Wenn man keine anderen Optionen hat, kann man da arbeiten,ansonsten besser woanders anfangen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich bin kein Duckmäuschen und verbal sehr schlagfertig. Der Chef mochte mich irgendwie und so hatte ich Möglichkeiten, mich zu entwickeln. In meinem Fall, ist aber auch anzumerken, dass das nur so lange gut ging, bis mein direkter Vorgesetzter eine devotere Mitläuferin gefunden hatte.
Heute bin ich wesentlich besser angestellt,somit war die Zeit bei BRR eine Lehre. Nirgends ist es perfekt und man muss sich immer auf Kollegen oder das Arbeitsgebiet einstellen.
Das geht aber viel besser woanders, als bei BRR.
Dennoch hatte ich eine gute Zeit bei der Firma und viel gelernt. Dort arbeiten würde ich allerdings nicht mehr.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
In dem Laden geht's nach Nasenfaktor. Man kann den Laden als Sprungbrett nutzen. Nach meiner Anstellung dort, hörte ich in Bewerbungsgesprächen oft die Frage,wie ich es so lange sa ausgehalten habe. Allerdings wurde mir das auch als positiv ausgelegt, da ich stressresistent bin und mit Konflikten umgehen bzw diesen nicht aus dem Weg gehe.
In der Branche ist die Firma verrufen, da man die Leute echt verheizt.
Verbesserungsvorschläge
-Abstellen der Stasimethoden durch die Vorgesetzten. Man muss nicht alles über die Mitarbeiter wissen.
-Abstellen der Geschwätzigkeit,wenn man MA in Not hilft
-Homeoffice - allerdings wäre hier auch wichtig, dass man seinen Mitabeitern vertraut, was in der Firma wohl die größte Herausforderung an die GF darstellen dürfte.
-Einführung einer Zeiterfassung.
-Gleichberechtigung aller Mitarbeiter.
Ehrliche und sachliche Kommunikation.
-Maßnahmen gegen das Mobbing.
-Ehrliche Außendarstellung - die Ansage, dass alles viel besser geworden ist und dann auf dieser Plattform negative Bewertungen löschen zu lassen, ist peinlich.
Respektvoller Umgang mit den Mitarbeitern, vor allem den Leistungsträgern.
-Frauen sind auch Menschen und das sollte so mancher Weisungsbefugter auch anerkennen, zumal Frauen in der Administration dasselbe leisten können, wie ein Mann.
-Unterbinden von stutenbissigem Verhalten,auch wenn die MA schon Jahre im Unternehmen ist.
Arbeitsatmosphäre
Der Chef mag Zwist unter den Arbeitnehmern und befeuert diesen auch gern. Dadurch wird Kollegenzusammenhalt unterbunden und jeder ist sich selbst der Nächste.
Gerade die Stutenbissigkeit unter Frauen wird aktiv befeuert und dient dem Amüsement des GF.
Kommunikation
Gleich null oder verlogen. Wenn du heute der/die Beste bist, kann es passieren, dass du beim kleinsten Fehler der/die Nächste auf der Abschussliste bist.
Die Kommunikation kommt auch sehr darauf an, wie sehr du gerade gebraucht wirst. Bei mir war so, dass meine Kollegin gekündigt hat, weil sie genug hatte und ich geradezu in Watte gepackt wurde inkl. Lohnerhöhung, weil ich die Einzige war,die noch in diesem Bereich tätig war.
Mit einer neuen MA, die dem direkten Vorgesetzten unterwütfig war, änderte sich das dann auch ganz schnell wieder.
Kollegenzusammenhalt
Der wird unterbunden durch Lästereien durch die Vorgesetzten, Insdiskretionen durch die GF.
Hier ist anzumerken, dass ich durch die GF sehr intime (und sicherlich nicht öffentlich zu machende) Details meiner Kollegen und Kolleginnen kannte, die ich gar nicht wissen wollte.
Man sollte sich in diesem Zusammenhang sehr gut überlegen, ob man ein finanzielles "Hilfsangebot" der GF annimmt. Tut man das,weiß schnellstens jeder Bescheid.
Work-Life-Balance
Diesen Begriff kennt man dort nicht. Kostenlose Überstunden waren zu meiner Zeit an der Tagesordnung. Wenn man pünktlich Feierabend macht, muss man sich rechtfertigen, obwohl man den Arbeitsvertrag bereits erfüllt hat. Damals gab es keine Zeiterfassung und soweit ich informiert bin, ist das auch heute noch so.
Wichtig für neue MA ist, wenn du pünktlich Feierabend machst, befördert dich das schnell auf die Abschussliste.
Vorgesetztenverhalten
Hier kommt es sehr auf die persönliche Einstellung an. Als unterwürfige/r Mitarbeiter/in, ist man hier gern gesehen. Wenn du es gut beherrscht, dem persönlichen, meist zerbrechlichen, Herrenego zu schmeicheln, kommst du gut durch. Allerdings ist Geschick geboten,wenn du feststellst, dass dein Gegenüber eine Pfeife ist. Diese "diplomatische" Fähigkeit besaß ich nicht und der direkte Vorgesetzte (Vertrauter GF) war dann schnell mit Manipulationen am Start.
Steht man für sich ein, meldet Ungerechtigkeiten, wird man schnell auf die schwarze Liste gesetzt und ist auch nicht mehr lange im Unternehmen.
Hat die GF gerade Not (sprich die Abteilung hat zu wenige MA), wird mit Geld ein Anreiz geschaffen. Dieser Anreiz ist am untersten Minimum und man kann sich sicher sein, dass die Anzahl der Aufgaben überproportional anwächst.
Interessante Aufgaben
Ja, die gibt es. Mit einem "dicken Fell", entsprechendem Durchsetzungsvermögen und einer stabilen Persönlichkeit, kann man sich verwirklichen. Man sollte nur immer im Hinterkopf behalten, dass sich das Blatt schnell drehen kann.
Wer schleimt und sich anbiedert für wenig Gehalt, wird in dem Laden allerdings immer bevorzugt.
Gleichberechtigung
Frauen und Homosexuelle können hier arbeiten,allerdings ist ein dickes Fell gefordert und Unterwürfigkeit.
Ansonsten sind übergriffige Sprüche zu Gewicht oder Größe der weiblichen Ausstattung auszuhalten. Allerdings muss man hier auch sagen, dass der Chef auch einen guten Konter aushalten kann. Kommt dann aber auf die Tagesform an.
Mit Charme und Witz ist die GF allerdings zu händeln. Zumindestens war es in meinem Fall so. Ich kenne allerdings auch Kolleginnen, die sehr gelitten haben unter dummen Sprüchen.
Umgang mit älteren Kollegen
Man schätzte damals ältere Kollegen,allerdings nicht wegen ihrer Leistung,sondern wegen der Loyalität.
Hierbei ist anzumerken, dass die Leistung eher mittelmäßig war und die ältere Kollegin, mit der ich regelmäßig in Disput geraten bin, eine von der Fraktion war, dass sie ihre traumatischen Erlebnisse aus ihrer Ausbildung, an den damaligen Auszubildenden auslassen hat.
Nach dem Motto: 'Ich musste da durch, also müssen die das auch."
Wenn man selbst so drauf ist, okay. Allerdings zeugt das eher von einem unterirdischen Charakter. Der GF dürfte das allerdings gefallen.
Arbeitsbedingungen
Toxisches Arbeitsklima. Ständig Streitigkeiten, Mobbing und man muss ständig auf der Hut sein.
Das ist Stress pur für wirklich unterirdische Bezahlung zzgl kostenloser Überstunden.
Dazu kommt, dass der Chef darauf steht, wenn die Frauen sich untereinander anfeinden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zur Umwelt kann ich keine Aussage treffen.
Zum Sozialbewusstsein nur so viel, dass jeder sich selbst der Nächste ist und der Chef steht an erster Stelle. Wer hier Empathie oder dergleichen erwartet, wird enttäuscht.
Die GF hilft in Notlagen finanziell, geht aber dann mit der Situation nicht diskret um. Ich musste es nie in Anspruch nehmen, allerdings weiß ich eine Menge von den finanziellen Nöten meiner Kollegen. Und das von der GF.
Allerdings wird einmal im Jahr ein irrer Aufriss zu Weihnachten veranstaltet. Die Weihnachtsfeier ist ein Knaller. Das Essen ist großartig, allerdings ist auch hier Vorsicht geboten. Der Chef füllt gerne die Leute ab und Verfehlungen auf dieser Feier sind wochenlang das Thema in der Firma.
Gehalt/Sozialleistungen
Zu meiner Zeit kam es beim Gehalt sehr auf das Geschlecht an.
Ich habe noch die Worte eines der GF im Ohr, dass, solange er lebt und den Laden führt, eine weibliche Person niemals so viel verdienen wird, wie ein Mann.
Hat der Laden Not in einem Bereich, stehen die Chancen gut, dass es eine Gehaltserhöhung gibt. Hierbei ist zu beachten, dass man schnell in Ungnade fällt, sobald der Mangel ausgeglichen ist. Die Gehaltserhöhung wird dann schnell zum Anlass genommen, das Aufgabenpensum zu erhöhen.
Image
Man kennt die Firma in der Branche. Aus der Branche fängt auch niemand dort an, wenn er/sie andere Optionen hat.
Der Laden wird überleben und auch Mitarbeiter finden,allerdings ist über die Jahre so viel Wissen verloren gegangen.
Der Ruf ist schlecht und man macht Versprechungen, die nicht mal 5 Minuten Halbwertszeit haben.
Wenn man dort anfangen will, sollte man alles (!) vertraglich festhalten und der Vertrag sollte vorab von einem Juristen geprüft werden.
In der Firma bezahlt man Vertrauen sehr teuer.
Die Meisten,die was drauf haben,merken nach ein paar Monaten schon, dass der Laden nichts bis zur Rente ist und gehen. Wer dort seit Jahren ist, findet oft nichts oder sucht nicht mal danach,weil er über die Jahre charakterlich so demontiert wurde, dass er/sie kein Selbstwertgefühl mehr besitzt.
Karriere/Weiterbildung
Das geht in der Firma,allerdings muss man das einfordern und zu meiner Zeit wurden da auch eher die Herren vorgezogen. Oder Loyalisten, was allerdings ein gewisses großes Maß an Widerstandsfähigkeit in Bezug auf Demütigung erforderte.
Ich würde aber empfehlen, sich niemals vertraglich an die Firma, für eine Weiterbildung, zu binden. Bei dem Arbeitsumfeld bereut man schnell, nicht unabhängig zu sein.
Geld für Weiterbildung wird auch kaum in die Hand genommen von den Firma.