Meine ehrliche und sachlich geschilderte Erfahrung nach über fünf Jahren bei der Brangs + Heinrich GmbH
Gut am Arbeitgeber finde ich
Homeoffice
Work-Life-Balance
Kollegenzusammenhalt
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Überarbeitung
Veraltete Denkweise
Schwache Bezahlung
Kein Bonussystem für gute Arbeit
Wenig Lob
Verbesserungsvorschläge
Aufgabenaufteilung in Zusammenarbeit mit dem Vertrieb neu überdenken.
Lieber 1–2 Mitarbeiter zu viel als Überarbeitung riskieren.
Weiterbildung fördern.
Jährliche Gehaltsanpassungen außerhalb des Tarifs.
Mehr Maßnahmen oder Events fürs Teambuilding Abteilungsübergreifend.
Homeoffice-Ausstattung stellen.
Für neue Mitarbeiter eine bessere Einarbeitung gewährleisten.
Regelmäßige Feedbackgespräche mit den Mitarbeitern, um mehr über die tatsächliche Lage zu erfahren.
Personalerweiterung in Schlüsselabteilungen wie Vertrieb und Logistik.
Den eigenausgebildeten Nachwuchs mehr fördern. Hier wird wertvolles Kapital verschwendet.
Ich bin offen für ein umgekehrtes Feedbackgespräch.
Brangs und Heinrich war mir persönlich immer sehr wichtig. Ich hatte insgesamt eine sehr gute Zeit in diesem Unternehmen, weshalb es mich umso mehr ärgert, dass ich die Firma nach über 5 Jahren für meine weitere persönliche Entwicklung verlassen mussten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist insgesamt betrachtet solide. Man hilft sich untereinander und kann bei Problemen mit seinen Kollegen oder Vorgesetzten sprechen. Lob gibt es jedoch eher selten.
Image
Nach außen hat Brangs + Heinrich immer noch ein sehr gutes Image. Hier wurde in der Vergangenheit regional sehr gute Arbeit geleistet, weshalb das Image weiterhin sehr stark ist. Leider hat sich seit dem sehr viel verändert.
Work-Life-Balance
Hier gibt es nichts zu meckern. Work-Life-Balance ist gegeben. Homeoffice, Gleitzeit und kurze Freitage. Sehr vorbildlich. Auch bei Terminen oder Notfällen ist bezogen auf Verständnis für die Mitarbeiter Brangs und Heinrich das Maß aller Dinge.
Karriere/Weiterbildung
Karriere ist hier mit dem richtigen Engagement durchaus möglich. Interne Programme oder Förderungen für Studium etc. sind nicht gegeben.
Gehalt/Benefits
Vermögenswirksame Leistungen werden gegeben. Bonussystem mit Gutscheinen ebenfalls vorhanden. Das Gehalt entspricht dem Verdi-Tarif. Ein Tarif, der verglichen mit anderen Tarifen sehr schlecht bezahlt. Möchte man gut verdienen, muss man was dafür tun und dafür kämpfen. Ich persönlich bin ein Fan davon, aber der Trend geht in eine andere Richtung und man sollte dem Trend folgen. Etwas, was ich in den letzten Jahren andauernd erlebt habe, ist, dass Mitarbeiter, die von Brangs und Heinrich ausgebildet wurden, das Unternehmen verlassen haben aufgrund vom Gehalt. Diese Mitarbeiter hatten Brangs und Heinrich im Blut und kannten das Unternehmen von A–Z. Diese Mitarbeiter wollten ein humanes, marktübliches Gehalt, was ihnen verwehrt wurde. Stattdessen wurden dann extern Mitarbeiter beschafft, denen man dann deutlich mehr zahlen musste als das, was die ausgebildeten Mitarbeiter gefordert haben. Hier sollte man eventuell die unternehmenseigenen Vorgaben überdenken. Dieses Problem wäre auch vermeidbar, wenn es ein Modell gäbe, in dem man eventuell nach Unternehmensperformance oder Inflation eine jährliche Gehaltsanpassung bekommt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier könnte die Geschäftsführung mit E-Autos als Vorbild voran gehen.
Kollegenzusammenhalt
Insgesamt ist der Kollegenzusammenhalt solide. Nichtsdestotrotz ist hier großer Aufholbedarf von Seite der Vorgesetzten. Aufgrund ungleicher Arbeitsaufteilung sind zum Teil Abteilungen wie Produktion, Logistik, Vertrieb und Außendienst sehr stark überarbeitet, teilweise am Rande des Burnouts. Andersrum gibt es Abteilungen, die vergleichsweise eher weniger zu tun haben. Ich sehe hier das Problem bei ungleicher Aufgabenaufteilung. Im Vertrieb ist man zuständig für einige Dinge, die man aus anderen Firmen eher in anderen Abteilungen findet. Ich sehe hier das Problem nicht bei den Kollegen, sondern bei höherer Ebene. Hier wird seit Jahren verschlafen, die Aufgaben neu aufzuteilen. Man hat das Gefühl, dass Angst herrscht, gewissen Abteilungen etwas mehr zuzumuten und den Vertrieb zu entlasten. Es passiert genau das Gegenteil. Durch hohe Mitarbeiterfluktuation im Vertrieb herrscht permanente Überarbeitung der Mitarbeiter. Es herrscht ein Klima von Stress und Überarbeitung, dem nicht jeder gewachsen ist. Das Kapital des Großhandels sind die Mitarbeiter, was hier offenbar vergessen wird. Umsatz steht an erster Stelle.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeiter werden besonders gut behandelt.
Vorgesetztenverhalten
Die direkten Vorgesetzten, Teamleiter und Vertriebsleiter sind offen, kommunikativ und sehr kompetent. Hier sollten vor allem Richtung Vertriebsleitung mehr Vertrauen und Entscheidungsmacht gegeben werden. Wenn die Person „an der Front“ mehr Entscheidungsfreiheit bezogen auf Personal hätte, dann wären viele Prozesse sauberer und einfacher. Hier wird sehr professionell und sauber gearbeitet. Leider habe ich aus eigener Erfahrung ein besonders prägendes Gespräch gehabt mit HR + Geschäftsführung aufgrund eines Missverständnisses bei einem Kalenderdatum. Gute Arbeit spielt hier keine Rolle. Es wird für schlechte Stimmung oder Kündigungswellen stets Sündenböcke oder Schuldige gesucht, anstatt nach der Ursache zu suchen. Dies war mein persönlicher Eindruck. Es gab teilweise Personalgespräche in Konferenzräumen im Großraumbüro. Jeder hat mitbekommen, dass hier ein Mitarbeiter ein etwas unangenehmeres Gespräch hatte. Das ist meiner Ansicht nach unprofessionell und stellt den Mitarbeiter grundlos zur Schau. Man sollte immer das Miteinander stärken und nicht das Gegeneinander.
Arbeitsbedingungen
Professionelle Ausstattung ist gegeben. Homeoffice-Ausstattung wird nicht zur Verfügung gestellt. Dies wird umgangen durch die Bezeichnung „mobiles Arbeiten“. Möchte man das Homeoffice nutzen, muss man selbst dafür die Ausstattung kaufen. Wasser ist konstelos für Kaffee muss man einen Chip mit Geld aufladen.
Kommunikation
Die Kommunikation untereinander ist grundsätzlich gut. Trotzdem muss man aufpassen, mit welchen Kollegen man spricht. Es gibt durchaus Kollegen, bei denen man das Gefühl hat sie wirken als verlängerter Arm der Geschäftsführung.
Gleichberechtigung
Hier gibt es nichts zu bemängeln. Wer etwas möchte, muss dafür kämpfen. Egal ob Mann oder Frau. Trotzdem muss man sagen, dass Führungspositionen und Außendienst zum großteil von Männern dominiert werden.
Interessante Aufgaben
An sich sehr gute und interessante Aufgaben. Man kann im Vertrieb sehr, sehr viel lernen. Über Logistik, Artikelanlage, Mietaufträge, Lagerbestände überwachen, Artikelbeschaffung, Reklamationen bearbeiten, Angebotskalkulation, Produktionsaufträge, Auftragserfassung, Angebote nachfassen und vieles, vieles mehr. Die besonders kompetenten Außendienstler vermitteln einem sehr viel gutes Wissen. Die enge Zusammenarbeit mit den Außendienstlern trägt dazu bei, dass man auch als junger Mensch sehr viel über Vertrieb lernt. Leider ist durch oftmals Überarbeitung der Kollegen nicht immer die Möglichkeit gegeben, Vertrieb zu machen, wie man es sich eigentlich wünscht. Man verfällt ziemlich schnell in einen Arbeitsflow, in dem man nur noch Vorgänge in das System einstellt und das System pflegt. Es wird sehr schnell monoton und zeitintensiv. Klassischer Vertrieb ist nicht mehr möglich. Es ist eher Büromanagement als Vertriebsinnendienst.