älteren Kollegen
Langjährige Kollegen werden durch ihre Expertise häufig aufgrund ihrer Erfahrung und Expertise sehr geschätzt. Auch hier gibt es solche und solche, in der Administration war das meiner Einschätzung nach aber immer sehr positiv.
Vorgesetztenverhalten
Die Qualität der Führung war insgesamt sehr unterschiedlich. Wie bereits erwähnt, wurden Entscheidungen getroffen und Personen in Führungspositionen eingesetzt, die aus meiner Sicht nicht immer die notwendigen Voraussetzungen dafür mitgebracht haben.
Es gab durchaus sehr kompetente Führungskräfte, die mit klaren Zielen, transparenten Entscheidungen und einem kooperativen Führungsstil überzeugt haben. Gleichzeitig gab es jedoch auch Führungspersonen, bei denen genau diese Aspekte fehlten. Vorfälle inakzeptablen Verhaltens durch Führungskräfte standen nicht auf der Tagesordnung, kamen aber gelegentlich vor.
Arbeitsbedingungen
Auch hier nur Administration: Nahezu alle Büros sind Großraumbüros, jeder hatte seinen eigenen Schreibtisch, Rollcontainer, Laptop, Dockingstation, mit Glück 2 Bildschirme. Technische Ausstattung (Tastatur & Maus) sehr alt und wurde nie ausgestauscht. Einfach so austauschen war nicht möglich und wurde über den offiziellen Weg oft seltenst genehmigt.
Kommunikation
Die Kommunikation seitens der Unternehmensleitung war aus meiner Sicht äußerst unzureichend. Obwohl regelmäßig von Transparenz gesprochen wurde, fand diese in der Praxis kaum statt. Unternehmenskennzahlen wurden über Jahre hinweg nicht mehr kommuniziert – teilweise nicht einmal auf Ebene der Abteilungsleitung.
Offene Kommunikation wurde insbesondere auf Betriebsversammlungen betont, im Arbeitsalltag jedoch nicht entsprechend gelebt. Zusagen, sowohl auf Führungsebene als auch auf operativer Ebene – etwa in Bezug auf Positionen oder Gehaltsanpassungen – wurden regelmäßig nicht eingehalten.
Grundsätzlich entstand der Eindruck, dass Gehaltsentwicklungen eher unerwünscht waren. Gespräche hierzu gestalteten sich häufig langwierig, komplex und mit einem hohen Maß an Abstimmung und politischem Aufwand verbunden.
Gleichberechtigung
Wurde schon sehr deutlich gelebt. Nahezu alle Verantwortungspositionen waren mit männlichen Kollegen besetzt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren fordernd und haben mir immer Spaß gemacht. Ineffiziente Prozesse, lange Entscheidungswege und fehlende Lösungsfindung haben die tägliche Arbeit allerdings deutlich eingeschränkt.