Schicksalsgemeinschaft mit Erholungsfaktor: Oben wird kassiert, unten wird verwaltet.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Wer eine bezahlte Ruheoase sucht, ist hier goldrichtig. Man wird konsequent in Ruhe gelassen – was weniger an blindem Vertrauen liegt, sondern an der vollkommenen Desorientierung der Führungsebene. Da die Vorgesetzten mit sich selbst und ihren Meetings beschäftigt sind, kann man sich hier wunderbar vom Privatleben erholen. Wer keine Ambitionen hat und Dienst nach Vorschrift schätzt, findet hier das perfekte Biotop der Tatenlosigkeit.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Team ist phänomenal – allerdings ist das eine reine Schicksalsgemeinschaft. Wir halten zusammen, um die täglichen Fehlentscheidungen von oben gemeinsam wegzulachen. Ohne Galgenhumor und den massiven Zusammenhalt der "Basis" würde hier morgen keiner mehr erscheinen.
Vorgesetztenverhalten
Oben Champagner, unten Leitungswasser – Ein Lehrstück in Fehlmanagement
Hier wird Inkompetenz zur Kunstform erhoben. Entscheidungen wirken wie das Ergebnis eines Zufallsgenerators und zeugen von einer beeindruckenden Distanz zum operativen Geschäft. Besonders zynisch: Während die Führungsebene sich offensichtlich fürstliche Gehälter gönnt, wird unten jeder Cent dreimal umgedreht. Man gewinnt den Eindruck, dass hier eine kleine Elite sehr gut davon lebt, die Arbeit derer zu verwalten, die tatsächlich den Wert schöpfen. Feedback von unten wird als Majestätsbeleidigung ignoriert.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung ist ein klares Statement: „Wir würden euch weniger zahlen, wenn es legal wäre.“ Das Gehalt ist eher ein Schmerzensgeld für die tägliche Konfrontation mit Planlosigkeit. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nur, wenn man lernt, Fehler der Führungsebene als eigene Erfolge zu verkaufen.
Karriere/Weiterbildung
Eine Sackgasse mit schöner Aussicht auf die Kollegen. Wer sich hier fachlich oder hierarchisch weiterentwickeln will, sollte eine ausgeprägte Vorliebe für Stillstand mitbringen. Aufstiegschancen existieren nur in der Theorie oder durch pure Betriebszugehörigkeit (Aussitzen).
Echte Weiterbildung wird hier als unnötiges Kostenrisiko betrachtet – man hat wohl Angst, dass Mitarbeiter durch dazugewonnenes Wissen merken könnten, wie planlos die Führung agiert. Wer wachsen will, muss gehen. Hier wird man eher „verwaltert“ als gefördert.