Zerrüttete Realität hinter einer polierten Fassade
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die ‚noch‘ attraktiven Arbeitszeiten :)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Da ich die konkreten Kritikpunkte bereits in den einzelnen Kategorien oben ausführlich beschrieben habe, möchte ich mich hier auf das Wesentliche beschränken: Ich fände es extrem schade und bedenklich, wenn hier kein sofortiger Handlungsbedarf gesehen wird. Wenn sich an den Zuständen nichts ändert, bin ich fest davon überzeugt, dass noch viele weitere Mitarbeiter der Firma den Rücken kehren werden. Auf diese Weise wird das Unternehmen die Ziele, die es sich selbst gesteckt hat, niemals erreichen.
Verbesserungsvorschläge
Damit die Realität im Unternehmen endlich zu dem guten Ruf passt, den man nach außen hin pflegen möchte, muss sich intern einiges ändern.
Das Management und die Führungskräfte müssen dringend aktiver für ihre Mitarbeiter eintreten. Es reicht nicht, Wertschätzung nur zu plakatieren – sie muss im Alltag spürbar sein. Führungskräfte sollten eine wesentlich bessere, nettere und offenere Kommunikation etablieren, den Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen und sie als wertvolle Menschen schätzen, statt sie wie austauschbare Nummern oder Maschinen zu behandeln. Dazu gehört zwingend, dass mündliche Absprachen – beispielsweise bezüglich der Schichtarbeit – verlässlich eingehalten werden und Verträge fair gestaltet sind. Wenn Konflikte bezüglich dieser Verträge auftreten, müssen diese lösungsorientiert gelöst werden, anstatt leichtfertig zu kündigen oder derartiges.
Auch die Einstufungen im Kollektivvertrag müssen fair und korrekt an die tatsächliche Leistung angepasst werden, ergänzt durch echte Weiterbildungs- und Aufstiegschancen.
Um das Arbeitsklima zu verbessern, muss die interne Kommunikation ehrlicher und transparenter werden, um der spürbaren Lästerkultur und dem Misstrauen im Team entgegenzuwirken. Gleichberechtigung sollte aktiv gelebt und veraltete Rollenbilder sowie respektlose Sprüche konsequent unterbunden werden. Auch unkollegiales Verhalten oder mangelnde Arbeitsleistung dürfen nicht länger ignoriert werden – unabhängig vom Alter der Betroffenen.
Zusätzlich muss auch das Potential mancher Angestellten gesehen und richtig eingesetzt werden.
Die Pausenbereiche sollten dringend so modernisiert werden, dass sie wind- und regengeschützt sind und den Mitarbeitern in ihrer kurzen Erholungszeit echten Schutz bieten.
Arbeitsatmosphäre
Große Reden, wenig dahinter. Die Atmosphäre leidet stark darunter, dass die Führungsebene sich kaum für die tatsächlichen Belange der Mitarbeiter interessiert. Es herrscht eine Kultur des Funktionierens, nicht des Miteinanders.
Kommunikation
Updates zu Gewinnen, Verlusten oder der allgemeinen Firmenrichtung gibt es kaum – es sei denn, die Zahlen sind schlecht, dann wird das sofort kommuniziert. Ein offener und regelmäßiger Austausch findet nicht statt
Kollegenzusammenhalt
Viel Schein, wenig Sein. Vornherum wird gelächelt, hintenrum zerrissen. Ein echter, ehrlicher Zusammenhalt oder Respekt ist nicht vorhanden, da das Vertrauen unter den Kollegen komplett fehlt. Man muss sehr aufpassen, was man wem sagt.
Work-Life-Balance
Die aktuellen Arbeitszeiten sind an sich gut und bieten eine solide Struktur. Allerdings gibt es ein großes Minus beim Thema Verlässlichkeit: Mündliche Absprachen zur Schichtarbeit (Zweischicht) wurden nicht eingehalten; im neuen Vertrag wurde eigenmächtig und ohne vorherige Absprache eine Dreischicht verankert.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte agieren unprofessionell und ohne Wertschätzung. Man fühlt sich wie ein austauschbares Zahnrad im Getriebe. Konflikte und Vertragsfragen werden nicht gelöst, sondern es wird direkt zu Kündigungen gegriffen. Einbindung der Mitarbeiter gibt es nicht.
Interessante Aufgaben
Statt interessanter Aufgaben herrscht aktuell nur frustrierendes Umzugschaos. Mitarbeiter müssen Prozesse retten, für die eigentlich andere zuständig wären. Konstruktive Vorschläge zur Gestaltung der Arbeitsplätze werden im Team öfter blockiert und ignoriert.
Gleichberechtigung
Frauen werden zwar wahrgenommen, aber veraltete Denkmuster sind spürbar – bestimmte Aufgaben werden immer noch als 'Frauenarbeit' abgestempelt. Auch die Gesprächskultur mancher männlicher Kollegen im Beisein von Frauen ist oft unangebracht und respektlos. Aufstiegsmöglichkeiten werden für alle klein gehalten.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen sind vorhanden, bringen aber oft eine anstrengende 'Bessergestellt'-Mentalität mit. Respekt und Höflichkeit im Alltag fehlen.
Frustrierend ist auch, dass Minderleistung bei bestimmten älteren Mitarbeitern einfach toleriert wird und keine Konsequenzen hat.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung ist top, aber die Bedingungen vor Ort schwierig. Man arbeitet meistens ohne Tageslicht und stets ohne Frischluft.
Der einzige Ausweg sind die Pausen, doch die Pausenplätze sind schlecht: Der Weg dorthin frisst wertvolle Minuten und der Bereich selbst (zb. Raucherplatz) ist windig, zieht und ist bei Regen kaum nutzbar.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird viel Wert auf Umwelt und Nachhaltigkeit gelegt. Allerdings schwingt hier stark mit, dass es primär um die Außenwirkung geht. Dem Ruf des Unternehmens wird alles andere untergeordnet.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt an sich ist okay, aber die Eingruppierung ist fehlerhaft – man wird unter Wert verkauft und falsch eingestuft. Das Unternehmen bietet keinerlei nennenswerte Benefits oder freiwillige Sozialleistungen an.
Image
Das Image, das nach außen hin mühsam aufgebaut wird, zerbröckelt im echten Arbeitsalltag komplett. Unter den Mitarbeitern wird kaum ein gutes Haar an der Firma gelassen, da der interne Zustand zerrüttet ist.
Karriere/Weiterbildung
Sehr unbefriedigend. Echte Weiterbildungen sind eine absolute Seltenheit und werden kaum gefördert. Aufstiegschancen im Unternehmen sind so gut wie nicht vorhanden.


