BEWERBE DICH NICHT!!!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gar nichts.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Alles.
Verbesserungsvorschläge
Alles muss verändert werden, am meisten den Mindset von der Chefin.
Arbeitsatmosphäre
Die zwei Sterne gebe ich ausschließlich wegen meiner Kollegen – nicht wegen der Chefin. Sie war extrem kontrollierend und wollte alles überwachen. Sobald sie den Raum betreten hat, hat man sofort gemerkt, wie die Stimmung angespannter wurde, obwohl jeder einfach nur seine Aufgaben gemacht hat. Ihr eigener Stress und ihre Nervosität haben sich auf das ganze Team übertragen. Homeoffice war grundsätzlich keine Option, obwohl es im Büro zeitweise nicht einmal funktionierendes Internet gab und man viele Aufgaben problemlos von zu Hause erledigt werden könnte. Ich hatte eher das Gefühl, dass sie einfach nicht allein im Büro sein wollte.Schon wegen kleiner Fehler wurde man laut kritisiert und daraus wurde jedes Mal ein riesiges Drama gemacht. Sie wirkte ständig gestresst – wahrscheinlich die gestressteste Person, die ich je kennengelernt habe. Es ist wirklich erstaunlich, dass ein Unternehmen unter solchen Bedingungen funktioniert. Der Zustand der Firma hat ihren Führungsstil perfekt widergespiegelt: pures Chaos.
Image
Welches Image? Ich frage mich eher, wie das Unternehmen überhaupt noch existiert.
Work-Life-Balance
Obwohl wir unsere Aufgaben oft schon mehrere Stunden vor Feierabend erledigt hatten, mussten wir bis zum Schluss im Büro bleiben. Die Mittagspause dauerte eine Stunde und es war nicht möglich, stattdessen nur 30 Minuten Pause zu machen und dafür früher nach Hause zu gehen. Warum? Weil die Chefin so sagt.
Karriere/Weiterbildung
Der einzige Vorteil ist, dass man die Stelle im Lebenslauf angeben kann. Die Arbeit könnte genauso gut ein Schüler erledigen. Wer studiert, nimmt fachlich nichts mit. Man lernt höchstens, wie das Arbeitsleben aussehen kann – und vor allem, wie man später einmal nicht arbeiten möchte.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war extrem niedrig. Mit zwei Stunden Arbeit als Putzfrau hätte ich mehr verdient als dort an einem ganzen Acht-Stunden-Tag.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Müll wurde konsequent getrennt, deshalb habe ich in diesem Punkt nichts zu kritisieren.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen waren das Beste an diesem Job. Mit einer Kollegin habe ich regelmäßig die Mittagspause verbracht und wir haben bis heute Kontakt. Was uns alle verbunden hat, war die Unzufriedenheit mit der Arbeit. Das ist zwar kein schöner Grund für Zusammenhalt, aber so war die Realität.
Umgang mit älteren Kollegen
Abgesehen von der Chefin und meiner Vorgesetzten waren wir alle Studierende, die dringend ein Praktikum brauchten und deshalb dort gelandet sind. Meine Vorgesetzte war ebenfalls erst Ende zwanzig. Deshalb kann ich zum Umgang mit älteren Kollegen nicht wirklich etwas sagen. Über die Chefin könnte ich dagegen deutlich mehr erzählen – darauf gehe ich in den anderen Bewertungskategorien ein.
Vorgesetztenverhalten
Meine direkte Vorgesetzte war wirklich sehr freundlich und hat mich jederzeit unterstützt. Ich bin ihr sehr dankbar, denn sie hat den Arbeitsalltag deutlich angenehmer gemacht.
Arbeitsbedingungen
Das Büro war klein und hat eher wie eine umgebaute Wohnung gewirkt. Zwischen den Räumen gab es keine Türen, deshalb konnte die Chefin jederzeit mithören, wenn man sich unterhalten hat, oder einfach unangekündigt reinkommen, um zu schauen, was man gerade macht. Man hatte dadurch ständig das Gefühl, beobachtet zu werden. Außerdem hätte die Sauberkeit in einigen Gemeinschaftsbereichen meiner Meinung nach besser sein können.
Kommunikation
Einmal hat die Chefin zu mir gesagt, dass ich ihre Gedanken lesen müsste. Das sagt genung über die Kommunikation in diesem Unternehmen.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung gab es dort praktisch nicht. Wer nicht in Deutschland aufgewachsen ist, wurde wie ein Mitarbeiter zweiter Klasse behandelt, dem man nicht wirklich vertraut. Dass ich eine Frau bin, war in meinem Fall sogar eher ein Vorteil. Männer wurden von der Chefin dagegen ohne erkennbaren Grund deutlich schlechter behandelt. So offensichtliche Diskriminierung habe ich noch nie erlebt. Das Unternehmen wirkt, als wäre es in den 90er-Jahren stehen geblieben.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren überhaupt nicht interessant und man lernt dort so gut wie nichts. Im Grunde verschwendet man nur seine Zeit. Die spannendste Aufgabe, die ich hatte, war Briefe für eine Veranstaltung zu falten – das sagt eigentlich schon alles.