Ein Abbild der Zeit: Eine Behörde mit viel Potenzial aber gefangen in Hektik und Druck
Gut am Arbeitgeber finde ich
kollegiales Umfeld, eine Zentralabteilung, die richtig viel tut, damit alle eine gute Umgebung haben. Die Aufgaben an sich. Hilfsbereitschaft. Vielseitigkeit der Aufgaben und Menschen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
die Fehlerkultur
Verbesserungsvorschläge
-Klare Leitlinie mit Bezug zum gesetzlichen Auftrag
-Aufgabenverteilung als Abbild der Leitlinie und des gesetzlichen Auftrags
-Wenn es eine Hierarchie gibt, sollte diese eingehalten werden. Kein Durchgreifen nach Belieben.
-einige priorisierte Aufgaben, die im Jahr vorangetrieben werden sollen und die realistisch umsetzbar sind - Zeit für Tagesgeschäft
-klare Regeln und Einhaltung von Dienstanweisungen und Führungsleitlinien. Positive Unterstützung, wenn etwas dabei nicht klappt.
-Dienstanweisung mobiles Arbeiten mit Teamtagen verknüpfen - Warum soll ich ins Büro, wenn eh keiner da ist?
-die Fachabteilung sollte ohne Diskussion gute IT erhalten.
Arbeitsatmosphäre
ist leider schlechter geworden. Da keine klare Leitlinie mehr vorhanden ist, ist es schwierig Prioritäten zu setzen oder so motiviert wie früher in den Tag zu starten. Von der Amtsleitung wurden für 2026 über 1000 Handlungsstränge ohne klare Zielsetzung oder Leitplanken aufgesetzt, es gibt keinen Gestaltungsspielraum, Kritik ist nicht gewünscht und wird entweder durch aggressives Verhalten unterdrückt oder teflonartig wegdiskutiert. Wir versuchen, das so gut wie möglich zu erfüllen, erreichen aber selten Zustimmung, da sich oft auch der Auftrag unterwegs ändert (ohne, dass es uns mitgeteilt wird). Das Amt besteht aus 1800 Menschen, die ausgezeichnete Lebensläufe und Fähigkeiten mitbringen. Dennoch müssen alle 1:1 wie am Fließband umsetzen, was von "oben" gefordert ist. Gleichzeitig bleiben Prozesse langwierig, IT fällt häufiger aus, Kollegen sind nicht erreichbar. Damit es nicht langweilig wird, wird starker Druck aufgebaut, der die Arbeitsatmosphäre ungemütlich macht. Keiner hat mehr Zeit zu schauen, was die anderen machen und wie die eigene Arbeit in das Gesamtbild passt. Schade, es gibt soviel zu tun in unserem Bereich!
Kommunikation
siehe Arbeitsatmosphäre. Unklare Aufträge, sich ändernde Ziele, Druck, Aggressivität, wenn Fragen gestellt werden. Wenn man immer zustimmt, höflich ist und nicht meckert, hat man seine Ruhe und kann sogar Karriere machen. Man kann also gut zurecht kommen. Es gab aber Zeiten, da haben die Mitarbeiter für die Aufgaben gebrannt und in offenen Diskussionen bestmögliche Ergebnisse erzielt. Die Amtsleitung scheint Ziele zu verfolgen und noch für ein Ziel zu brennen. Schön wäre, wenn das Potential, die Erfahrung und die Vielfalt des Hauses dabei mitgenommen und mitgenutzt wird. Die Ergebnisse sind aktuell gefühlt nur noch halb so gut.
Kollegenzusammenhalt
Auf Arbeitsebene ist eine sehr gute Atmosphäre. Der Wunsch gute Arbeit zu leisten, das Interesse an den Themen ist da. Die Hilfsbereitschaft untereinander ist gut, aber egal mit welcher Abteilung man spricht, es sind Umorganisationen im Gespräch, keiner kennt das eigentliche Ziel.
Work-Life-Balance
Insgesamt sehr gut. Teilzeitmöglichkeiten, Homeoffice, Sport und Gesundheitsangebote, Feiern, Ausflüge, Fortbildungsmöglichkeiten sind hervorragend.
Vorgesetztenverhalten
es gibt sehr gute Führungskräfte, aber einige Ausreisser. Das wäre nicht so schlimm, wenn Fehlverhalten Konsequenzen hätte (bspw. Gespräche dazu geführt werden, Schulungen, Mediationen, Versetzungen in andere Bereiche) und es klare Führungsleitlinien gäbe, an die sich alle halten:
1. Chef leitet Mitarbeiter an, ihre Aufgaben zu erfüllen
2. unterstützt, dass Umgebung dafür stimmt
3. schafft Kommunikationswege, offene Türen für Fragen, Vermittlung bei Missverständnisnissen, sachorientierte Arbeitsumgebung - Eindämmung von emotionalem oder machtgetriebenem Verhalten. Wir haben eine wichtige Aufgabe zu erfüllen und brauchen jede Person sachlich und fokussiert.
4. Priorsierung der Aufgaben
5. gerechte Verteilung der Aufgaben, unterbindet cherry- picking und macht es nicht selber
Aktuell können Vorgesetzte machen was sie wollen, es hat selten wirkliche Konsequenzen.
Interessante Aufgaben
jede einzelne Aufgabe ist interessant und dient einer guten Sache. Wir könnten soviel erreichen, wenn wir klare Vorgaben erstellen und uns nicht von Unternehmen an der Nase herumführen lassen.
Die Welt ist da, wo sie ist, weil man darauf gehört hat, dass der Markt reguliert. Hat nicht geklappt. Die Systeme sind unsicher, weil der Markt lieber Geld verdienen wollte. Es wäre schön, wenn wir jetzt Souveränität und Sicherheit für die Bürger und Europa in den Vordergrund stellen.
Gleichberechtigung
Frauen kommen weiter, wenn sie wollen, und nicht zu viel widersprechen. Das gilt aber auch für Männer und Nonbinäre. Es gibt viele Fördermöglichkeiten un viele Netzwerke (Frauen, Väter, Pflege, queer)
Umgang mit älteren Kollegen
Prinzipiell gut. Es wird an manchen Stellen damit übertrieben, alte Zöpfe abzuschneiden. Es wird leider nicht gefragt, warum gewisse Sachen in eine bestimmte Richtung gelenkt wurden. Es wird lieber schnell mit viel Aktionismus wieder neu gemacht und lustigerweise, stolpern die jungen Kollegen dann über die gleiche Hürden. Auch hier würde etwas mehr Kommunikation und Ruhe helfen.
Arbeitsbedingungen
In Bonn sind einige Büroräume zu heiß, die Vernetzung und die IT-Geräte sind veraltet. Teilweise gibt es im Homeoffice bessere Internetverbindungen und klimatische Bedingungen. Büroräume selbst sind schön und es wird versucht, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Ergonomische Stühle und Tische. Oft ist man auf langen Fluren alleine da, aber das ist eher auf eine schlechte Organisation von Teamtagen zurückzuführen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
durchaus gut.
Gehalt/Sozialleistungen
für Beamte im höhereren Dienst durchaus gut. Schade, dass die Prämien nach Gaußverteilung ausgeschenkt werden. Hierdurch bekommen die Lieblinge der Chefs nicht nur die besten Aufgaben sondern auch noch ein Sahnehäubchen obendrauf. Es gibt auch viele Mitarbeiter, die Fleißaufgaben machen oder die letzten 20 % bei Aufgaben erfüllen und sie damit nachhaltig und frei von Rechtschreibfehlern machen. Auch hierfür sollte es eine Anerkennung geben.
Image
Das BSI hat ein überraschend gutes Image. Das mag an der Umtriebigkeit der Amtsleitung liegen, aber auch an der Stetigkeit und der guten Leistung der Mitarbeitenden, die trotz Druck und aktuell komischer Vorgaben, einfach Ihre Arbeit machen.
Karriere/Weiterbildung
Beides gut. Karriere machen eher stromlinienförmige Menschen, die die Vorgesetzten nie direkt hinterfragen sondern egal, was kommt, eifrig umsetzen.

