Gut am Arbeitgeber finde ich
Flexible Arbeitszeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
• Fehlende Kommunikation
Relevante Informationen kommen nicht zuverlässig an. Inhalte werden selektiv weitergegeben, häufig verspätet oder gar nicht. Ein transparenter Informationsfluss existiert nicht.
• Fehlendes Wissensmanagement
Es gibt kein Wissensmanagement. Wissen liegt bei einzelnen Personen (Herrschaftswissen) und wird nicht systematisch dokumentiert oder geteilt. Vertretungen, Einarbeitungen und fachliche Kontinuität leiden massiv darunter.
• Fehlende Qualitätskontrolle
Für Arbeitsergebnisse existiert im THW keine Qualitätskontrolle. Inhalte werden veröffentlicht, weitergegeben oder angewendet, ohne systematische fachliche oder formale Prüfung. Fehler bleiben lange bestehen, werden ignoriert oder selber von Personen für den Arbeitsablauf zwingend rechtskonform gestaltet was aber wieder vom Prozess abweicht.
• Die Qualität von Arbeitsergebnissen
Viele Ergebnisse aus dem Hauptamt sind bestenfalls durchschnittlich, teils fachlich sowie formal mangelhaft oder auch schlicht rechtswidrig. Aber solange keiner klagt macht man weiter.
• Die Dauer bis Arbeitsergebnisse vorliegen
Prozesse sind extrem langsam. Entscheidungen und Ergebnisse brauchen oft unverhältnismäßig lange, ohne dass dies transparent begründet oder gesteuert wird.
• Fehlendes Prozessmanagement
Es gibt de facto keine klar definierte, dokumentierte oder standardisierte Prozesse. Abläufe hängen stark von Personen ab. Effizienzgewinne werden weder systematisch gesucht noch umgesetzt. Auch nicht von dazu verpflichteten Positionen wie der Internen Revision.
• Fehlende Kommunikation
• Umgang mit dem Ehrenamt
Das Ehrenamt wird gerade in der Leitung häufig als „fordernd“ oder „störend“ wahrgenommen, weil es zusätzliche Arbeit verursacht. Dabei entsteht dieser Aufwand vielfach erst durch unnötige, komplizierte oder schlecht durchdachte Vorgaben aus der Leitung.
• Unattraktives Arbeitsumfeld in der THW-Leitung
Unschöne Liegenschaft, keine Pausenräume, einfache Teeküchen, häufig geschlossene Kantine und tägliche Parkplatzsuche.
• Fehlende Kommunikation
• IT- und Digitalverständnis auf niedrigem Niveau
Im THW scheitert Digitalisierung nach meiner Erfahrung weniger an einzelnen Tools, sondern an der Summe struktureller Hürden. Dadurch werden Office-Workarounds (insbesondere Excel!) zur Standardlösung, obwohl es sinnvollere Alternativen gäbe oder sogar gibt.
• Uneinheitliches Formularwesen
Statt moderner, einheitlicher Softwarelösungen werden Word-Dokumente mit halb funktionierenden Makros genutzt, die vom Ehrenamt teilweise gar nicht verwendbar sind. Medienbrüche und Fehler sind vorprogrammiert.
• Fehlende Kommunikation
Wenn es das THW sein muss als Arbeitgeber ist jede andere Dienststelle vom THW der THW-Leitung meiner Erfahrung nach vorzuziehen. Das Selbstbild der THW-Leitung ist, dass man sich als GSG9-Äquivalent des Zivil- und Katastrophenschutzes sieht, organisatorisch und strukturell ist das Hauptamt dort jedoch nicht besser aufgestellt als eine kleine Dorffeuerwehr.
Verbesserungsvorschläge
Die Organisation verfügt über erhebliche Ressourcen, Expertise und politischen Rückhalt, leidet aber unter erheblichen Führungs- und Strukturdefiziten. Es braucht gerade in der Leitung Mut zur Selbstkritik
Arbeitsatmosphäre
Sie ist in der THW-Leitung ambivalent bis belastet. Sie ist geprägt von selektiver Kommunikation, Zuständigkeitsdenken zwischen Referaten und einer Führungskultur, die sich öffentlich modern gibt, im Alltag aber Selbstkritik und Verantwortung meidet.
Alle sind weit vom Gesamterfolg entfernt, kein Rädchen erlebt sich als bedeutsam, und niemand hat einen persönlichen Vorteil davon, Ineffizienzen abzustellen.
Wer sich nicht mit dem THW identifiziert, findet hier eine altbackene, träge Bundesoberbehörde vor, bürokratisch, langsam, aber konfliktfrei. Wer sein Ehrenamt beruflich fortsetzen möchte, wird hier ziemlich sicher die Lust verlieren.
Kopf unten halte und ja keine Kritik üben, dann hat man einen entspannten goldenen Käfig.
Die Fluktuation ist aktuell jedoch enorm.
Image
Das positive Image des THW nach außen ist vollständig dem Ehrenamt (EA) verdanken. Es trägt den Ruf, die Anerkennung und die öffentliche Sympathie. Für das EA allein würde ich fünf Sterne geben.
Das EA wird dabei in der Außendarstellung häufig als Argumentations- und Sympathieträger genutzt, wenn es um zusätzliche Mittel, bessere Liegenschaften oder rechtliche/organisatorische Rahmenbedingungen geht. Der konkrete Unterstützungsbedarf entsteht oft erst durch Defizite im Hauptamt (HA) (z. B. langsame Prozesse, unklare Zuständigkeiten, mangelhafte Umsetzung). Intern ist das Bild differenzierter. Je näher das HA am EA arbeitet, desto besser die Akzeptanz; je weiter weg, desto kritischer. Für die THW-Leitung fällt häufig das Wort "Elfenbeinturm". Grund ist die Distanz zur Einsatzrealität: Das THW schafft es zudem nicht, die Grundausbildung für das HA verlässlich anzubieten oder einzufordern. Entscheidungen wirken aus EA-Sicht dadurch oft nicht nachvollziehbar.
Auch innerhalb der THW-Leitung wird Verantwortung zwischen Referaten hin- und hergeschoben; ; bei referatsübergreifenden Themen folgt schnell offene Schuldzuweisung.
Das interne Image ist ein diametral anderes als das externe.
Work-Life-Balance
Das Positivste, was sich über das THW als Arbeitgeber sagen lässt, ist die sehr gute Vereinbarkeit mit dem Privatleben. Per Dienstvereinbarung sind bis zu 60 % Homeoffice möglich, und diese werden von den Vorgesetzten in der Regel auch tatsächlich genehmigt.
Die Kehrseite dieser Großzügigkeit ist allerdings strukturell: Weil eine systematische Kontrolle von Arbeitsergebnissen weitgehend fehlt und die Arbeitsatmosphäre entsprechend diffus bleibt, profitieren von dieser Freiheit auch Personen, die erkennbar wenig bis nichts tun.
Da Minderleistung praktisch folgenlos bleibt, genießen gerade diese Personen eine besonders gute Work-Life-Balance, während engagierte Kolleginnen und Kollegen die Arbeit faktisch mittragen.
Wer Wert auf Flexibilität und Vereinbarkeit legt, ist im THW gut aufgehoben. Wer eine leistungsorientierte und nachvollziehbar gesteuerte Arbeitsumgebung erwartet, eher nicht.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten wirken insbesondere in der Leitung stark personenbezogen. Nach meinem Eindruck spielen Nähe zu Entscheidungsträgern und individuelle Wahrnehmung eine größere Rolle als transparente, nachvollziehbare Kriterien. Das ist nicht einzigartig im öffentlichen Dienst, fällt aufgrund der Größe der Leitung jedoch stärker ins Gewicht.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier habe ich weder selbst negative Erfahrungen gemacht noch entsprechende Berichte gehört.
Die Altersstruktur ist insgesamt gut durchmischt: Führungspositionen sind tendenziell mit älteren Beschäftigten besetzt, gleichzeitig ist der Anteil von Mitarbeitenden um die 30 spürbar hoch, gerade (oder leider auch?) in Bereichen mit hoher Fluktuation.
Vorgesetztenverhalten
ÖD in a nutshell.
Ich habe ausgeprägtes Micromanagement erlebt, teils durch fachfremde Führungskräfte, häufig begründet mit "Das haben wir schon immer so gemacht".
Eigenverantwortliches oder rechtskonformes Arbeiten wird so eher verhindert als gefördert wenn es dem Dreisatz entgegensteht.
Führungspositionen werden nicht konsequent nach Kompetenz besetzt.
Schulungen zu Führung, Fehlerkultur und Wertschätzung wirken wie formale Pflichterfüllung.
Transparente Führung anhand nachvollziehbarer Kriterien oder Ziele habe ich nicht erlebt.
Arbeitsbedingungen
Diese Bewertung bezieht sich ausdrücklich nur auf die Liegenschaft der THW-Leitung. Die Büroausstattung entspricht einem normalen 2020er-Standard mit höhenverstellbaren Schreibtischen und 2x16:9-Monitoren am Laptop. Der Techstack beschränkt sich faktisch auf THWin und Office 2016. Die Laptops sind durch zahlreiche Firewalls spürbar langsam.
Pausen- oder Aufenthaltsräume existieren nicht.
Die Teeküchen sind sehr einfach und erlauben praktisch nur das Erwärmen in der Mikrowelle, Herdplatten fehlen.
Auch die Lage überzeugt nicht: Blick entweder in einen Waschbeton-Innenhof oder auf eine Autobahnauffahrt mit entsprechender Lärmkulisse. Im Sommer wird es ohne Klimatisierung sehr heiß. Als Ausgleich wird Sprudelwasser bereitgestellt. Die Kantine ist grundsätzlich in Ordnung (ca. 5,40 € für Essen mit Salat und Nachtisch), aber relativ häufig tageweise geschlossen, insbesondere montags gleich für die ganze Woche, ohne dass darüber zuverlässig informiert wird.
Kostenlose Parkplätze gibt es, aber zu wenige. Ab etwa 8:30 Uhr muss meist im Umfeld geparkt werden. Andere THW-Dienststellen wirken zweckmäßiger und ansprechender, wobei zu berücksichtigen ist, dass das THW hier nur Mieter ist.
Kommunikation
Kommunikation ist für mich der zentrale Kritikpunkt meiner gesamten Bewertung.
Informationen werden in absoluter Häufigkeit nur selektiv weitergegeben, wodurch ein struktureller Wissensvorsprung einzelner Rollen entsteht. Wer nicht zufällig in die richtigen Verteiler, Abstimmungen oder informellen Kanäle gerät, arbeitet regelmäßig mit "Teilwissen".
Nach meiner Erfahrung fehlt ein verlässliches, gelebtes Wissensmanagement.
Hinweise auf veraltete oder fachlich problematische Grundlagen werden nach meiner Erfahrung, sofern überhaupt beantwortet, häufig mit Prioritätsverschiebung ("nicht jetzt") oder ausweichend behandelt, ohne dass zeitnah eine Korrektur erfolgt.
Ein erkennbares Qualitäts- und Aktualitätsmanagement oder Fehlerkultur habe ich nicht wahrgenommen.
Der eigene siebte Leitsatz: "Wir kommunizieren gezielt, ehrlich und verständlich“ ist nicht weniger als eine Posse. Im THW ist der Spruch "Das K im THW steht für Kommunikation" allgegenwärtig.
Gehalt/Benefits
Wer Erfahrungsstufen aus vorherigen Tätigkeiten anrechnen lassen möchte, sollte sich diese Anerkennung unbedingt vor Dienstantritt schriftlich zusichern lassen. Nach meiner Erfahrung lassen die Personalreferate berechtigte Ansprüche andernfalls bewusst verfallen und agieren auch im weiteren Verlauf konsequent maximal arbeitgeberfreundlich. #klagenhiflt
Sonst ist es halt TVöD Bund.
Gleichberechtigung
Symbolisch und in der Außendarstellung wirkt man tolerant und offen, was ich auch nicht abstreiten will.
In der praktischen Umsetzung bleibt jedoch vieles auf der Ebene wirkungsvoller Bilder stehen, ohne dass strukturell entscheidende Veränderungen folgen. Ein anschauliches Beispiel ist die Tatsache, dass es das THW seit vielen Jahren nicht schafft, ein drittes Geschlecht in seiner zentralen Fachsoftware THWin abzubilden. Andere Themen haben offenbar stets Vorrang.
Treibender Faktor, dass das Thema Gleichberechtigung überhaupt nicht einschläft, ist nach meiner Wahrnehmung das Ehrenamt. Austauschgruppen existieren zwar, sind aber faktisch nur auffindbar, wenn man bereits gezielt danach sucht.
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit schwerbehinderten Beschäftigten: Dass diese auch heute noch um vergleichsweise grundlegende Gleichbehandlung kämpfen müssen, ist für eine Bundesbehörde dieses Anspruchs nicht angemessen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst gehören zu den klaren Stärken des THW.
Inhaltlich bietet die Arbeit ein hohes Maß an Sinn, Vielfalt und gesellschaftlicher Relevanz.
Umso frustrierender ist es, in der Praxis zu erleben, wie viel Potenzial vorhanden wäre, tatsächlich etwas zu bewegen, und wie konsequent dieses Potenzial intern ausgebremst wird, sei es durch Strukturen, Zuständigkeitsdenken oder fehlende Veränderungsbereitschaft, meistens eine Hattrick.