Ehrliches Fazit nach mehreren Jahren im Unternehmen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider findet man auf Kununu einige Bewertungen, die offensichtlich dazu dienen sollen, negative und konstruktive Kritik in den Hintergrund zu drängen. Statt sich ernsthaft mit den genannten Problemen auseinanderzusetzen, wird versucht, das Gesamtbild künstlich zu verbessern. Das ist schade, denn echte Weiterentwicklung beginnt damit, ehrliches Feedback anzunehmen.
Verbesserungsvorschläge
Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass Ideen wirklich Gehör finden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war zunehmend von Unsicherheit geprägt. In den letzten ein bis zwei Jahren gab es mehrere schmerzvolle Abgänge. Vor kurzem kamen dann noch fragwürdige Entlassungen hinzu, was die Stimmung zusätzlich belastet hat. Gleichzeitig blieb die interne Weiterentwicklung weitgehend aus, was die Motivation im Alltag spürbar gedämpft hat.
Image
Durch die häufige Teilnahme an und das Sponsoring zahlreicher Events wirkt das öffentliche Image deutlich besser, als es der internen Realität entspricht.
Work-Life-Balance
Die Work‑Life‑Balance war in Ordnung, sofern man ein gutes eigenes Zeitmanagement hatte.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gab keine erkennbaren positiven Maßnahmen im Bereich Umwelt oder Soziales. Hier wäre definitiv mehr Engagement möglich gewesen.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich gab es ein faires Weiterbildungsbudget, das jedoch in den letzten Monaten aufgrund der finanziellen Situation deutlich eingeschränkt wurde. Karrierechancen existieren zwar auf dem Papier, doch durch die fehlende Weiterentwicklung des Unternehmens kann man sich realistisch nur einordnen, ohne selbst etwas gestalten oder vorantreiben zu können.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war einer der wenigen wirklich positiven Aspekte. Viele Mitarbeitende haben sich gegenseitig unterstützt und versucht, die strukturellen Probleme gemeinsam abzufedern. Für mich persönlich war das auch der Hauptgrund, das Unternehmen nicht schon früher zu verlassen.
Vorgesetztenverhalten
Einige Führungskräfte waren fachlich wie menschlich überfordert und vor allem wegen ihrer langen Firmenzugehörigkeit in leitenden Rollen. Absprachen und Zusagen wurden oft nicht eingehalten — man hätte vieles besser schriftlich festgehalten, da keinerlei Handschlagqualität vorhanden war.
Arbeitsbedingungen
Der Arbeitsplatz war in Ordnung und bot grundsätzlich alles, um gut arbeiten zu können.
Kommunikation
Die Kommunikation des Managements war unklar, verspätet und insgesamt stark intransparent. Entscheidungen wurden selten nachvollziehbar erklärt, wichtige Informationen fehlten häufig.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war grundsätzlich marktkonform, allerdings traf das nicht auf alle Kolleginnen und Kollegen zu. Das Verhältnis zwischen Fixum und variablem Anteil war — insbesondere in Verbindung mit den hohen Fakturazielen — deutlich zum Vorteil des Unternehmens ausgestaltet. Am Markt gibt es Unternehmen mit spürbar faireren und transparenteren Bedingungen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren insgesamt wenig spannend, da es nur wenige wirklich anspruchsvolle Projekte gab. Sich einzubringen war schwierig, weil das Unternehmen kaum Bereitschaft zeigte, sich weiterzuentwickeln oder neue Impulse aufzunehmen. Der Fokus lag stark auf Außendarstellung statt auf inhaltlicher Weiterentwicklung.


