1 Bewertung von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
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Ich habe drei fantastische Abgeordnete kennengelernt, die ihr Mandat ernst nehmen und tolle Menschen sind - und mich sehr inspiriert haben.
Ein für mich mitunter fraglicher moralischer Kompass im internen Umgang - in Einzelfällen auch in sozialen Medien.
Das Mandatsverständnis nicht weniger Abgeordneter: Es ist kein Privileg, sondern Auftrag und Verpflichtung.
Das Politikverständnis in Teilen der Fraktion: Politik heißt, Positionen zu vertreten und Forderungen zu formulieren - nicht Beschäftigung nachzuweisen.
Trennung von Amt und Mandat. Fokussierung auf den Wählerauftrag. Beendigung interner Kämpfe. Eigenständigkeit, Dickköpfigkeit und Beharrungswillen in der Koalition. Organisatorische Konsolidierung und fachliche Professionalisierung. Kontinuierliche programmatische Weiterentwicklung auf Bund-Länder-Ebene. Abgeordnete müssen systemisch verstehen, dass Fachreferenten oft mehr wissen als sie selbst - und dies zulassen und für ihre Mandatsausübung nutzen. Wertschätzung der Mitarbeiter statt Misstrauen. Vertrauen.
Dauerhaft angespannt. Nach meiner Erfahrung werden Fachreferenten in den Austrag interner Konflikte oder die Selbstdarstellung einzelner Abgeordneter hineingezogen. Keine belastbaren Arbeitspläne, kein Archiv, unklare Prozesse und Autorisierungen, programmatische Lücken, dauerhaft ungeklärte Positionen zu anderen Fraktionen/Parteien und meines Erachtens kaum Eigenständigkeit im politischen Anspruch - sondern Willfährigkeit in der Koalition. Nach meinem Eindruck bestimmen zwei Minister in good cop/bad cop-Manier die Fraktion stark. Wer dazwischen gerät oder allzu großen fachlichen Anspruch einbringt, wird als Abgeordneter bekämpft und als Mitarbeiter entfernt.
Das BSW Thüringen hat seit 2024 mehr als die Hälfte der Wähler verloren. Zuletzt wurden ca. 200 Parteiaustritte eingeräumt. Die Fraktion kollidiert fortwährend mit der Bundespartei. Die anderen Fraktionen im Landtag sehen und benennen die programmatischen und fachlichen Unsicherheiten, fehlende Abstimmungskohärenz und Widersprüchlichkeit der Fraktion. Ein Wiedereinzug 2029 und damit ein planbares Arbeitsverhältnis ist unsicher.
Es wird Einsatz über das Arbeitsverhältnis hinaus erwartet - insbesondere dann, wenn die Fraktion feiert oder tagt. In meinem Fall wurden die in den Vertragsverhandlungen vereinbarten Konditionen wiederholt einseitig verschlechtert. Überstunden waren durch schleppende Stellenbesetzung und fehlende Funktionen, geringe Erfahrung in der Fraktion und die verstetigte Start-Up-Arbeitsweise unvermeidlich - die Abgeltung/Auszahlung bei Vertragsende wurde aber (nicht nur bei mir) verweigert und liegt nun beim Arbeitsgericht.
Keine systematische Personalentwicklung.
Die Fraktion hat immer versucht, Eingruppierungen von Fachreferenten zu drücken. Ich war nicht allein in dem Empfinden, dass eine Anerkennung von Fähigkeiten und Erfahrungen nicht gewollt ist. Keine betriebliche Altersvorsorge.
Spielt keine Rolle im Arbeitsalltag.
Begrenzt. Durch Personalmangel und hohe Intensität ist man im Grunde Einzelkämpfer.
Die Erfahrung lebensälterer Mitarbeiter wird genutzt, wo es passt - aber nicht anerkannt.
Schwierig. Man wird geholt, wenn man gebraucht wird oder es Probleme gibt. Ich hatte nie ein förmliches Mitarbeiter-Vorgesetzten- oder Perspektivgespräch. Auf das offene, lösungsorientierte Ansprechen von Missständen und Fehlern durch mich reagierte die Geschäftsführerin mit emotionaler Bestrafung und informellem Schlechtreden. In meinem Fall willkürliche Probezeitkündigung auf Grundlage eines konstruierten Vorwurfs. Ein Arbeitszeugnis wurde erst nach Mahnung und Übermittlung eines Entwurfs erstellt.
Der Thüringer Landtag ist ebenso funktional wie wirklich schön. Die Mitarbeiter der Landtagsverwaltung sind wirklich toll. Erfurt ist eine wunderbare und lebenswerte Stadt. Das nützt jedoch nichts, wenn die Fraktion nicht will: Nach meinem Dafürhalten keine politische Eigenständigkeit will, keine eigene Professionalisierung will - und überwiegend auch nicht BSW sein will.
Abhängig vom Standing bei der Fraktionsführung und Geschäftsführerin. Es wurde für mich sehr deutlich, dass Mitarbeiter von den meisten Abgeordneten nicht als Teammitglieder gesehen werden, sondern "Personal" im Wortsinn - und auch emotionaler Prallbock. Personalangelegenheiten wurden wiederholt in der Teeküche ausgebreitet - in Abwesenheit der Betroffenen. Es war Konsens, dass man vorsichtig sein muss.
Mitarbeiter werden meines Erachtens nicht als gleichberechtigte Teammitglieder behandelt und erfahren nur durch wenige Abgeordnete Wertschätzung.
Aus meiner Sicht: Wäre die Fraktion eine mutige, unabhängige, kämpferische und dem Parlamentarismus und Wählerauftrag verpflichtete Fraktion mit klarer Haltung und programmatischem Konsens, dann wäre die Aufgabe wahnsinnig spannend.