Starkes Potenzial wird durch starre Führung und fehlendes Vertrauen ausgebremst
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dass Führungspositionen unterhalb der Geschäftsführung meiner Wahrnehmung nach eher durch Betriebszugehörigkeit als durch aktuelle Qualifikation besetzt sind. Hier wäre ein mutiger personeller Neuanfang oder ein Schritt zurück der Verantwortlichen dringend notwendig.
Verbesserungsvorschläge
Liebe Geschäftsführung, reflektiert bitte, wer ein sinkendes Schiff zuerst verlässt: Es sind meist die „High Potentials“, die etwas bewegen wollen. Wer nur bleibt, weil er „Ja“ sagt und den Stillstand verwaltet, bringt das Unternehmen nicht voran. Gebt Verantwortung ab und vertraut auf Experten.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Unternehmen ist spürbar angespannt. Vorgesetzte wirken in meiner Wahrnehmung oft nur als ausführende Organe („Proxys“), da ihnen von der Geschäftsführung kaum echte Entscheidungsfreiheit eingeräumt wird. Ein großes Manko ist für mich die Personalsituation auf Führungsebene: Seit über vier Jahren gibt es keinen dezidierten Head of HR. Dies lässt vermuten, dass die Geschäftsführung Schwierigkeiten hat, Verantwortung abzugeben, was das Arbeitsklima belastet.
Kommunikation
Die interne Kommunikation empfinde ich als höchst unzuverlässig. Zwar sind monatliche Updates vorgesehen, doch die Intervalle schwanken meiner Erfahrung nach willkürlich zwischen zwei und sechs Monaten. Eine verlässliche Informationspolitik sieht anders aus.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist gut, speist sich jedoch primär aus dem gemeinsamen Frust. Man schweißt sich zusammen, um das empfundene Defizit an Führungskompetenz im mittleren Management und der Geschäftsführung abzufedern.
Work-Life-Balance
Hier wird meiner Meinung nach ein falsches Bild vermittelt. Offiziell heißt es, Überstunden seien nicht notwendig, doch die Realität des Projektgeschäfts sieht anders aus. Ein offenerer Umgang mit den tatsächlichen „Ups and Downs“ wäre hier ehrlicher als das Vorheucheln einer falschen Realität.
Vorgesetztenverhalten
Wie erwähnt, fehlt es den Vorgesetzten an Entscheidungsbefugnis. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Führungskräfte fachlich oft zu weit vom operativen Geschäft entfernt sind, um eine professionelle individuelle Weiterentwicklung (abseits von Soft-Skill-Trainings) zu ermöglichen.
Interessante Aufgaben
Die Qualität der Aufgaben hängt stark vom Projekt ab. Meinem Empfinden nach fehlt es im Vertrieb an Professionalität; man scheint in einem „Kleinfirmen-Denken“ verhaftet zu sein. In den letzten Jahren gab es aus meiner Sicht kaum Projekte, die fachlich wirklich gereizt hätten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier wird leider wenig Weitsicht gezeigt. Dass für eine Firmenfeier zwingend geflogen werden musste, anstatt eine regionale Location zu wählen, passt nicht in die heutige Zeit und wirkt wenig verantwortungsbewusst.
Gehalt/Benefits
Gehaltssprünge scheinen meiner Erfahrung nach fast nur durch Kündigungsandrohungen möglich zu sein. Selbst bei Übererfüllung von Jahreszielen wird dies oft nicht honoriert oder zuvor gemachte Zusagen geraten in Vergessenheit.
Karriere/Weiterbildung
Das Motto lautet „Faktura First“. Wer – wie ich – eine hohe Auslastung hat, wird oft mit dem Verweis auf die wirtschaftliche Lage bei Fortbildungen vertröstet. Die notwendige Investition in die Mitarbeiter bleibt auf der Strecke, weil der Fokus zu kurzfristig auf den Zahlen liegt.


