Toller Job, schwieriges Umfeld!
Arbeitsatmosphäre
Zu Beginn habe ich die Arbeitsatmosphäre als sehr positiv erlebt. Der Umgang war freundlich, wertschätzend und auf Augenhöhe. Mit der Zeit hat sich dieses Bild jedoch stark verändert. Zwischenmenschliche Spannungen nahmen zu und es kam immer häufiger zu Unstimmigkeiten sowie zu Aussagen hinter dem Rücken, die das Vertrauen im Team stark beeinträchtigt haben. In den letzten Monaten meiner Anstellung habe ich mich zunehmend ausgeschlossen gefühlt, was die Zusammenarbeit erheblich erschwert und die Atmosphäre belastet hat.
Image
Das Image nach außen stimmt nur teilweise mit der Realität überein. Nach außen hin wirkt es oft, als herrsche eine große, glückliche Teamatmosphäre. Tatsächlich gibt es aber hinter den Kulissen viele Mitarbeiter:innen, die überlastet oder unzufrieden sind. Was auch nicht nur ein Mal bei den entsprechen Vorgesetzten angesprochen wurde. Da ein Großteil der Kolleg:innen leidenschaftlich für die Aufgaben und Branche arbeitet, wird vieles hingenommen, dennoch entspricht das äußere Bild nicht vollständig der gelebten Realität.
Work-Life-Balance
Diese war fast gar nicht vorhanden. Die Aufgaben und Anforderungen waren häufig sehr umfangreich und zeitintensiv, sodass die regulären Arbeitszeiten kaum ausreichten, um alles zu bewältigen. Überstunden gehörten daher regelmäßig zum Alltag. Zudem wurde der Feierabend nur selten Respektiert. Es kam häufig vor, dass Mitarbeiter:innen auch außerhalb der Arbeitszeiten kontaktiert wurden und dies schien von der Geschäftsführung als selbstverständlich erwartet zu werden.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich gab es klare Vorgaben, welche Schritte für einen Aufstieg erforderlich sind. In der Praxis wurden diese jedoch nicht immer konsequent umgesetzt. Änderungen oder Anpassungen erfolgten teilweise nach eigenem Ermessen, was die Nachvollziehbarkeit erschwerte. Weiterbildungen standen theoretisch zur Verfügung, die Umsetzung gestaltete sich jedoch oft schwierig. Entweder verzögerten sich die Prozesse, weil sie bei verantwortlichen Personen nicht priorisiert wurden oder das hohe Arbeitspensum machte die Teilnahme zeitlich kaum möglich. Insgesamt wurden also Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten zwar angeboten, die praktische Umsetzung war jedoch eher herausfordernd.
Gehalt/Benefits
Die Gesamtentwicklung gestaltete sich eher schwierig. Gehaltserhöhungen zu erhalten war häufig mühsam, während andere Mitarbeiter:innen teilweise bereits mit den gewünschten Konditionen starteten. Zudem kam es regelmäßig zu verspäteten oder fehlerhaften Gehaltsauszahlungen, sodass man monatlich nachhaken musste – ein Punkt, der dringend verbessert werden sollte. Positiv hervorzuheben sind die angebotenen Sozialleistungen. Das Unternehmen ermöglicht beispielsweise eine Zusatzversicherung, die unter anderem Leistungen für Brillen oder Zahnersatz abdeckt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In Bezug auf Umwelt- und Sozialbewusstsein lässt sich nur begrenzt etwas sagen. Mir ist aufgefallen, dass das Unternehmen beim Einkauf auf Fairtrade-Produkte achtet, was positiv zu bewerten ist.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt war überwiegend positiv. Die meisten Kolleg:innen waren hilfsbereit, unterstützend und offen, sodass eine angenehme Zusammenarbeit möglich war. Es gab jedoch vereinzelt Kolleg:innen, deren Verhalten den Arbeitsalltag unnötig erschwert hat. Trotzdem überwiegt für mich das positive. Ich konnte viele großartige Menschen kennenlernen und habe einige echte Freundschaften mitgenommen, wofür ich dankbar bin.
Umgang mit älteren Kollegen
Dazu lässt sich leider wenig sagen, da die Mehrheit der Belegschaft ungefähr im gleichen Alter war und es nur wenige ältere Kolleg:innen gab. Diese blieben jedoch nicht lange im Unternehmen, weshalb ich keine weitere Erfahrungen oder Einschätzungen zu diesem Punkt geben kann.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten empfand ich als problematisch. Mitarbeiter:innen wurden nur selten unterstützt und es kam vor, dass Kritik oder Probleme nicht ernst genommen wurden. Teilweise wurden Informationen verzerrt dargestellt, um sich selbst in einem besseren Licht darzustellen. Dieses Verhalten habe ich nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Mitarbeit:innen, abteilungsübergreifend, beobachtet. Die Geschäftsführung zeigte kaum Vertrauen in die Mitarbeiter:innen, kontrollierte Prozesse sehr stark und ließ Meinungen oder Feedback häufig unberücksichtigt. Entscheidungen wurden oft unabhängig von den eingebrachten Vorschlägen getroffen. Zusätzlich kam es vor, dass die beiden Geschäftsführer, die verheiratet sind, ihre Streitigkeiten vor den Kollegen:innen austrugen, sodass die Mitarbeitenden oft zwischen den beiden schlichten mussten. Dies wirkte nicht nur unangenehm, sondern auch unprofessionell. Darüber hinaus kam es wiederholt zu unprofessionellen Äußerungen, die aus meiner Sicht nicht dem professionellen Standard entsprechen, den man von einer Unternehmensführung erwarten würde und auch sollte.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren grundsätzlich in Ordnung. Das notwendige Equipment wurde vom Unternehmen gestellt, sodass man für die Ausführung der Aufgaben ausreichend ausgestattet war.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich über die gesamte Beschäftigungszeit hinweg als herausfordernd erlebt. Wichtige Informationen mussten häufig aktiv eingefordert werden, sowohl auf Kolleg:innenebene als auch seitens der Geschäftsführung. Selbst dann lagen die benötigten Details oft nicht vollständig oder rechtzeitig vor. Das führt nicht nur zu unnötigem Mehraufwand, sondern erschwerte auch eine effiziente und fehlerfreie Arbeitsweise. Wenn dadurch Probleme entstanden, wurde die Verantwortung oft einseitig weitergegeben, was die Zusammenarbeit zusätzlich belastet hat.
Gleichberechtigung
In Bezug auf Gleichberechtigung gab es deutliche Unterschiede bei der Bezahlung. Trotz teilweise höherer Verantwortung erhielt man weniger Gehalt als andere Kolleg:innen. Auch auf Nachfragen wurde nur begrenzt reagiert und die Gehaltsstruktur wirkte dadurch wenig transparent. Problematische Äußerungen trugen zusätzlich zu einer schwierigen Atmosphäre bei. Abgesehen davon kann ich nur schwer konkrete Punkte nennen, da vieles eher "durch die Blume" oder mündlich kommuniziert wurde. Insgesamt verlief vieles nicht optimal, auch wenn sich dies nicht immer eindeutig festhalten lässt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst waren fast immer spannend und Abwechslungsreich. Trotz der hohen Arbeitsbelastung habe ich meine Aufgaben stets mit Interesse und Freude erfüllt. Gelegentlich wäre weniger Arbeitsvolumen wünschenswert gewesen, dennoch hat mir der Job an sich sehr viel Spaß gemacht.